Frontex befürchtet mehr Schleuser-Transporte wegen Corona-Krise

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Foto: Flüchtlinge auf der Balkanroute (über dts Nachrichtenagentur)

Kaum vorstellbar, was passiert, wenn das Coronavirus Afrika in die Zange nimmt. Gibt es dann einen weiteren Ansturm auf Europa, um den Tod zu entfliehen? Erste Anzeichen gibt es jetzt schon:

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex hat als Folge der Coronakrise vor einer Zunahme der Schlepper-Aktivitäten Richtung EU-Länder gewarnt. „Wenn Europa wegen der Epidemie weniger attraktiv ist, könnten die Banden zum Beispiel die Preise für Schleuser-Transporte über Grenzen senken“, sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben) und der „Ouest-France“. Die kriminellen Netzwerke könnten sich sehr schnell an neue Situationen anpassen.

Zum Beispiel an die Corona-Epidemie oder den Kriseneinsatz von Frontex in Griechenland. Die Zahl der Flüchtlinge von der Türkei nach Griechenland sei seit Beginn des Jahres zurückgegangen. Die Route werde derzeit „ausreichend kontrolliert“, sagte der Frontex-Chef.

„Seit dem 1. März sind nur rund 2.000 Migranten auf den griechischen Inseln angekommen, über die Landgrenze waren es 1.700. Das sind weniger als im Vorjahreszeitraum.“ Bereits im Januar und Februar sei der Trend rückläufig gewesen. Denkbar sei auch, dass Schlepper ihre Routen verändern.

„Wir haben vor ein paar Wochen festgestellt, dass die Strecke von Westafrika auf die Kanarischen Inseln stark genutzt wird“, sagte Leggeri. „Dort sind zwar zunächst nur 1.000 Migranten angekommen. Die Zahl könnte aber steigen.“

Viele Wege führen nicht nur nach Rom, sondern auch weiter in Richtung Deutschland und die Polizisten sind dann mit ganz anderen Dingen beschäftigt. (Quelle: dts)