Geht’s noch? Migrationsforscher unterstützt weitere EU-Gelder an die Türkei

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Symbolfoto: Von thomas koch/Shutterstock

Berlin – Es gibt Leute in Deutschland, die hören den Schuss auch dann nicht, wenn das Pulverfass direkt vor ihren Ohren explodiert.Der Migrationsexperte Gerald Knaus hat die EU aufgefordert, weitere Gelder an die Türkei zu überweisen. „Es war ein Fehler, dass Brüssel in den letzten Monaten nicht auf Ankara zugegangen ist und deutlich gemacht, dass die EU dazu bereit ist, Millionen Flüchtlinge in der Türkei zu unterstützen“, sagte Knaus der „Welt“ (Donnerstagsausgabe). Die Türkei müsse „sofort tatsächlich weiteres Geld für Flüchtlinge von der EU zugesagt“ bekommen.

Woher soll das Geld eigentlich kommen? Direkt aus der Druckerpresse? Kann es nicht eher sein, dass jetzt, wo in Europa die Wirtschaft vor dem Kollaps steht, das Geld für andere Zwecke dringender gebraucht wird?

Knaus hat aber immerhin auch Forderungen an Erdogan:

Der Migrationsforscher forderte die Türkei zugleich auf, Zusagen aus der EU-Türkei-Erklärung von 2016 zu erfüllen. „Es gibt Bedingungen, die die Türkei 2016 anerkannt, aber immer noch nicht erfüllt hat“, sagte er. Dazu gehörten die „Menschenrechtsbedingungen im Visafahrplan“, so Knaus.

Konkret appellierte er an die Türkei, Menschen aus der Haft zu entlassen. „Es gibt in der Türkei viele, die aufgrund von fragwürdigen Urteilen in Gefängnissen sitzen oder auf Urteile warten. Diese Menschen könnten jetzt sofort aus den Gefängnissen nach Hause entlassen werden. Das wäre eine Geste der Türkei, die Leben retten kann in Zeiten von Corona. Es wäre ein Signal, auf das die EU antworten könnte“, so der Migrationsexperte weiter. Hintergrund: Am Dienstag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan telefoniert und zusätzliche finanzielle Hilfen in Aussicht gestellt.

Das Geld wird hoffentlich eingefroren werden und den vielen Menschen in Deutschland, die ihre Existenz verlieren, zu Gute kommen. (Quelle: dts)

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