Migranten in Marokko: Corona? Egal – wir kommen so oder so

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Spanien fest im Blick (Symbolfoto:Von MikeDotta/shutterstock)

„Coronavirus oder nicht, wir gehen rüber nach Europa, für unsere Zukunft“, erklärt Marokkaner Abdelwahed, der in einem riesigen Hafen an der Nordspitze Marokkos sitzt und Ausschau nach Lastwagen in Richtung Spanien hält. Die Pandemie, die einen Großteil Europas blockiert, versuchen Migranten immer noch gefährliche Mittelmeerüberquerungen auf der Suche nach einem besseren Leben.

Die heimliche Überquerung der Straße von Gibraltar sei noch schwieriger als normal geworden: „Sie haben die Kontrollen wegen des Virus verschärft“, so der 22-jährige Marokkaner laut MailOnline.

Täglich würden sich jeden Tag Dutzende junger Männer am Eingang von Tanger Med, dem größten Seefrachtterminal des Mittelmeers, versammeln. Sie alle wollen unbedingt als blinde Passagiere in einem Container oder Lastwagen nach Spanien kommen.

„Das Schließen der Grenzen ändert nichts – wir haben keine Grenzen“, teilt Ayoub mit. Der 25-Jährige in einem olivgrünen Pullover sagte, er sei bereit, alles zu tun, um sein Land zu verlassen.

Spanien, nur 16 Kilometer Luftlinie entfernt, ist von der COVID-19-Pandemie mit über 7.000 Infektionen und 288 Fällen eines der von der COVID-19-Pandemie am stärksten betroffenen Länder in Europa. Inzwischen sind die Grenzen des Landes fast vollständig abgeriegelt.

Marokko hat bisher nur 28 Fälle und einen Todesfall durch das Virus gemeldet, in den letzten Tagen jedoch alle internationalen Flugverbindungen eingestellt und Passagierfährverbindungen mit Europa eingestellt.

Der Fracht- und Containerverkehr läuft wie gehabt und so sehen die Migranten keinen Grund, aufzugeben.

„Jeder hat seine eigene Methode. Ich bevorzuge Wohnwagen und Reisebusse“, erzählt Abdelwahed der MailOnline.

Er kauerte mit auf einem Bürgersteig, zusammen mit jungen Männern aus dem ganzen Königreich, in der Hoffnung, einen Weg nach Europa zu finden.

Ihr prekäres Leben steht im Gegensatz zur jüngsten Entwicklung im Norden Marokkos: dem riesigen Hafen, einem Industriepark, Hochgeschwindigkeitsverbindungen und Stadtentwicklungen für wohlhabende Investoren.

Innerhalb des Terminals werden Tausende von Containern auf Schiffe verladen.

Ayoub blickte auf die am Horizont sichtbare spanische Küste und erzählte die Geschichte seines Lebens: Eine Kindheit in einem Waisenhaus, jahrelange Wanderungen und seine Ankunft in Tanger vor fünf Jahren, um „seine Chancen zu nutzen“.

Der jüngste Versuch von Marokkaner Ayoub, Spanien zu erreichen, schlug fehl – genau wie die anderen. „Ich schlüpfte unter einen Lastwagen und versteckte mich im Hafen, aber ein Polizeihund hat mich gefunden“, sagte er.

Das was er bisher nicht schaffte, ist Abdelkrim, 33 gelungen. 2007 schaffte der 33-Jährige nach Spanien und lebte dort in Toledo 10 jähre lang unter dem Radar. Als er entdeckt wurde, ging es für ihn zurück nach Marokko. Er sei erschöpft, teilt der Marokkaner eine geschnorrte Zigarette rauchend mit.

In diesem Moment kletterten zwei junge Männer auf die Ladefläche eines Lastwagens. Der Fahrer stieg aus und jagt sie weg.

Laut Madrid sind 2019 fast 32.500 Migranten aus afrikanischen Ländern, einschließlich Marokko, illegal auf dem Land- oder Seeweg in das Land eingereist – halb so viele wie 2018. (MS)

 

 

 

 

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