Saarland-Kliniken auch ohne Patientenansturm am Limit: Zuviele Ärzte und Pfleger Corona-positiv

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Foto: Von KieferPix/Shutterstock

Auch wenn der Ansturm behandlungsbedürftiger Intensivpatienten bisher zum Glück noch ausgeblieben ist, geraten einige deutsche Kliniken in Bedrängnis: Weil Mitarbeiter zu den Corona-Infizierten gehören, müssen sie in Quarantäne – und verschärfen somit die Personalknappheit zusätzlich. Im Saarland sind drei Kliniken betroffen – und ausgerechnet jetzt nimmt Deutschland französische Patienten auf.

In den drei Kliniken Marienkrankenhaus St. Wendel, Evangelischs Krankenhaus Saarbrücken und Diakonie-Krankenhaus Neunkirchen wurde ein Aufnahmestopp verhängt, weil wegen akuter Corona-Fälle nicht genug Klinikpersonal verfügbar ist. Wie die Lokalausgabe von „Bild“ berichtet, waren allein in St. Wendel am Sonntag 11 Mitarbeiter positiv getestet; zusätzlich sind 15 Kontaktpersonen nach Angaben der Kreisverwaltung in häuslicher Quarantäne.

Betroffen sind nicht nur Pflegepersonal, sondern auch Ärzte. Ein normaler Klinikbetrieb, so die Zeitung, sei deshalb „nur schwer zu gewährleisten“. Es werden nur noch Akutpatienten aufgenommen – Herzinfarkte oder Schlaganfälle etwa. Wer immer unter den aktuellen stationären Fällen in der Lage ist, das Klinikum irgendwie zu verlassen, wird heimgeschickt.

So nachbarschaftlich nobel und mitmenschlich die Bereitschaft mehrerer Bundesländer (darunter auch des Saarlandes) ist, angesichts der prekären Situation im angrenzenden Elsass und der übrigen französischen Region Grand-Est akute Intensivfälle in deutschen Kliniken aufzunehmen und auf freie Beatmungsplätze zu verteilen: Angesichts dieser eigenen Probleme ist diese Entscheidung womöglich verfrüht gewesen. Was erst passiert, wenn die prognostizierte Welle schwererkrankter Einheimischer anrollt – darüber will im Saarland wohl noch niemand sprechen. (DM)

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