Massenpsychologie & Corona: „Also sprach der Herr: Fürchtet euch!“

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Keine Panik, es geht nur abwärts - Foto: Imago

Das Virus hat die Welt im Griff und alles ist ganz fürchterlich. Wenn nun die Schwerkraft noch erkrankt, klebt sich jeder an die Wand, damit er nicht von dieser Welt durchs Loch Ozon ins Weltall fällt. Sogar die Greta bleibt im Haus, der Klimawandel fällt jetzt aus. Sie fühlt sich seltsam unbekräftigt, seit der Virus all´ beschäftigt. Triebhaft wär´ auch das Skelett, wenn es nicht den Virus hätt´. Doch nach dem Krematorium ist die ärgste Wollust rum. Im Walde still die Bäume sterben, vielleicht wird man ein Holzhaus erben. So man den Virus überlebt, mit dem nun alles fällt und steht. Doch wenn´s um Rat geht, weiß ein jeder, ist Angst kein guter Antwortgeber.

von Max Erdinger

Das Coronavirus ist das eine. Die Panik ist etwas anderes. Kein Mensch würde das heutige Durchschnittsalter erreichen, wenn er sein Leben in ständiger Panik verbringen müßte. Die Panik ist also ein Ausnahmezustand. Kein gesunder zwar, aber wenn er nicht allzu oft auftritt, wirkt er nicht gleich extrem lebensverkürzend. Auf alle Fälle legt das evidente Vorliegen eines panischen Ausnahmezustandes den Verdacht nahe, daß sich in einem solchen allgemeinen Zustande auch Dinge bewerkstelligen lassen könnten, die im Normalzustands undenkbar wären. Weswegen sich in einem Land, in dem wenigstens die Gedanken noch frei sind – solange sie nicht geäußert werden -, gar trefflich darüber spekulieren läßt, wer den panischen Zustand in welcher Weise dazu nutzen könnte, um beispielsweise den Kommunismus wieder einzuführen.

Man assoziiert einfach so frei vor sich hin, kommt vom Hundertsten ins Tausendste und auf seiner ungesteuerten Reise durch die Gedankenwelt sammelt man unkoordiniert Eindrücke. Sinnierend kommt man beispielsweise an einer Werft vorbei und grübelt plötzlich über den Schiffbau. Dann wieder denkt man über den Kampf der schottischen Clans gegen die englischen Besatzer nach, in dem Zusammenhang an die hohen und meist unbewaldeten Berge in Schottland, und daran, daß sie ursprünglich bewaldet gewesen waren, für den Bau der Schiffe jener einst mächtigsten Seemacht der Welt aber abgeholzt worden sind, unter welcher die Schotten damals zu leiden hatten. Das war auch so ein Waldsterben. Man wundert sich, daß man die kahlen Berge Schottlands auf Bildern als „typisch schottisch“ empfindet, obwohl sie doch eigentlich typisch englisch wären. Von den Schotten in Schottland kommt man dann zu den Schotten im Schiffbau, wo aus „der Schotte“ das Schott wird und lediglich der Plural von „das Schott“ gleichlautend ist mit dem Plural von „der Schotte“. Schottland, das Schott, die Abschottung, die Schotten.

Dann fragt man sich: Wenn Europa ein riesiges Schiff wäre, dann hätte man das, was im Schiffbau als sinnvoll gilt, nämlich Schottwände in den Rumpf einzuziehen, für Europa als wenig sinnvoll definiert. In Europa wären die innereuropäischen Grenzen die Schottwände gewesen und die europäischen Außengrenzen die Schiffsaußenhaut. Und die Leute, die die Schotten im Schiffsrumpf entfernt hätten, wären dann auch genau dieselben, die jetzt die allgemeine Panik managen. Sollte ich vielleicht deshalb panisch werden? Es gibt schließlich kaum etwas gefährlicheres, als die Kombination von Macht und Dummheit. Weswegen meinereiner lieber zu Fuß mit einem schlauen Hund spazieren geht, als auf einem kraftvollen, aber vergleichsweise dummen Pferd durch die Gegend zu reiten. Kann man überhaupt panisch werden, wenn man sich vorher erst überlegen muß, ob man´s werden soll?

Viele Jahre ist es her, daß meinereiner das Reiten erlernen wollte. Bis zu dem Tag, als das Pferd durchging und mit mir im Sattel durch einen gänzlich unschottischen Wald raste, den die Engländer genau deswegen noch nicht abgeholzt hatten, und zwar haarscharf an den Bäumen vorbei. Seitdem gilt: Lieber eine 500er Geländemaschine mit einem Zylinder statt vier Pferdefüßen. Die hat keinen eigenen Willen. Der Wille des Pferdes ist der Pferdefuß am Reiten, sozusagen. Wohl dem, der Beine hat, die er dazu nutzen kann, mit einem schlauen Hund spazieren zu gehen. Womit wir wieder beim Schiffbau und den Schotten wären. Und bei der Panik. Es stimmt nicht, daß die freie Assoziation völlig unnütz wäre. Gibt es Widerspruch? Diskutieren könnte man das, wenn man nicht gerade panisch von etwas anderem abgelenkt wäre. Ist die Absenz von Panik nicht eigentlich Voraussetzung für jede Kultiviertheit? Das Orchester an Bord der Titanic spielte bis zum letzten Moment. Panik konnte also einmal überwunden werden. Ob´s wohl heute noch geht?

Ist das Kultur, wenn heute einer mit einem Fahrradhelmchen auf dem Kopf und einem leeren Kinderanhänger hinten dran keuchend zum Supermarkt rast, um wenig später mit 500 Rollen Klopapier im Anhänger zurück in seine Höhle zu radeln? Im Neubaugebiet hat er sich einen Bunker gebaut, der aus Energiespargründen Fenster hat, die eher wie Schießscharten aussehen. Es ist auch nicht sicher, ob er das Helmchen zuhause abnimmt, oder ob er es nicht sogar noch als Schlafmütze aufbehält. Mir kommt das ziemlich unkultiviert vor.

Sich solchen „unzusammenhängenden Nonsens“ wie den, den Sie gerade lesen, im panischen Zeitalter überhaupt noch zu überlegen, scheint mir hingegen ein Ausweis von Kultiviertheit zu sein. Nein, ich bin nicht panisch. Deprimiert bin ich vielleicht ein bißchen. Ob´s wohl ein Fluch ist, daß der Mensch ein soziales Wesen ist? Will ich mit Panikern etwas zu tun haben? Ganz entschieden: Nein.

Ein offenbar kluger Mensch hat einmal behauptet, der Mensch sei ein Tier, genauer eine Bestie, die sich durch eine Hülle aus zivilisierter Kultiviertheit vor dem Bestialischen seiner Mitmenschen schütze, respektive seine Mitmenschen vor sich selbst, und daß diese Hülle im Verhältnis zum Volumen seines tierischen Daseins dünner sei als eine Eierschale im Verhältnis zu ihrem Inhalt. Zur Beschreibung von Schiffsrümpfen wird dieser Vergleich übrigens auch gern herangezogen. Für die Kultiviertheit ist die Panik in etwa das, was das Coronavirus für das Immunsystem ist oder das Messer fürs Frühstücksei. Panik ist entsetzlich unkultiviert. Weswegen der kultivierte Knigge sein Frühstücksei auch nicht köpft, sondern tischmanierlich mit dem Eierlöffel die Schale zerdeppert.

Rückblende

Es ist ein gutes halbes Jahrhundert her, daß unsere Dorfkirche einen neuen Fußboden erhalten hat. Die alten, schiefen und ausgetretenen Steinquader wurden aus dem Lehmboden entfernt – und dann dauerte es Monate, bis der neue Fußboden verlegt werden konnte. Der Grund: Unter den alten Steinquadern waren massenhaft menschliche Knochen entdeckt worden. Die Kirche war so alt, daß man nicht wissen konnte, ob es die Gebeine von Pestopfern aus dem 14. Jahrhundert gewesen sind oder die von Opfern aus dem Dreißigjährigen Krieg im 17. Jahrhundert. Oder vielleicht ganz andere. Das mußte also erst herausgefunden werden. Wozu, wußte ich damals nicht. Aber als Kind war mir damals auf jeden Fall klar: Die Leute, deren Körpern diese Knochen einst den aufrechten Gang ermöglicht hatten, waren evident nicht mehr am Leben. Die Geschichte mit den Knochenfunden unter der Kirche hat mich damals wochenlang beschäftigt. Im Zuge dieser Kirchensanierung wurde auch der Friedhof neu angelegt. Der Lehmboden wurde mit viel Sand aufgelockert, damit endlich die Sache mit den Wachsleichen aufhörte. Oft genug war es vorgekommen, daß wenige Stunden vor einer Beerdigung der Totengräber aufgeregt im Pfarrhaus erschien, um mitzuteilen, daß er beim Ausheben des Grabes auf einen intakten Sarg gestossen war, in dem eine wächserne Leiche lag, obwohl die Pachtdauer von dreißig Jahren für die Grabstätte bereits abgelaufen war. Ich habe mir damals schon überlegt, ob die Leiche wohl noch genügend Geld einstecken hatte, um die Parkdauerüberschreitung zu bezahlen. Jedenfalls sollte damals auch eine Aussegnungshalle gebaut werden, in welcher die Toten bis zu ihrer Beerdigung aufgebahrt werden konnten. Bis dahin sind sie nämlich in ihren Häusern aufgebahrt worden, ehe sie „mit den Füßen voraus“ zur Eingangstür hinaus in einem langsamen Zug zum Friedhof getragen wurden.

Auf den Bauernhöfen im Dorf lebten damals drei Generationen unter einem Dach. Der Altbauer mit der Altbäuerin, der Bauer mit seiner Frau und den Kindern. Geburt und Tod habe ich in meiner Kindheit ganz selbstverständlich miterlebt. Gab es einen neugeborenen Dorfbewohner, dann haben ihn sich die meisten anderen Dörfler bei nächster Gelegenheit anläßlich eines Besuchs angesehen, ihre Glückwünsche vor allem der frischgebackenen Mutter ausgesprochen und oft ein Geschenk mitgebracht. Und wenn die Alten gestorben sind, versammelte sich die Gemeinde zu ihrer Beerdigung. Kein Traktor fuhr währenddessen lärmend die Dorfstraße entlang. Das hat meine Sicht auf das Leben, auf Krankheit, Altern und Tod wesentlich geprägt. Und es ist wahrscheinlich diese Prägung, die mich heute vor der Panik schützt. Kein Mächtiger kann mich mit der Möglichkeit meines Todes ängstigen. Es ist nicht so, daß ich mich nicht an die empfohlenen Verhaltensweisen halten würde, die bei der gegenwärtigen Pandemie kursieren. Das tue ich schon. Aber nicht, weil ich panisch wäre, sondern weil alles andere einfach unvernünftig ist. Wenn es mich erwischt, dann werde ich eben zu Knochen unter dem Kirchenboden. Oft genug bin ich vor dem Grab eines ganz bestimmten Dorfbewohners gestanden, den ich zwar persönlich nie kennengelernt hatte, der aber auch nicht im Dorf, sondern weit weg auf dem Soldatenfriedhof von Monte Cassino in Italien bestattet worden ist. Allerdings wußte ich, was er zu seinen Lebzeiten wahrgenommen hatte. Vor seinem Grab fern der Heimat stehend, konnte ich ihn vor genau dem Ofen in genau dem Bauernhaus sehen, in welchem ich mir nur 30 Jahre nach ihm, genau wie er, nach der Schlittenfahrt am grauen Winternachmittag die nassen Lederstiefel ausgezogen habe, um meine eiskalten Füße zu wärmen. Das war nämlich das Haus, in dem er seine Kindheit verbracht hatte und es war seit seiner Zeit unverändert geblieben. Die Schlittenwiese am Hang lag direkt daneben. Und auch sie war noch immer dieselbe gewesen wie zu seiner Zeit. Er wurde zwanzig Jahre alt, ich werde dieses Jahr sechzig, so Gott will. Nein, ich bin nicht kirchengläubig, aber ich habe ein – wie soll ich das nennen – Glaubenskonzentrat in mir, die Essenz des Glaubens, welche mir die Angst nimmt. Womit wir endlich beim Punkt wären, der völlig kontraprodukltiven Selbstüberschätzung des Zivilreligiösen, der sich mit seinem Verstand partout erklären will, wofür sein Verstand niemals ausreicht. Diese Selbstüberschätzung kann instrumentalisiert werden von Dritten, indem sie ihm in ihrem eigenen Interesse das erklären, woran er selbst vergeblich herumknabbert. Man nennt diese Weltenerklärer auch Ideologen.

Der Punkt

Furchtbar armselig ist das Leben geworden, seit es nicht mehr einfach so kommt, daß man sich um es kümmern muß, ob man will oder nicht, seit es also „geplant“ wird in der  Demografieplanwirtschaft. Weil man sich die Fortpflanzung leisten können muß. Und furchtbar armselig ist auch, daß der moderne Mensch oft nicht mehr mitbekommt, wie das Leben altert und vergeht. Die Alten leben oft gut versteckt in sogenannten Seniorenheimen. Die werberelevante Zielgruppe ist eine Gottheit geworden, eine ziemlich armselige Gottheit, die inzwischen öffentlich frohlockt, das Coronavirus werde wohl hauptsächlich die Alten dahinraffen, diese Umwelt- und Nazisäue, welche ihre junge und werberelevante Welt an die Wand gefahren haben.

Doch sind es diese Jungen selbst, die nicht mehr einfach so das Licht der Welt erblickt haben, sondern geplant worden sind. Es sind auch diese Jungen selbst, denen die Alltäglichkeit des Todes fremd ist. Irgendwo im Hinterkopf haben sie es schon, daß sie eines Tages nicht mehr da sein werden, aber hey, bis dahin ist Party und Klugscheißerei. Wenn es vorbei ist mit ihnen, dann ist alles aus. Was haben sie denn noch, außer ihrem bißchen Leben? Die Erwartung des totalen Nichts danach. Kein Himmel, keine Hölle, sondern das Nichts. Keinen Maßstab haben sie mehr außer sich selbst und ihrer zusammengedachten, utopischen „Menschlichkeit“, mit der sie die „Welt retten“ wollen. Wehrlos und geistig kraftlos sind sie geworden. Fakten schaffen ausgerechnet diejenigen, die „naiv“ und „zurückgeblieben“ genug sind, die Gegenwart von 72 Jungfrauen als den Gipfel allen Glücks zu begreifen, und daß der außerhalb ihres irdischen Lebens liege.

Und so fürchtet sich der moderne und aufgeklärte Zeitgenosse, – der junge Mensch in seinem Wahn vor allem, daß er, weil er keinen überkommenen Glauben mehr hat, an gar nichts glaube, obwohl er Glaubenssurrogaten en masse huldigt -, vor allem vor seiner eigenen Abwesenheit. Ein Zivilreligiöser ist er geworden, ohne daß es ihm aufgefallen sein kann, da ihm der Vergleich mit dem Religiösen schon gar nicht mehr zur Verfügung steht. Aber nichts hilft. Seine schrecklichste Vorstellung bleibt, daß er nicht mehr da sein könnte. Das macht ihn lenk- und steuerbar.

Keiner mehr, der sein Leben noch vertrauensvoll in Gottes Hände legen würde, voll der Zuversicht von Genua aus den Seeweg nach Indien zu erkunden, um nebenher Donald Trump und seine republikanischen Indianer zu entdecken. Vorbei die Zeit, als mit dem Wissen um die eigene Sterblichkeit auch eine großartige Hoffnung verknüpft gewesen ist. Die große Armseligkeit wird umgemünzt in eine „aufgeklärte Befreiung von überkommenen Zwängen“. Als ob sich die Gesetzmäßigkeiten des Lebens je geändert hätten.

Hochmut kommt vor dem Fall

Daß die Coronakrise dazu genutzt werden wird, Tatsachen zu schaffen, die nach dem Abklingen der Pandemie nicht so ohne weiteres wieder rückgängig zu sein machen werden, liegt auf der Hand. Die Coronakrise wird nämlich zu einer handfesten Wirtschafts- und Währungskrise führen. Produktionsketten werden unterbrochen sein, Produkte nicht fertiggestellt werden können, daher als unfertig entweder auf Halde produziert werden oder eben gar nicht. Es wird eine Masse an Firmenpleiten geben, in deren Folge es zu Kreditausfällen bei den Banken kommt, das eine wird das nächste mit in einen endlosen Abwärtsstrudel ziehen. Arbeitslosigkeit und die ganze teure Not.

Und schon stehen sie da, die Profiteure der politischen Macht, und versprechen, die ganze Landschaft mit frisch gedrucktem Geld zuzuscheißen. Von der Verstaatlichung wichtiger Industrien ist bereits die Rede. Da geht ein langgehegter Plan endlich auf. Ob die Coronakrise als zufälliges Helferchen aufgetaucht ist, oder ob sie nicht aus genau diesem Grund überhaupt erst geschaffen wurde, läßt sich mit letzter Sicherheit nicht sagen und es ist fraglich, ob jemals herauskommen wird, wie es rückblickend damals, anno 2020, wirklich gewesen ist. Die Wirkung der Coronakrise wird klar sein, ihre Ursachen werden wohl ewiger Quell aller möglichen Spekulationen bleiben.

Fest steht zweierlei. Erstens: „Die politische Kaste muss ihre Existenzberechtigung beweisen, indem sie etwas macht. Weil aber alles, was sie macht, alles viel schlimmer macht, muss sie ständig Reformen machen, das heißt, sie muss etwas machen, weil sie etwas gemacht hat. Sie müsste nichts machen, wenn sie nichts gemacht hätte. Wenn man nur wüsste, was man machen kann, damit sie nichts mehr macht.“ (Roland Baader)

Zweitens: „Es gibt keine Möglichkeit, den finalen Zusammenbruch eines Booms zu verhindern, der durch Kreditexpansion erzeugt wurde. Die einzige Alternative lautet: Entweder die Krise entsteht früher durch die freiwillige Beendigung einer Kreditexpansion, oder sie entsteht später als finale und totale Katastrophe für das betreffende Währungssystem.“ (Ludwig von Mises)

Schlußfolgerung

Wir Deutschen werden uns dann, wenn das nach dem Abflauen der medizinischen Pandemie und der wirtschaftlichen Katastrophe unter den dann geltenden Bedingungen überhaupt noch möglich sein sollte, dringend derer in der Politik entledigen müssen, welche im übertragenen Sinne die Schotten aus dem Schiffsrumpf geschlagen haben. Nie wieder dürfen ideologische Traumtänzer zu Lenkern unserer Geschicke werden. Ich kann die Wörter Menschheit, Planet und Weltklima nicht mehr hören. Ich bekomme Ausschlag davon. Es wird zu gelten haben, daß größtmögliche Autarkie in jeder Hinsicht Priorität hat und daß das Subsidiaritätsprinzip hochgehalten wird. Verlasse dich auf dich selbst, sonst bist du verlassen. Internationale Abhängigkeiten der existentiellen Art dürfen nie wieder entstehen. Wir müssen uns im Notfall aus unserer eigenen Landwirtschaft heraus ernähren können. Wir müssen auch alles selbst produzieren können und wir müssten in Kauf nehmen, daß wir als rohstoffarmes Land auch eine andere Lebensweise entwickeln müssten, als Länder, die mit Rohstoffen gesegnet sind. Keinesfalls müssen wir in einen Wohlstandswettstreit mit anderen Ländern treten. Handel ja, aber Lebensnotwendiges ins Ausland zu verlagern, ist suizidal. Unser Geld muß nicht hauptsächlich gedruckt -, sondern durch reale Werte gedeckt sein. Sonst haben wir kein Geld mehr, sondern nur bunte Papierschnipsel. Sowie man diesen Grundsatz aufgibt, präsentiert man seine wirtschaftliche Existenz Wirtschaftstheoretikern und Ideologen als Spielball auf dem Tablett.

Auch da hilft wieder der Blick zurück ins Dorfleben. Die Böden unserer Bauern waren steinig und nicht sehr ertragreich. Die Bauernhöfe waren klein, der Wohlstand vergleichsweise gering. Das formte Charaktere und Lebensgewohnheiten. Reiche Bauern gab es in Oberbayern oder in Niederbayern, nicht im südlichen Mittelfranken. Aber wir hatten ein Leben. Und es war schön und so frei, wie es nur sein konnte. Es galten wenige, aber unumstößliche Regeln.

Noch einmal Roland Baader: „Schickt euer Millionenheer von Faulärschen und parasitären Umverteilern nach Hause, Eure Vor- und Nachdenker moderner Wegelagerei und Strauchdiebeskunst, eure Bataillone von Steuerfilzproduzenten, Labyrinth-Pfadfindern und Paragraphen Desperados, eure Funktionärs Brigaden von Verordnungsguerilleros und Stempelfuchsern, all die nutzlosen Formularzähler und Arbeitsverhinderungsfürsten …“ – Mit anderen Worten: Wer den Frieden im Land will, der sorgt erst einmal dafür, daß er unangreifbar ist. Wer über die Essentials zum physischen Überleben verfügt, braucht einen Wirtschaftskollaps im globalen Maßstab nicht zu fürchten. Wer die Kontrolle über seine eigenen Grenzen hat, der hat auch die Kontrolle über sein eigenes Leben. Lebensqualität und Lebensfreude hängen nicht an der Materie. Betreibt Handel in jeder denkbaren Form untereinander und regelt so viel wie möglich selbst. Findet euch damit ab, daß der Geschicktere, der Zielstrebigere und der Klügere dabei reich werden könnte. Daß er dadurch glücklicher wird, als einer, der sein Lebensglück auf andere Weise findet, ist noch lange nicht gesagt. Kümmert euch um euren eigenen Kram, anstatt zu fordern, was andere Leute ständig müssen sollen. Bekommt endlich diese wahnsinnige Staatsgläubigkeit aus euren Schädeln heraus. Außerdem: Nicht derjenige ist souverän, der viel hat, sondern derjenige, der wenig braucht. Materialismus macht abhängig. Schlichtweg wahnsinnig ist es, sein Schicksal in die Hände von traumtänzerischen Utopisten zu legen. Nach Corona und allem, was damit zusammenhängend noch kommen wird, muß es heißen: Nie wieder! Ein glückliches, zufriedenes, freundliches und friedfertiges, mit der Realität des menschlichen Seins versöhntes und unangreifbares Volk in der eigenen Nation zu sein, ist beileibe kein Ding der Unmöglichkeit.

Um es in ein Bild zu packen: Beheizte und klimatisierte Fahrersitze mit integrierter Arschbackenmassage und Furzabsaugung in einem E-Auto mit zweieinhalb Tonnen Leergewicht braucht kein Mensch. Verlaßt euch darauf: Die Weiber hätten auch dann noch einen Geschlechtstrieb, wenn ihnen niemand mehr ein 100.000-Euro-Auto balzend vor ihre geschminkten Äuglein stellt. Es gibt ein Leben in Freiheit. Hört endlich damit auf, euch ständig Angst machen zu lassen.

Bonusmaterial: Der Bundesgeistertag

Jetzt aber wirklich ganz zum Schluß noch dieses Bonusmaterial: Der Bundestag hat zugemacht. Kein Mensch mehr dort. Das wird eine ganze Weile so bleiben. Einer der letzten, der sich am gestrigen Freitag noch von dort gemeldet hat, ist Peter Boehringer von der AfD gewesen.  Graf Alexander von Lambsdorff (FDP) ist mit dem Coronavirus infiziert. Horst Seehofer wollte der Kanzlerin zuletzt schon die Hand nicht mehr geben.

Bei „Cicero“ gibt es ein interessantes Interview mit Christian Pestalozza dazu. Er ist emeritierter Professor für Staats- und Verwaltungsrecht an der Freien Universität Berlin. Die zentrale Frage lautet, was denn eigentlich vorgesehen ist für den Fall, daß die gesamte Spitzenebene der deutschen Politik am Coronavirus laboriert und teilweise wegstirbt. Pestalozza sieht das ziemlich gelassen. Er sagt: „Je mehr Sie sich von der politischen Spitze entfernen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie auf Fachkräfte treffen. Eine politische Spitze ist nicht automatisch eine fachverständige.“ – Schade, daß er damit nur den Nagel auf den Kopf getroffen hat und nicht das Coronavirus.

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