Schutzkleidunghersteller wirft Jens Spahn schwere Versäumnisse vor

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Jens Spahn (Bild: shutterstock.com/A Von Alexandros Michailidis)

Immer und immer wieder habe man Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) gemahnt, für ausreichend Schutzkleidung zu sorgen. Dennoch ist seine Behörde über Wochen untätig geblieben. „Das ist grob fahrlässig und verschärft die Krise unnötig“, klagen nun Schutzkleidungshersteller. 

Noch vor kurzem teilte Gesundheitsminister Jens Spahn und die ihm anhängigen Mainstreammedien angesichts des Coronavirus mit: „Wir sind gut vorbereitet“. Man habe alles unter Kontrolle. Und selbst im Fall einer möglichen Epidemie gebe es ausreichend Isolierstationen und -zimmer sowie „die Ausstattung, die wir brauchen“.

Dass nicht nur diese Einschätzung des gelernten Bankkaufmannes Jens Spahn völlig unzutreffend und hoch inkompetent getroffen wurde, zeigt sich nun immer deutlicher: Seit Wochen fehlt es Ärzten, Schwestern, Pflegern und Sanitätern an elementarem Material für ihre Arbeit. Am Dienstag schlug der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung, Walter Plassmann, Alarm. „Wir versuchen seit Wochen verzweifelt, irgendwo auf der Welt Schutzausrüstung zu kaufen, das ist fast nicht möglich“, zitiert ihn der „Ärztenachrichtendienst“. Vor Wochen bereits habe die  Bundesregierung versprochen zu helfen. Ergebnis bisher: Null. „Da ist nichts gekommen. Nicht eine einzige Maske haben wir gekriegt“, sagte Plassmann. Es müsse jedoch allen klar sein: „Wenn uns die Schutzausrüstung ausgeht, sind wir am Ende“.

„Keiner hat reagiert“

Auch Hersteller von Schutzkleidung erheben schwere Vorwürfe gegen Spahn. So der Geschäftsführer des im Schwäbischen ansässigen Unternehmens Franz Mensch, das Hygienebekleidung, Mundschutz und Atemschutzmasken für Krankenhäuser und Ärzte herstellt und vertreibt: Wir haben gemahnt, und keiner hat uns gehört“, so die Unternehmensführung laut dem Spiegel. Dennoch seien die Behörden seit Wochen untätig geblieben. „Das ist grob fahrlässig und verschärft die Krise unnötig.“

Nachdem China seit Ende Januar durch den Ausbruch des Corona-Virus den Markt  nahezu leergekauft habe und dazu noch die Ausfuhr von Schutzbekleidung und Atemmasken – obwohl die Weltproduktion dieser Artikel zu 97 Prozent in China stattfindet – untersagt hat, war ein eklatanter Engpass in Deutschland abzusehen. Bereits zwei Mal habe man Spahn in einem Schreiben eindringlich darauf aufmerksam gemacht: „Ich appelliere an Sie, unterschätzen Sie die Problematik dieses Virus nicht“, hieß es in den Schreiben. Spahn reagierte nicht. Das Unternehmen habe angeboten, Hilfe zu leisten und circa 1,5 Millionen Mundschutz und circa 200.000 Atemmasken für Krankenhäuser und Rettungsdienste zur Sicherung der allgemeinen Versorgung reserviert. Darüber hinaus habe man entschieden, um die Bestände für Deutschland zu sichern, keine Neukunden mehr zu beliefern. Der Firmeninhaber bat Spahn darum, diese Information unverzüglich an die entsprechenden Stellen weiterzugeben, doch: „Keiner hat reagiert.“

Warum liefert Maas Schutzausrüstung nach China und Italien?

Wie bereits berichtet – und vom „Wahrheitsfinder“ Correctiv nach Anfrage beim Bundesaußenministerium als „wahr“ bestätigt: Außenminister Heiko Maas (SPD) verschenkte insgesamt über 13 Tonnen Schutzkleidung, Sprühgeräte und Desinfektionsmittel nach China. Und das ganze zwei Mal. Die zweite Lieferung – 8,7 Tonnen Verbrauchsmaterial – wurden am 18. Februar ans Land der untergehenden Sonne spendiert, als auch für SPD-Politiker wie Maas ersichtlich gewesen sein sollte, dass Deutschland vom Virus nicht verschont bleiben würde.

Jens Spahn teilte irrer Weise am 27. Februar in einem ZDF-Interview mit, dass just diese Schutzmaterialien in Deutschland fehlen würden. Man müsse sich „auf eine Knappheit in dem Bereich einstellen“ und erwägte sogar – während sein Kollege Maas vorher lustig am Verschenken war – Schutzausrüstung notfalls zu beschlagnahmen.

In der vergangenen Woche belieferte Maas dann das von der EU im Stich gelassene Corona-Krisenland Italien mit einer Million Schutzmasken. Mittlerweile habe sich auch China „revanchiert“ und zwei Millionen Stück Mundschutz, 200.000 N95-Atemschutzgeräte und 50.000 Virentests kostenlos zur Verfügung gestellt. Allerdings nicht dem edlen Spender Deutschland, sondern der EU. Und diese Lieferung soll nach dem Willen der EU-Kommission direkt nach Italien gehen.

Dass Heiko Maas´ Mit-Genosse, der wirre SPD-Politiker und angebliche Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Mitte 2019 noch behauptete, dass man in Deutschland zu viele Krankenhäuser habe  – geschenkt. Warum aber die beiden Gestalten Maas und Spahn – an den Schalthebeln höchster politischer Ämter – nicht miteinander kommunizieren, ist – einmal mehr – in höchstem Maße skandalös und brandgefährlich für die Bürger dieses Landes.  (SB)