Chez Krömer zum Fremdschämen

0
Krömer - Steinbach (Bild: Screenshot)

In der aktuellen Ausgabe des rbb-Formats „Chez Krömer“ (Bei Krömer) des öffentlich-rechtlichen Komikers Kurt Krömer ist Fremdschämen angesagt. In besonders abstoßender, ja ehrabscheindenden Art und Weise versucht der Spaßmacher, die meinungsstarke ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach vorzuführen. Der Erfolg ging gegen Null. 

„Chez Krömer“ klingt gemütlicher als es ist. Auf der Bühne im abgewetzten Amtsstuben-Flair ist Kurt Krömer Gastgeber und Unruhefaktor zugleich. Ob absurd-naive Fragen, böser Witz oder präziser Konter: Der Gast, im Verhörraum platziert, ist dem unberechenbaren Krömer ausgeliefert“, heißt es im Antexter zu dem 30-minütigen „Verhör“. Die Auswahl der Gäste soll laut Krömer alias Alexander Bojcan dabei auch nach seiner persönlichen Abneigung gegen sie richten. So waren seit Sendebegin im September 2019 die CDU-Hoffnung Philipp Amthor, der Enteignungskünstler Kevin Kühnert, der Nackedei und Merkel-Fan Sophia Thomalla oder der demaskierte SPD-Darsteller Raed Saleh geladen.

In dieser Woche holte sich Krömer die ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach in seinen „Verhörraum“. Die 76-jährige Vorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung trat 2017 aus der CDU nach 43 Jahren wegen Merkels unverantwortlicher „Flüchtlingspolitik“ aus. Dem Format treu, hackt Krömer sodann auf Steinbach ein, bedient sich des unerträglichen Michel-Friedman-Stils bis er schlussendlich – sichtlich überfordert – Sätze wie nachfolgende über die hoch gebildeten Steinbach in den öffentlich-rechtlichen Orbit entlässt.

„Sie tun mir leid. Was sie im Fernsehen sagen, ekelt mich an, kotzt mich an, es widert mich an“. Über das Konzept der mit Zwangsgebühren bestrittenen Sendung sagt Krömer: „Wir laden uns Arschlöcher ein und wir laden uns Freunde ein und ich sag nicht wer wer ist“. „Auf der einen Seite verstehe ich sie nicht“, so der sichtlich überforderte Krömer – in einer faktenlosen Dauerschleife gefangen – um nochmals zu wiederholen: „Auf der einen Seite sind Sie eine tragische Figur – auf der anderen Seite tun Sie mir leid“. Dem Krömerschen Geplappere entgegnet Steinbach, dass sie sich in der gestellten Verhörzelle schon mal für die Zukunft übt, da man ja nicht wisse, wie lange man die Meinungsfreiheit noch hat, ohne ins Gefängnis eingesperrt zu werden. Daraufhin ertönt Empörung aus Krömers Publikum, das der Spaßmacher mit der Aufforderung an Steinbach verknüpft, nicht immer „den gleichen Scheiß“ zu erzählen. Die Gefahr sein nun groß, dass er „über den Tisch kotze“.

Unvermeidlich dann die Frage nach der MP-Wahl in Thüringen und dem AfD-Politiker Höcke und ob sie sich nach der Wahl des FDP-Mannes Kemmerichs vor lauter Freude im „Keller einen Rotkäppchensekt von 1938“ aufgemacht habe. Was Steinbach dem Berufsentrüster dann entgegenhält, zeigt auf, dass Krömer vielleicht billigen Klamauk zustande bringt, eine meinungsstarke Persönlichkeit wie Steinbach aber nicht im Ansatz das Wasser reichen kann.

So sehen es – neben Kommentaren, die in der Boshaftigkeit jenen von Krömer in nichts nachstehend – doch eine nicht geringe Anzahl von Kommentatoren:

„Da argumentiert ja jeder Rütlischüler besser als dieser Krömer , richtig am Fremdschämen.“

Hier der ganze öffentlich-rechtliche „Verhör-Spaß“, oder – mit Steinbachs Worten: „Viel Vergnügen bei dieser absurden Sendung….“

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram