Neues von Steinmeiers Lieblingen: Iran lässt jährlich tausende Homosexuelle zwangsoperieren

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Hinrichtujng oder Zwangs-OP für schwule/lesbische Iraner (Symbolbild:Imago/FutureImage)

Teheran / Berlin – Wie Jens Spahn das wohl findet? Neues aus dem Land der Busenfreunde von Frank-Walter Steinmeier und Heiko Maas: Im Iran sollen jährlich tausende Homosexuelle zwangsoperiert werden; es ist oft die einzige Alternative zu lebenslanger Freiheits- oder gar Todesstrafe. Auf diese Weise will das Mullah-Regime die „widernatürliche Geißel“ Homosexualität „auslöschen“.

Wie übrigens auch in den sozialistischen Diktaturen der Geschichte und Gegenwart gelten gleichgeschlechtliche Neigungen im Iran generell als Krankheit, die durch brachiale operative Eingriffe oder Hormonbehandlungen notfalls wegzutherapieren ist. Wie das schwule Web-Magazin „Die Mannschaft“ unter Berufung auf iranische Menschenrechts- und Homosexuellen-Aktivisten berichtet, kommen jährlich tausende Schwule und Lesben unters Messer – deklariert als Fälle von „operativer Geschlechtsangleichung“, die bereits seit 1987 im Iran erlaubten sind. Die Betroffenen ersparen sich damit zwar die üblichen strafrechtlichen Konsequenzen ihres Sexual- und Liebeslebens, die von Haft, Folter mit Peitschen- und Stockhieben bis hin zum Tod am Baukran reicht.

Geschlechtsangleichung oder Strick

Die persische LGBTIQ-Aktivistin Shadi Amin warf vergangene Woche der iranischen Regierung menschenunwürdige Zwangsoperationen vor: „Die Regierung glaubt, dass schwule Männer die Seele einer Frau besitzen und daher ihren Körper anpassen müssen“, erklärte Amin gegenüber den britischen Medien. Offiziellen Angaben zufolge würden pro Jahr über 4.000 geschlechtsangleichende Operationen durchgeführt, wobei die Dunkelziffer deutlich darüber liegen dürfte. Nach den Operationen, schreibt die „Mannschaft“  würden die homosexuellen Männer und Frauen meist von ihren Familien verstoßen und litten unter Depressionen; manche begehen Suizid.

Die Regierung in Teheran biete den Betroffenen keinerlei Unterstützung oder psychologischen Beistand an. Es ist nur eine von unendlich vielen Facetten eines barbarischen Unrechtsregimes, einer bestialischen faschistischen Politik der Menschenverachtung, deren Repräsentanten das deutsche Staatsoberhaupt und der deutsche Außenminister regelmäßig bis zum Anschlag in die Rosette kriechen, Glückwünsche, diplomatische Gunstbezeugungen und Unterwürfigkeitsgesten entbieten.

Die 57-jährige Amin selbst war vor 40 Jahren, ein Jahr nach der iranischen Revolution, aufgrund ihres politischen Engagements zur Flucht aus dem Iran gezwungen und lebt heute in Deutschland als Exilantin. Sie leitet ein „Netzwerk für lesbische und transgender Iraner*innen“ namens 6Rang.org leitet. (DM)