Coronavirus: Gehen bald die Medikamente aus?

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Foto: Imago

Dass fast die ganze Welt am Tropf von China hängt, ist eine bekannte Tatsache und ist der Globalisierung, der Profitgier der Konzerne aber auch dem allgemeinen Konsumrausch und dem Wunsch nach billigen Produkten geschuldet.

Jetzt aber, in Zeiten des Coronavirus sind die negativen Folgen dieser Globalisierung aber auch der Ideologie der offenen Grenzen unübersehbar.

Und da auch sehr viele Medikamente in Asien hergestellt werden, könnte es bald zu gefährlichen Engpässen kommen. Das erkennt man auch – wenn man zwischen den Zeilen lesen kann – an dieser Meldung:

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt will eine zuverlässige Arzneimittelversorgung in Deutschland durchsetzen. Das berichtet „Bild“ (Mittwochausgabe) unter Berufung auf ein Papier der CSU-Landesgruppe. Demnach soll zunächst eine Souveränitätsliste erstellt werden, „die festlegt, welche Wirkstoffe für die medizinische Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger unentbehrlich sind und bei denen es auf keinen Fall zu Lieferengpässen kommen darf“.

Dazu zählen beispielsweise wichtige Wirkstoffe für Krebsmedikamente oder Schmerzmittel. Als zweiter Schritt muss aus Sicht der CSU-Landesgruppe dann der Aufbau einer nationalen Medikamentenreserve beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erfolgen. Dort müssten „die wichtigsten Wirkstoffe ständig und in ausreichender Menge“ verfügbar gehalten werden.

Darüber hinaus sollen einheimischen Pharma-Unternehmen gezwungen werden, „besonders wichtige Grundstoffe und Medikamente“ künftig wieder in Europa und nicht mehr in Asien zu produzieren, um Lieferengpässe zu vermeiden. Dobrindt bestätigte die Pläne gegenüber „Bild“: „Die Versorgung der Bürger mit Medikamenten ist eine Frage der nationalen Souveränität. Wir dürfen bei Arzneimitteln nicht am Tropf Asiens hängen.“

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Notfallregelung für Abiturprüfungen wegen Corona-Epidemie geplant

Angesichts der Corona-Epidemie will sich die Kultusministerkonferenz (KMK) auf eine bundesweite Notfallstrategie für die Abiturprüfungen verständigen. Bei ihrer Sitzung am Donnerstag und Freitag in Berlin würden sich die Kultusminister der Länder „intensiv zum Umgang mit den Corona-Virus austauschen, insbesondere auch zur Frage, wie das Abitur 2020 unter diesen Bedingungen stattfinden kann“, sagte die KMK-Präsidentin und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben). „Das betrifft die schriftlichen Prüfungen mit den zentralen Elementen sowie die Termine für das mündliche Abitur. Die Länder werden ein gemeinsames Vorgehen bei den zentralen Elementen für das Abitur 2020 beraten.“ In den vergangenen Tagen und Wochen war es vielerorts zu Schulschließungen und anderen Quarantäne-Maßnahmen gekommen, zum Teil waren davon auch Abiturjahrgänge betroffen. In den meisten Ländern beginnen in den nächsten Wochen die schriftlichen Prüfungen, am 30. April steht der bundesweit zentrale Termin für die Deutschklausuren an, am 5. Mai folgen die Klausuren in Mathematik.

Hubig erwartet neben Notfallplänen für das Abitur auch Lösungen für andere Bereiche im Bildungssystem. „Gleiche Überlegungen müssen selbstverständlich auch für die Prüfungen an beruflichen Schulen, für die Fristen zur Zulassung zum Studium sowie für anstehende Staatsexamina und zentrale Prüfungen an unseren Universitäten angestellt werden“, forderte sie. Die nordrhein-westfälische Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat bereits einen Notfallplan für die Abiturprüfungen erarbeitet, der in dieser Woche an die Schulen verteilt werden soll und den Funke-Zeitungen vorab vorlag.

Für den Fall, dass Abiturprüfungen wegen Quarantäne-Regelungen nicht geschrieben werden können, sollen die betroffenen Schüler die versäumten Abitur-Klausuren an den zentralen Nachschreibeterminen schreiben. Um faire Prüfungsverfahren auch bei zeitweise geschlossenen Schulen sicherzustellen, sollen die Lehrer Unterrichtsmaterial digital oder per Post bereitstellen. „Die Verunsicherung durch Corona ist überall zu spüren, auch in den Schulen“, sagte Gebauer den Funke-Zeitungen.

Alle, die derzeit intensiv mit den Abiturprüfungen beschäftigt sind, bräuchten Klarheit. Oberste Priorität habe die Gesundheit. „Aber natürlich müssen wir als Land auch sicherstellen, dass die Abiturprüfungen abgelegt werden können, sofern sich die Lage nicht dramatisch verändert.“

Merkel plant Corona-Gipfel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Freitag mit Spitzenvertretern von Arbeitgebern und Gewerkschaften über weitere Anti-Krisen-Maßnahmen in Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland beraten. Das berichten die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ in ihren Mittwochausgaben unter Berufung auf „Regierungskreise“. Das Gespräch soll um 18 Uhr im Kanzleramt stattfinden.

Teilnehmen sollen auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Finanzminister Olaf Scholz (beide SPD). Das Bundeskabinett hatte am Dienstag ein Gesetz auf den Weg gebracht, das eine massive Ausweitung der Kurzarbeit vorsieht. Gesprochen werden solle „über die Auswirkungen des Coronavirus` auf die deutsche Wirtschaft und mögliche wirtschaftspolitische Gegenmaßnahmen“, heißt es in der Einladung zu dem Treffen.

Laut Abfrage der dts Nachrichtenagentur bei den Landesministerien, Städten und Kreisen gab es in Deutschland bis Dienstagabend mindestens 1.550 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus, rund 25 Prozent mehr als am Vortag.

Krisenstab fasst Beschlüsse – Sonntagsarbeit wird gelockert

Der Krisenstab der Bundesregierung hat am Dienstag Beschlüsse gefasst, um die Corona-Krise zu bewältigen. Um Versorgungsengpässen entgegenzuwirken, würden die Länder aufgefordert, eine Ausnahme vom Verbot der Sonntagsarbeit zu erlassen, hieß es nach dem Treffen. Eine entsprechende Rechtsverordnung werde vorbereitet.

Auch die Kontrolle des Sonn- und Feiertagsagsfahrverbots für Lkw soll zunächst bis zum 5. April ausgesetzt werden. Der Krisenstab empfiehlt die Absage aller öffentlichen und privaten Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 erwarteten Teilnehmern. Die Bundespolizei werde ihre Kontrollen „insbesondere an den Südgrenzen noch einmal intensivieren“, hieß es außerdem zu den Beschlüssen des Krisenstabes, ohne genauere Erläuterung.

Das Auswärtige Amt rät unterdessen nun offiziell von Reisen nach Italien ab.

Über 1.500 bestätigte Coronavirus-Infektionen in Deutschland

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus hat in Deutschland am Dienstag die Marke von 1.500 Personen überschritten. Eine Abfrage der dts Nachrichtenagentur bei den Landesministerien, Städten und Kreisen ergab bis Dienstagabend mindestens 1.550 laborbestätigte Nachweise. Davon sind 652 aus NRW und darunter 365 aus dem Kreis Heinsberg.

Bezogen auf die Einwohnerzahl hat NRW mit 3,6 bestätigten Infektionen je 100.000 Einwohner auch die höchste Dichte, klammert man den Kreis Heinsberg aus, liegt der Wert bei 1,6 und ist eher im Mittelfeld. Bremen hingegen kommt auf 3,2 bestätigte Infektionen je 100.000 Einwohner, Baden Württemberg auf 2,5, Bayern auf 2,4. Es folgen Hamburg (1,9), Berlin (1,6), Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern (je 0,8), das Saarland (0,7), Rheinland-Pfalz (0,6), Hessen (0,5), Sachsen (0,4), sowie Thüringen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Brandenburg mit jeweils 0,3 bestätigten Infektionen je 100.000 Einwohner.

Eishockey-Liga beendet Saison wegen Coronavirus

Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) beendet die Saison wegen des Coronavirus mit sofortiger Wirkung vorzeitig. Die anstehenden Playoffs könnten nicht mehr durchgeführt werden, hieß es in einer Mitteilung am Dienstag. Grund dafür seien die Verbote diverser Bundesländer, Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern stattfinden zu lassen.

„Dass wir die Entscheidung so treffen müssen, tut uns für alle Clubs, Partner und insbesondere Fans in ganz Deutschland unheimlich leid“, sagtte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. Aufgrund der vorzeitigen Beendigung der Saison gibt es in diesem Jahr keinen Deutschen Meister. Als Hauptrundensieger vertritt der EHC Red Bull München gemeinsam mit den Adlern Mannheim, den Straubing Tigers und den Eisbären Berlin die DEL in der Champions Hockey League.

Berlin sagt Veranstaltungen in Theater, Oper und Konzerthäusern ab

Berlin sagt wegen der Corona-Krise kulturelle Veranstaltungen ab. „Mit dem Ziel, die dynamische Verbreitung des Coronavirus zu hemmen, habe ich entschieden, dass in den staatlichen Theatern, Opern und Konzerthäusern die geplanten Veranstaltungen in den Großen Sälen ab 11. März vorerst bis 19. April nicht mehr stattfinden“, sagte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Dienstag. Von einem Verbot von Großveranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmern wie in Bayern und NRW war in der Bundeshauptstadt aber zunächst nicht die Rede.

Auch für die in Berlin besonders aktive Feierkultur mit Technoclubs und Diskotheken wurden zunächst keine Einschränkungen seitens der Behörden bekannt. Nach Teilnehmerinformationen verzeichneten viele Clubs aber letztes Wochenende schon eine spürbar niedrigere Publikumsnachfrage.