„Keine vollen Fussballstadien“: Virologe Drosten empört über den Stern

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Fanandrang vor Stadion: vorerst undenkbar in "Schland" (Foto:Imago/Hettrich)

In dem Ausmaß, wie die bundesweite Prominenz des Virologen und Charité-Institutsleiters Dr. Christian Drosten als Top-Experte der Republik zunimmt, wird er auch als Interviewpartner immer begehrter. Wie „seriös“ manche Medien hierbei arbeiten, musste Drosten nun auf unangenehme Weise lernen: Der „Stern“ verkürzte Aussagen eines Interviews auf reißerische und entstellende Weise – worüber der Arzt außer sich war.

Die Meldung war vom „Stern“ als reiner Aufmacher gedacht – und verfehlte ihren Zweck nicht: Drosten, so meldeten es am Wochenende auch andere Medien, habe mit einer Botschaft direkt ins Nervenzentrum des deutschen Volkes getroffen: „In den nächsten 12 Monaten“ gäbe es hierzulande „keine vollen Fussballstadien“ mehr. Eine Reduzierung der ausführlichen, differenzierenden tatsächlichen Äußerungen Drostens, vom „Stern“ herausgepickt zur reinen Panikmache.

Drosten wandte sich unter Nutzung seiner binnen weniger Wochen massiv angestiegenen Twitter-Reichweite gegen das Hamburger Revolverblatt – ungewöhnlich für ihn, der stets verbindlich, deutlich, aber konfliktscheu – und vor allem besonnen auftritt. Wörtlich schrieb Drosten am Sonntag, er sei „schockiert“:

Screenshot:Twitter

Den „Stern“ wird auch diese Blamage, die seine Yellow-Press-Praktiken aufdeckt, nicht jucken; er wird weiterhin Schlagzeilen produzieren zur Auflagen- oder Klicksteigerung, die verstörende und verängstigende Inhalte transportieren. Auch das muss in dieser Krise anscheinend noch eine ganze Weile lang ertragen werden. (DM)