Realfaschistischer FDJ-Aufmarsch in Zwickau: Die linke Lust am Totalitarismus

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FDJ-Aufmarsch in Zwickau (Screenshot:Youtube)

Mit diesen „Blauen“ haben Deutschlands Linksparteien von CDU bis zum Ex-SED-Original bezeichnenderweise keine Probleme: Unter der Devise „30 Jahre sind genug! Revolution und Sozialismus“ marschierten am Samstag Jugendliche in den Blauhemden, unter den Symbolen der DDR-Staatsjugend durch die sächsische Stadt. Öffentliche Empörung über diese Verherrlichung der letzten Diktatur auf deutschem Boden? Natürlich Fehlanzeige, im neuen deutschen Linksstaat. Besonders pervers: Unter den bundesweit angereisten Demonstranten waren auch 10-11jährige Kinder, die von ihren eigenen Eltern in die SED-Nachwuchstracht gesteckt wurden.

Die Vereinnahmung der Jüngsten fanden die Organisatoren abstrusen Happenings natürlich alles andere als problematisch. Die Argumentation ist dieselbe wie bei den Klimaschützern (und wie bei Fanatikern zu allen Zeiten, ob in religiösen Sekten oder einst bei glühenden NS-, Stalin- oder Mao-Anhängern): Wenn es um die „richtige“, unfehlbare Sache geht, gibt es kein Mindestalter. „Einige von ihnen sind schon seit Jahren Mitglied. Sie wollen eine Zukunft, in der es keinen Krieg gibt. Und dafür können auch schon Elfjährige sehr souverän einstehen!“, so der Sprecher der Polit-Zombie-Veranstaltung, Jan Haas, laut „MDR Sachsen„.

Die Aktion soll den Auftakt einer „Kampagnentour“ im Rahmen der sogenannten „antikapitalistischen Kampagne“ bilden , die als Grusel-Tournee demnächst ihre Fortsetzung in Rostock, Halle, Jena und Eisenhüttenstatt finden wird, so Haas. Die Linksextremen haben sich Zwickau hierbei bewusst herausgesucht, weil sie „als VW-Standort mit im Mittelpunkt der Kapitalismuskritik“ stehe. Für Haas und seine uniformierten Mitstreiter wurde die DDR vor 30 Jahren übrigens „annektiert“; die Rückkehr zum Sozialismus ist für sie der einzig heilbringende Weg aus „Kapitalismus und Krieg“.

Der Linksstaat macht das Bekenntnis zur DDR wieder salonfähig

In Merkeldeutschland, wo jenseits von Sozialisten und Linksgrün-Ideologen ohne Übergang direkt die Grenze zum Rechtsextremismus verläuft, wird die letzte Diktatur auf deutschem Boden zunehmend en vogue. Die 30 Jahre allenfalls im Stillen gepflegte Nostalgie und Sehnsucht der deutschen Linken nach der DDR, wo sich Andersdenkende wegsperren, psychiatrisieren oder außer Landes schaffen ließen und der Staat alle Lebensbereiche kontrollierte, weicht zunehmend dem unverhohlenen, offenen Bekenntnis zum Neosozialismus, das auch vor dreister Verklärung  des Arbeiter- und Bauernstaats und schließlich dem Ruf nach seiner Wiederauferstehung nicht halt macht.

Dieser Trend wird auch im öffentlichen Raum immer deutlicher sichtbar – und es ist erschütternd, wie wenig die Deutschen aus ihrer Geschichte gelernt haben und wie sehr sie bereit sind, den Gespenstern der Vergangenheit erneut zu folgen. Damit sind nicht die der Dreißiger Jahre gemeint, die außer in der medialen Halluzination wirklich nirgendwo Parallelen im hier und Jetzt haben – sondern die 40 Jahre des DDR-Unrechtsstaats, die immer mehr Wirrköpfe am liebsten reaktivieren würden und nun sogar mit ihren Insignien aufmarschieren. Beunruhigenderweise hielten sich die Proteste von Passanten und Bürgern über den Aufmarsch in Grenzen; stolz berichtete Haas, dass viele sogar ihre Zustimmung zur „neuen“ FDJ signalisiert hätten. Über ihre „Anfänge“ ist diese Entwicklung offenbar längst hinaus. (DM)

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