Angst treibt die Menschen zur politischen Mitte: Vorübergehende Leidtragende ist die AfD

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Screenshot:Youtube

In der Not strebt der Deutsche zum Vertrauten, Risikofreudigkeit, Streitlust und der Wunsch nach Veränderungen treten völlig in den Hintergrund. Parteipolitisch profitieren von diesem Effekt die Parteien der Mitte, und weil die Schlüsselfiguren der Krisenentscheider vor allem Unionspolitiker sind – Spahn, die Kanzlerin und ein profilbewusster Söder -, sind bislang in der Corona-Krise vor allem CDU/CSU die großen Umfragegewinner.

Nach einer Forsa-Umfrage für RTL und „n-tv“ steigen die Zustimmungswert der Union auf 32 Prozent – drei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Seit Ausbruch der Pandemie und der einschneidenden Maßnahmen legten die Unionsparteien um satte sechs Prozent zu, so die „Welt„.

Unter Druck geraten hingegen die Ränder; für die Parteien des konservativen sowie des Linksaußen-Spektrums wird es eng. Die Grünen verlieren zwei Prozentpunkte, die Linke einen Prozentpunkt. Vor allem die AfD jedoch schrumpft merklich und fällt auf bundesweit 9 Prozent – der niedrigste Wert seit 2017 Damit ist Corona einstweilen das gelungen, was einem Kartell von Altparteien, Medien und „zivilgesellschaftlichen“ Aktivisten über Jahre nicht möglich war.

Corona schafft temporär, was dem linken Brainthrust nicht gelang

Tatsächlich aber folgt die AfD-Baisse keinem „Bewusstseinswandel“, keinem echten Meinungsumschwung. Sie sind nur Folge äußerer Katastrophenumstämde. Denn nach „Politikwechsel“ steht derzeit, wo es gefühlt um alles geht, kaum jemandem hierzulande der Sinn. Die Themen, mit denen sich vor allem die AfD bisher profilierte, sind derzeit wie weggeblasen und scheinen aus einer anderen Welt. Migration und Integration haben derzeit keine Relevanz – so wie Klima und Umweltschutz derzeit zu den geringsten Sorgen der Bevölkerung zählen.

Natürlich sind vor allem die politische Probleme, die die AfD als fast einzige artikuliert nur aufgeschoben, sozusagen eingefroren  – und sie werden mit voller Wucht, womöglich in viel ungekannterer Schärfe denn je zuvor, wenn nämlich ein dann wirtschaftlich in Scherben liegendes Deutschland offen damit konfrontiert wird, welchen Luxus es sich mit seinem humanitären Größenwahn, mit seiner „Wir schaffen das“-Gießkannenmentalität in den letzten Jahren geleistet hat.

Etliche Begehrlichkeiten werden auf Jahre hinaus nicht mehr erfüllbar sein – und das gilt auch für Klima-Pakete oder Energiewende. Mit jeder Woche, die der Shutdown anhält, rückt die Fortsetzung und Wiederaufnahme dieser Phantasmagoren in weitere Ferne. (DM)