Der Höcke-Vorschlags-Hammer: Ist Jörg Meuthen der schwarze Ritter der AfD?

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Zerrissenes AfD-Plakat in Bayern - Foto: Imago

Was immer man sich auch darunter vorzustellen hätte: Der AfD-Parteivorsitzende Jörg Meuthen schlägt eine „Auflösung des Flügels“ vor. Quer durch die Medienlandschaft vernimmt man ein unterschwelliges Frohlocken angesichts des erneut in aller Öffentlichkeit anschwellenden Flügelstreits innerhalb der AfD. Dummheit macht offenbar auch vor der AfD nicht Halt.

von Max Erdinger

Der Schwarze Ritter ist eine legendäre Filmfigur aus dem Streifen „Die Ritter der Kokosnuß“ von den Monty Pythons. In einem Schwertkampf gegen König Artus wird ihm vom König eine Extremität nach der anderen amputiert, bis er am Schluß ohne Arme und Beine auf dem Waldboden „steht“, seine Niederlage nicht wahrhaben will und großmütig ein „Unentschieden“ vorschlägt.

Schwarzer Ritter der Monty Pythons – Foto: Screenshot Youtube

Der „Flügel“ in der AfD, bisweilen auch der „Höcke-Flügel“ genannt, soll „aufgelöst“ werden, schlägt Parteichef Jörg Meuthen vor und läutet damit den Anfang vom Ende der AfD ein. Man fragt sich, was er sich dabei denkt. Es kann doch niemand hierzulande der Illusion erlegen sein, daß durch die Ent- oder Erledigung des „Flügels“ das AfD-bashing ein Ende nähme? Das Gegenteil wird der Fall sein. Eine solcherart geschwächte AfD wird mit umso größeren Erfolgsaussichten attackiert werden, respektive immer weiter in die Defensive gedrängt werden, bis sie aussieht wie Christian Lindner von der FDP frühmorgens nach dem Aufstehen.

Es geht dem Altparteienkartell um die Beseitigung einer Fundamentalopposition, die allein schon deswegen eine ist, weil sie identitätspolitisch eine Alternative für Deutschland ist, im Gegensatz zum Altparteienkartell gegen Deutschland. Der Dalai Lama könnte Vorsitzender einer solchen Alternative sein und es würde sich nichts daran ändern, daß das Establishment diese Fundamentalopposition beseitigen will. Man kann nur staunen über die Naivität solcher AfD-Funktionäre vornehmlich im Westen der Republik, die einer „Auflösung“ des Flügels das Wort reden.

Martin Sellner hat das recht bildhaft auf den Punkt gebracht. Die AfD als Gesamtpartei ist ein zu großer Bissen, als daß man ihn zu schlucken vermöchte, sagt er. Was macht man also? Man zerteilt das ganze Stück und verbeißt sich zunächst einmal in den Arm. Nur ein besonders gutgläubiges Gesamtstück kann in einer solchen Situation einen Vorteil darin erkennen, sich den Arm selbst abzuschneiden, um ihn dem Raubtier zu überlassen in der Annahme, daß es nun das bekommen habe, worauf es scharf gewesen ist, und daß fürderhin Ruhe sei. Ganz im Gegenteil: Sowie der Arm abgeschnitten ist, wird ihn die Bestie achtlos aus dem Maul fallen lassen und sich mit umso größeren Erfolgsaussichten auf den nunmehr Einarmigen stürzen. Es kann doch nicht sein, daß man das in der AfD-Parteispitze nicht erkennt? Da langt man sich doch bloß noch an den Kopf!?

Und wenn man sich schon an den Kopf faßt, dann könnte man sich auch statt über „Auflösung“ Gedanken über „Ablösung“ machen. Und zwar über die von Jörg Meuthen. Darüber, in wessen Auftrag der Mann eigentlich handelt, kann man nebenher spekulieren. „Auflösung des Flügels“ hat absolut etwas von „Selbstmord aus Angst vor dem Tod“. Geht´s noch?

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