Coronavirus: Am Tropf der Nation

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Jutta Ditfurth in finanziellen Nöten (Foto:Imago/FutureImage)

Ellen Kositza hat mir gestern eine Freude damit bereitet, daß sie an Jutta Ditfurth auf deren Bettelzeilen hin 2,18 € überwies.

Von Götz Kubitschek für Sezession

Ditfurth, deren Leben aus einem weit jenseits der Schamgrenze angesiedelten Kampf „gegen rechts“ und „für Abtreibung“ besteht, wollte noch vor Wochen laut hustend und betont langsam an AfD-Wahlkampfständen vorbeischlendern, um ihre Bronchitis unters Volk zu bringen. Bisher ernährte sie sich von steuergeldsubventionierten Vortragshonoraren, aber dieser Zirkus gibt keine Vorstellungen mehr. Nun liegt sie weinend und kinderlos in ihrer Frankfurter Wohnung und bettelt um Geld.

In derselben Liga spielt der Ein-Thema-Mann Andreas Kemper, der sich als „nicht-verbeamteter“ (schluchz!) Soziologe mit „Klassismus“ beschäftigt und sich vor allem in Björn Höckes Wade verbissen hat. Er trägt seit zwei Wochen seinen Wunsch nach Spenden vor: Bis auf weiteres sind nämlich seine denunziatorischen Vorträge abgesagt, seine Einnahmequelle ist versiegt, und niemand wird sich wundern, wenn ich kurz erwähne, daß es wiederum fast ausschließlich staatlich geförderte Initiativen und Stellen waren, die Vorträge von Kemper für interessant hielten.

Ebenfalls in „Not“ geraten sind jede Menge freischaffender Künstler, also Theaterleute, Autoren, Kabarettisten, Musiker, und es gibt darunter redliche Leute und ideologische Schmarotzer. Gerade letztere hängen am staatlichen Tropf, an gesponserten Auftritten, an einem Förderkarussell, das in einer linksliberalen Blase seine Runden drehte und seine überflüssigen Darbietungen über Stuhlreihen auskippte, in denen jeder Platz mit 80 oder hundert oder hundertfünfzig Euro pro Aufführung bezuschußt war.

Auf solchen Bühnen und in solchen Texten ging es stets mit billigster Münze fleißig gegen rechts. Tausende solcher steuerfinanzierter Projekte und Initiativen sind der vom Potsdamer Theater aus initiierten „Erklärung der Vielen“ beigetreten, die sich dezidiert gegen die AfD, gegen uns, gegen jeden wendet, der sich gegen die linksliberale Totalideologisierung von Kunst und Kultur ausspricht.

Ich weine mit keiner halben Träne um das Ende dieses Gesellschaftstheaters und stelle mir gerade eben recht gern das seltsame Gefühl vor, das die „Macher“ dieser Überflüssigkeiten nun beschleichen muß: etwas betrieben zu haben, das keine Sau braucht, und etwas zu sein, das sich nur hält, wer es sich leisten kann: Hofnarren.

Wenn schon meine und Kositzas Freude über die Absage der Leipziger Buchmesse groß war, so wird sie bei jeder Hiobsbotschaft aus der Buchbranche noch größer: Es gibt ja wirklich dutzende Verlage, die sich in den vergangenen Jahren ein Stückchen Gratisapplaus und Gesellschaftsbedeutung dadurch erzaubert haben, daß sie sich der tierisch mutigen Initiative #verlagegegenrechts anschlossen.

Neulich las ich ein nicht dummes Schreiben eines linken Verlegers, dessen Verlag es schaffen wird. Er verwies auf die vielen Kollegen, die es nicht schaffen würden, deren Verlage mit Auflagen von 300, 400 Exemplaren wirtschafteten – mit Stückzahlen also, von denen natürlich kein Verlag, geschweige denn ein Autor auch nur einen halben Monat lang leben kann. Auch hier: Zuschußnetzwerke, staatliche Töpfe, Betteleien um Soli-Käufe.

Ja, es kommt richtig schön dicke: Der Versandriese amazon hat vor drei Tagen mitgeteilt, daß er bis auf weiteres keine Bücher mehr von irgendjemandem bestellt: Alle Lagerkapazitäten sind für Hygiene- und Medizinartikel freizuhalten (also für eine andere Form von Klopapier).

Da der lokale Buchhandel stillgelegt ist, kaufen auch die Grossisten keine Bücher mehr ein. Das bedeutet: Jetzt geht es denjenigen Verlagen an den Kragen, die es nicht für nötig hielten, einen eigenen Vertrieb aufzubauen. So ist es immer: Wer gemästet wird, wird unbeweglich.

Vor den Schaufenstern der vielen Buchhandlungen, in denen man die Aufklärungsbücher „gegen rechts“ präsentierte, zeigt sich kein Kunde mehr und keinen dieser Läden kann man mehr betreten. Ich könnte diesem Stillstand stundenlang zusehen …

Nur mal zum Vergleich: Antaios wird bei Wikipedia als „Kleinverlag“ geführt, ich selbst als „Kleinverleger“ bezeichnet, und ich weiß, daß sich die Kempers und Speits dieser Welt auf dieser Bezeichnung eines ihrer staatlich geförderten Eier pellen. Unser Kleinverlag ist aber Kositzas und mein ganzer Stolz: Wir drucken keines unserer Bücher unter tausend Exemplaren, meist gleich zweitausend, und wir werden sie immer alle los. Von Sommerfelds Wir erziehen sind bisher 3500 Exemplare weg, von Kositzas und Sommerfelds Vorlesen bereits 2000, vom Heerlager der Heiligen 20 000 und von der neuen kaplaken-Staffel (Mohler, Kleine-Hartlage, Sommerfeld) waren am Tag der Anlieferung aus der Druckerei bereits über 600 Exemplare vorbestellt – je Bändchen!

Keines dieser Bücher wird staatlich oder von einem privaten Sponsor gefördert, wir beschäftigen vier Mitarbeiter auf vollen Stellen und haben ordentliche Werksverträge mit den Setzern und Autoren. Sollte es in den kommenden Wochen mal schwieriger werden, bringen wir den Garten auf Vordermann und bilden uns weiter.

Flankiert wird das Ganze durch die Zeitschrift Sezession, die das Institut für Staatspolitik unter der Leitung von Erik Lehnert herausgibt, und zwar seit 2003, also im 18. Jahrgang mit den Heften 95 bis 99. Unsere Zeitschrift hat über 4000 Abonnenten und verkauft von jeder Ausgabe rund 350 Einzelhefte zusätzlich. Das bedeutet: Sie kommt seit Jahren ohne jeden Zuschuß aus, den die Förderer des IfS ohne Federlesen natürlich gewähren würden. Indes: Es ist nicht notwendig, und die Seitenhonorare, die wir bezahlen können, sind auf einem sehr guten Niveau…

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