Corona-Seniorensterben – na und? Rücksichtslose Partylaune einer asozialen Jugend

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Jugendliche gestern in München bei Ansprache durch Polizei (Screenshot:Youtube)
Jugendliche gestern in München bei Ansprache durch Polizei (Screenshot:Youtube)

Um die Vereinzelungsvorschriften, die Appelle und Bitten von Politik, Wissenschaftler und Medien, im Interesse der vorbelasteten und vor allem älteren Mitbürger Abstand zueinander zu halten, scheren sich leider massenweise Kids und Jugendliche keinen Pfifferling. Wenn es die nächsten Tage zu einer bundesweiten Ausgangssperre kommt, ist es vor allem den Egomanen und Rücksichtslosen einer ethisch verlorenen Jugend zu verdanken. Diese nehmen allzu oft billigend in Kauf, dass gerade die Alten getroffen werden – und das nicht ohne Grund.

Keine Woche ist es her, dass einzelner Provokateure der Halböffentlichkeit strunzdumme, altklug-abgeklärt dahinkommende Pointen vom Stapel ließen und darüber witzelten, Corona dezimiere endlich auf mehr oder weniger natürliche Weise die Senioren; ARD-„Satiriker“ amüsierten sich über das virale Altensterben als gerechte Quittung für jene Generation, die die Erde angeblich 50 Jahre lang zugrundegerichtet hatten. Gebührenfinanzierter, zutiefst asozialer „Humor“ über letale Krankheitsverläufe, die zunehmend auch bei uns traurige Realität werden.

Was Specki Silberstein, Maja Lobo und Gleichgesinnte zu der Thematik im Äther oder auf Twitter verbrachen, wird von der jüngeren Generation anscheinend wörtlich genommen: Rücksichtslos und im Urvertrauen auf die Statistik, die ihre Alterskohorten statistisch außerhalb akuter Gefährdung durch Covid-19 stellt, halten sie sich weder an Social Distancing, an Quarantänemaßnahmen noch an Abschottungsgebote – und feiern, als gäbe es kein Morgen mehr.

Man muss überhaupt nicht nach Amerika schauen, wo Millionen junger Snowbirds und Springbreak-Besessener den Schuss nicht gehört haben und so wie jedes Jahr die Hotelanlagen an Pazifik und Atlantik übervölkern (aufgrund diesmal von Mexiko geschlossener Grenzen nicht im südlichen Nachbarland, sondern in den eigenen Südstaaten), um dort unvorsichtig und dekadent mit sich und Sars-CoV2 auf Tuchfühlung zu gehen. Es genügt völlig ein Blick nach Deutschland.

Perverser Tenor: Sollen die Alten doch ruhig wegsterben…

Überall rotten sich, bei bestem Frühlingswetter, Gruppen von Teenagern und Jugendlichen, aber auch jungen Erwachsenen in Parks, auf öffentlichen Plätzen oder im Privatbereich zusammen, feiern und trinken – teilweise uneinsichtig, teilweise in verhängnisvollem Trotz bewusst um den Autoritäten zuwiderzuhandeln -, doch immer in billigender Inkaufnahme einer gesundheitlichen Gefährdung ihrer Altvorderen.

Rücksichtnahme, Mitgefühl, Sorge um die Großeltern und Alten, Schwachen, Vorbelasteten – der egomanischen Generation (vor allem der U18-Altersstufe) ist es alldies völlig fremd. Sie feiern, als gäbe es kein Morgen, nach ihnen die Sintflut, und was kümmert sie der Rest der Gesellschaft?

Der krankhafte Individualismus fordert seinen Tribut, und wie weit es mit der Solidargemeinschaft wirklich her ist, zeigt sich bei viel zu vielen Anlässen der letzten Tage, aber auch heute noch: Vollbesetzte Straßencafés, Grüppchen im Stadtpark, Grillpartys im Englischen Garten; am Wochenende waren es der übervölkerte Viktualienmarkt in München oder Mandelblütenfeste in der Vorderpfalz. Bei den Jüngeren kommt zur Gedankenlosigkeit noch der ihnen von linksprogressiven Medienmachern eingeimpfte Hass auf die Älteren hinzu.

Nebeneffekte von FFF

Seit zwei Jahren trichtert man ihnen ein, die „Alten“ hätten sowieso den Planeten kaputtgemacht, mit CO2 übersättigt, sie hätten „ihnen die Zukunft versaut“, how dare you – da ist es doch nur gerecht, wenn jetzt ein Virus für Platz schafft. Das ist der bittere Nebeneffekt der Friday-For-Future-Panikmache und Hetze: Eine aufgewiegelte, sich auf Basis von Halbwahrheiten moralisch für unfehlbar haltende Jugend wurde darauf gedrillt, die ihnen von einer überalterten Gesellschaft vorgeschriebenen Regeln zu brechen – und jetzt, wenige Monate später, wird dann eben ebenso fröhlich auf die akuten Regeln gepfiffen. Statt Schulschwänzen Quarantäneschwänzen.

Die jungen Leute, die hier feiern und nicht nur sich selbst sondern uns alle gefährden, sind dieselben, die den älteren Generationen stets vorwerfen, sie hätten unseren Planeten zerstört und gefährden deren Zukunft. Diese Leute haben nichts, aber auch gar nichts verstanden, und sind zu blöde und zu verantwortungslos, auch nur einen Bruchteil der eigenen Forderungen in die Praxis umzusetzen. Exzesse ihrer abartigen Nonchalance im Umgang mit der Pandemie, die sich etwa im „spaßigen“ Anhusten Älterer mit dem Ausruf „Corona!“ manifestieren, sind da nur die hässliche Spitze des Eisbergs. Sie sollten sich in Grund und Boden schämen, und man sollte sie zum Schutze aller solange wegsperren, bis die Krise vorbei ist. Hoffentlich hagelt es Strafen. Nach Corona wird man sich eine ganze Generation vorknöpfen müssen. (DM)