Fast 26.000 Corona-Infektionen – 400 Patienten auf Intensivstation

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Foto: Von Musashi akira/Shutterstock

Berlin – Die Zahl der Corona-Infektionen ist bis Sonntagabend in Deutschland auf 25.913 gestiegen. Das ergab eine Abfrage der dts Nachrichtenagentur bei den Landesministerien, Städten und Landkreisen. Damit stieg die Zahl im Vergleich zu Samstag „nur“ um rund 11 Prozent, allerdings wurden wie auch an den letzten Wochenenden aus vielen Städten und Landkreisen keine Meldungen gemacht.

Laut offiziellen Zahlen sind je 100.000 Einwohner 31 Menschen infiziert. Am höchsten ist dieser Wert mit 48 in Hamburg, am niedrigsten mit 12 in Mecklenburg-Vorpommern. Die Zahl der Todesopfer stieg binnen eines Tages um 13 Prozent auf 94, die Zahl der Gesundeten auf rund 930. Von den aktiven Fällen liegen 1,6 Prozent auf der Intensivstation – bundesweit rund 400 Patienten.

Hier weitere Meldungen zu diesem Thema:

Städtetagschef: Kontaktverbot „richtig“ – Aber Sorge um Wirtschaft

Im Kampf gegen das Coronavirus hat der Präsident des Deutschen Städtetages, Burkhard Jung, das von Bund und Ländern beschlossene Kontaktverbot gutgeheißen. „Die Beschränkungen sind richtig und verhältnismäßig“, sagte der Leipziger Oberbürgermeister den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Es geht darum, Menschenleben zu retten und unser Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Das muss so konsequent wie möglich geschehen.“ Die Kontaktbeschränkungen seien nötig, „damit sich nicht nur die große Mehrheit, sondern alle angemessen in der Corona-Krise verhalten“, sagte Jung. „Wir werden in den Städten mit unseren Ordnungsbehörden gemeinsam mit der Polizei sicherstellen, dass das verabredete Kontaktverbot umgesetzt wird.“

Jung begrüßte auch das Rettungspaket der Bundesregierung. „Diese Hilfen werden jetzt zwingend gebraucht, damit die Wirtschaft nicht ins Bodenlose abstürzt“, sagte der Städtetagspräsident. „Einzelhandel, Gastronomie, Klein-Gewerbe und Solo-Selbständige sind ein wichtiger Teil unseres städtischen Lebens. Ihre Existenz muss deshalb auch für die Zukunft gesichert werden.“ Daher sei die hohe Neuverschuldung des Bundes „absolut gerechtfertigt“.

Hamburgs Erster Bürgermeister: Corona-Epidemie dauert zwei Jahre

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) glaubt, dass die Corona-Epidemie zwei Jahre dauern könnte. „Ich halte die Einschätzungen der Experten für realistisch, was den Gesamtverlauf der Epidemie angeht. Das heißt aber nicht, dass alle Maßnahmen über diesen gesamten Zeitraum andauern müssen. Wir halten sie nur so lange aufrecht, wie es nötig ist“, sagte Tschentscher, der selbst viele Jahre als Laborarzt tätig war, der „Welt“ (Montagausgabe). „Wie die Epidemie in den nächsten Monaten weiter verläuft, kann derzeit niemand wissen. Wir müssen jetzt auf Sicht fahren und immer beurteilen, was in der jeweiligen Lage erforderlich ist.“

Im Vergleich zu Italien, wo Ärzte entscheiden müssen, wer beatmet wird und wer nicht, sieht Tschentscher Deutschland besser aufgestellt. „In Deutschland sind wir in einer anderen Situation. Wir haben im Verhältnis zur Bevölkerung eine höhere Zahl an Intensivbetten und werden diese in den kommenden Wochen noch einmal deutlich erhöhen. Die Bundesregierung hat uns außerdem zugesichert, dass sie die Länder bei der Beschaffung von Beatmungsgeräten unterstützt.“ Der Mangel an Schutzkleidung beschäftige ihn, sagte Tschentscher der „Welt“. „Deshalb bemühen sich alle sehr um die Beschaffung von Schutzkleidung: die Krankenhäuser, wir als Stadt, und auch der Bund hat seine Unterstützung zugesagt.“

Corona-Krise bringt Schausteller in existentielle Not

Die Corona-Krise bringt die rund 5.000 Schausteller in Deutschland in existentielle Not. „Die Lage der Schausteller ist besonders dramatisch. Die meisten hatten ihren letzten Einsatz bei den Weihnachtsmärkten. Seitdem haben sie keine Einnahmen“, sagte Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes und Präsident der Europäischen Schausteller-Union, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). „Vielen der oft seit Generationen familiengeführten Betriebe steht das Wasser bis zum Hals. Sie fürchten um ihre Existenz.“

Um die Unternehmen in der Krise zu retten, forderte Ritter: „Wir brauchen dringend eine Stundung sämtlicher Steuern und schnelle, unbürokratische Sofortzahlungen und Zuschüsse für die Unternehmen.“ Noch sei es sehr schwer, an die von der Regierung versprochenen Kredite heranzukommen, sagte der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes. Besonders den Kleinen müsse schnell unter die Arme gegriffen werden.

Dabei sei es wichtig, dass der Staat die Unternehmer nicht dazu zwinge, zunächst notwendige Betriebsmittel – wie Autos oder Schlepper – zu verkaufen, um Zuschüsse oder eine Grundsicherung zu erhalten. „Wir wollen nach der Krise nicht in die Rente, sondern wollen weitermachen“, sagte Ritter. Vom Nutzen seiner Branche für die Freude der Gesellschaft ist Ritter fest überzeugt: „Wir Schausteller sind das große Antidepressivum in Deutschland. Wir sind das letzte Lagerfeuer in Deutschland an dem alle Generationen Spaß haben.“

IOC bereitet sich auf Olympia-Absage vor – Entscheidung in 4 Wochen

Das Internationale Olympisches Komitee (IOC) bereitet sich auf die Absage der Olympischen Spiele in Tokio vor und will spätestens im April entscheiden. „Um die Gesundheit aller Beteiligten zu schützen und zur Eindämmung von Covid-19 beizutragen“, habe der Vorstand beschlossen, die „Szenarioplanung“ zu verstärken, hieß es in einer Mitteilung am Sonntagabend. Zuvor hatten spanische Medien berichtet, die Absage der Spiele sei bereits beschlossene Sache.

Auch aus zahlreichen Landesverbänden waren entsprechende Forderungen laut geworden. In der am Sonntagabend veröffentlichten offiziellen Mitteilung hieß es dann, die nunmehr kalkulierten „Szenarien“ bezögen sich „auf die Änderung bestehender Betriebspläne für die Spiele sowie auf Änderungen des Startdatums“. Eine Entscheidung soll innerhalb der nächsten vier Wochen fallen.

Zwar habe sich die Corona-Situation in Japan zuletzt verbessert, allerdings nicht in vielen anderen Ländern. Das IOC räumte ein, dass womöglich auch nicht alle Veranstaltungsorte in Japan zur Verfügung stünden. Die Olympischen Spiele 2020 sollten laut bisheriger Planung vom 24. Juli bis zum 9. August 2020 in Tokio stattfinden. (dts)