Schwimmende Corona-Lazarette: Umgebaute Schiffe zur Klinikentlastung?

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Schiff mit Mundschutz; Foto: © jouwatch Collage
Schiff mit Mundschutz; Foto: © jouwatch Collage
Neuer Ansatz bei der Isolation von Covid-19-Erkrankten mit moderatem Krankheitsverlauf: Für Staaten, in denen sich ein exponentieller Ausbruch der Corona-Pandemie praktisch nicht mehr aufhalten lässt, befürworten Experten eine Versorgung auf offener See in Großschiffen. Eine Option auch für Deutschland?
Es zeichnet sich derzeit zwar eine ganz allmähliche Abflachung der Anstiegskurve von Infektionen in Deutschland ab, was Anlass zu vorsichtigem Optimismus bieten kann; doch sollte es doch noch zu einem massiven Ausbruch von Covid-19 kommen, wäre nach Überzeugung von Marine-Experten auf umfunktionierten Schiffen – Luxusliner oder Militärbooten – eine bessere Versorgung als in in Turnhallen möglich – und wohl auch sicherer. „Focus“ interviewte hierzu zwei  Marine-Experten, die für diesen ungewöhnlichen Ansatz plädieren.
Umgebaute Luxusliner und Marine-Boote könnten so „schnell und effizient“ große Mengen von Infizierten aufnehmen. In den USA, die mit einer beispiellosen Explosion von Infizierten- und Erkranktenzahlen rechnen müssen, sind entsprechende Schritte bereits in die Wege geleitet.
„Einfacher als Turnhallen“
Intensivstation-Standards sind für die Schiffe dabei nicht vorgesehen; es geht lediglich um schwimmende Krankenstationen für zwar hospitalisierte, aber milde Verlaufsfälle – bei klinischen Reinigungs- und Hygienevorschriften und ärztlicher Betreuung nebst Pflege. Diese seien „auf Kreuzfahrtschiffen genauso zu leisten wie an Land“. Kommen Operationssäle und Intensivstationen zum Einsatz, wäre deren Errichtung zwar auf den eingesetzten Schiffen „baulich mit einigem Aufwand verbunden“, aber „machbar“.
Schwerstkranke müssten dann zur Behandlung an Land geflogen werden, doch alle anderen Fälle könnten die begrenzten Klinikkapazitäten entlasten. Vor allem für die küstenreichen südeuropäischen Staaten sehen die Experten großes Potential. (DM)
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Schnabel
Gast
Schnabel

Der erste Gedanke, der mir beim Lesen dieser Meldung heute kam, war der, dass wir dann ja nicht mehr weit von den Lagern in und um den 2.Weltkrieg entfernt sind. Also ich möchte definitiv nicht in solch einem Lazarett landen.

Liesl Pompe
Gast
Liesl Pompe

Hat die NGO „Sea watch“ nicht erst vor wenigen Tagen gefordert, man solle die Kreuzfahrschiffe hernehmen, um die Migranten aus Griechenland nach Deutschland zu holen? Da müssen die Corona- Patienten wohl warten. Denn wie wir wissen, bei den NGOs gibt es nur eine Sorte Hilfsbedürftige. Und das sind ….?