Die „Gewinner“ der Corona-Krise: Söder und die CDU

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Foto: Markus Söder (über dts Nachrichtenagentur)

Das eher ruhige, aber entschlossene Auftreten von Markus Söder in der aktuellen Corona-Krise zeigt erste Wirkung:

Der CSU-Parteivorsitzende und bayerische Ministerpräsident ist erstmals beliebtester Politiker Deutschlands. Zu diesem Ergebnis kommt eine wöchentliche Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa, über die das Nachrichtenmagazin Focus berichtet (Freitagausgabe). Bei der Frage, „Wer vertritt Ihre Interessen am ehesten“, kommt Söder auf 129 Punkte (plus elf Punkte zur Vorwoche) und verdrängt damit die monatelange Spitzenreiterin Angela Merkel (CDU).

Die Bundeskanzlerin belegt in der Umfrage mit 126 Punkten (plus sieben) den zweiten Platz. In der Kanzlerfrage liegt Söder unter den Unionswählern deutlich vor den CDU-Bewerbern. Eine vom Focus in Auftrag gegebene Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar ergibt, dass sich 30 Prozent der Unionswähler Söder als Bundeskanzler vorstellen können.

Armin Laschet und Friedrich Merz kommen jeweils auf 22 Prozent, für Norbert Röttgen sind es sieben Prozent. Für Unionspolitiker ist Söder auch kanzlertauglich. Söder mache „einen herausragenden Job“, sagte die Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Andrea Lindholz, dem Focus.

Daran könnten sich andere Politiker ein Beispiel nehmen. Für die stellvertretende CSU-Vorsitzende und Digital-Staatsministerin Dorothee Bär führt Söder „Partei und Land aktiv mit einer klaren Haltung“. Grundsätzlich traue sie dem CSU-Chef jedes Amt zu, sagte Bär.

Söder habe aber mehrfach erklärt, dass er das Amt des Ministerpräsidenten mit größter Freude ausübe und in Bayern zu Hause sei. Für die Beliebtheits-Umfrage befragte Insa vom 13. bis 16. März insgesamt 2.048 Wahlberechtigte, die K-Frage wurde von Kantar am 17. und 18. März unter 1.010 Wahlberechtigten durchgeführt, berichtet das Magazin.

Auch für die Union insgesamt sieht es zur Zeit gut aus. Sie gewinnt in der Corona-Krise deutlich an Wählergunst. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen CDU und CSU auf 30 Prozent der Wählerstimmen, drei Prozent mehr als vor zwei Wochen, so eine Umfrage von Infratest im Auftrag des ARD-Morgenmagazins. Die Grünen wären mit unverändert 23 Prozent zweitstärkste Kraft.

Für die SPD würden sich 14 Prozent entscheiden, für die AfD 10 Prozent, jeweils zwei Prozent weniger. Die Linke käme unverändert auf 9 Prozent der Stimmen, die FDP auf 7 Prozent, ein Prozent mehr als vor zwei Wochen. Insgesamt käme die Regierungskoalition aus Union und SPD auf 44 Prozent der Stimmen.

Die Umfrage wurde am 17. und 18. März unter 1.035 Wahlberechtigten durchgeführt.

In Zeiten solcher Krisen rücken die Menschen halt immer in die Mitte, wobei diese in Deutschland natürlich mittlerweile ziemlich links ist. (Quelle: dts)