Vor Bayern-Kommunalwahlen: Lokalpresse mobbt Mühldorfer AfD-Landratskandidaten

0
Foto: Collage

Passau / Mühldorf – Mit welchen unsauberen Methoden deutsche Journalisten und Provinz-Schreiberlinge bis in die Niederungen der Lokalpresse hinab versuchen, die AfD von der demokratischen Teilhabe auszuschließen und zu deren Ungunsten politische Wettbewerbsverzerrung zu betreiben, lässt sich derzeit mustergültig im Vorfeld der bayerischen Kommunalwahlen am 15. März studieren: Im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn wird der AfD-Landratskandidat, Martin Wieser, mit perfiden Methoden von der örtlichen Presse kujoniert.

Der „Mühldorfer Anzeiger“, die regionale Tageszeitung mit der größten Verbreitung im Kreis, hatte im Februar alle Landratskandidaten aufgefordert, eine Kurzvorstellung ihrer Person nebst Darlegung der politischen Positionen und Ziele einzureichen. Auch AfD-Kandidat Wieser kam dieser Bitte gerne nach. Als er jedoch am vergangenen Samstag die Zeitung aufschlug, traute er seinen Augen nicht: Auf Seite 1, in prominenter Platzierung, wurden die Landratskandidaten sämtlicher Parteien vorgestellt – mit Ausnahme Wiesers. Der 49-jährige AfD-Kandidat wurde mit keiner Silbe erwähnt.

Martin Wieser (Foto:privat/facebook)

Weiter hinten, nach Überblättern unzähliger Werbeanzeigen und belangloser Lokalbeiträge, fand sich auf Seite 22 (!) derselben Ausgabe dann doch noch die Stellungnahme des AfD-Kandidaten – aber wie: Das von Wieser eingereichte Manuskript war stark verändert und anscheinend vorsätzlich mit Rechtschreibfehlern versehen worden, die im eingereichten Original nicht enthalten waren. Offenbar sollte gezielt der Eindruck erweckt werden, dass Wieser sprachlich oder gar geistig beschränkt sei. „Es kam rüber, als ob der AfD-Bewerber nicht bis drei zählen kann“, so ein Kommentator im Netz. Dass, im Gegensatz zu Wiesers Einlassung, die auf der Titelseite abgedruckten Kurzvorstellungen der übrigen Kandidaten formvollendet redigiert waren, versteht sich von selbst.

Mit dieser miesen Nummer reiht sich der „Mühldorfer Anzeiger“ famos in die Armada deutscher Medientitel ein, die ihre demokratische „Wächterrolle“ und ihren öffentlichen Informationsauftrag gewohnt eigenwillig auslegen.

Der fragliche Post des Kreisverbands (Screenshot:Facebook)

Drei Tage später, am Dienstag dieser Woche, schaffte es Wieser dann doch noch auf Seite 1 des „Mühldorfer Anzeigers“ – dann freilich mit einer für ihn nachteiligen Meldung: Nachdem der AfD-Kreisverband die Schikanen gegen ihre Kandidaten zum Anlass genommen hatte, auf Facebook in einem emotionalen Beitrag die Ausgrenzung und Diffamierung von AfD-Funktionären mit „Nazi-Methoden“ zu vergleichen, hatten eifrige Gesinnungsblockwarte diesen Post pflichtschuldigst sofort gemeldet – und die Staatsanwaltschaft Traunstein eingeschaltet, die prompt Ermittlungen aufnahm. Wenig überraschend, biss die geifernde Lokalpresse hier natürlich prompt an – und nutzte den angeblichen „Skandal“ als Aufmacher. Neben den Mühldorfer Anzeiger vemeldeten auch die „OVB Heimatzeitungen“ einen angeblichen „Wirbel um die Äußerung des Kreisverbands“, der „für Unruhe sorgt“. Kein Wort davon, dass es sich bei dem fraglichen Post um eine völlig legitime, unverfängliche Meinungsäußerung handelt; wie stets bei Vorwürfen gegen die Blauen gilt auch hier wieder in bewährter Manier die Devise: Schuldig bei Verdacht.

Es handelt sich hierbei, wohlgemerkt, um keinen Einzelfall, um keinen speziellen journalistischen „Inn-Salzach-Stil“ – sondern um ein Breitenproblem. Überall in Bayern beklagen AfD-Kandidaten vor allem auf Bürgermeister- und Landratsämter eine unfaire (und teilweise justiziable) journalistische Benachteiligung. Weil vor allem im ländlichen Raum Deutschlands, als historisch bedingtes Merkmal der hiesigen Presselandschaft, Monopolzeitungen dominieren, die hier auch im digitalen Zeitalter beträchtlichen Anteil an der lokalen Meinungsbildung haben, wirkt sich die Manipulation potenziell verheerend aus.

Trotz Pressekampagne gutes öffentliches Standing

Wieser hat hierbei noch Glück: Ihm kommt seine relative Prominenz zugute. Diese hat er ebenfalls der Hysterie des Altparteienkartells zu verdanken: Als langjähriger und zuverlässiger Mitarbeiter der Kommunalverwaltung (unter anderem als Fuhrparkleiter im Landratsamt des CSU-Landrats Georg Huber) hatte Wieser jahrelang hohes Ansehen genossen – bis seine AfD-Mitgliedschaft bekannt wurde und er, quasi über Nacht, zur Zielscheibe eines beispiellosen Kesseltreibens wurde, das von politischen Verleumdungen bis hin zu beruflichem Mobbing reichte – inklusive Gehaltskürzungen, einer vorübergehenden „Strafabkommandierung“ zum städtischen Bauhof sowie und dem Versuch, ihn aus dem Job zu drängen (wogegen er sich erfolgreich juristisch zur Wehr setzte).

Überregionale Berichterstattung und starke Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken bescherten Wieser immerhin soviel Feedback, Sympathien und auch Solidarität zahlreicher Mitbürger und Wähler, dass er standhielt und allen Einschüchterungsversuchen widerstand. Dies zahlte sich Ende 2018 bei seiner Wahl in den oberbayerischen Bezirkstag aus: mit über 62.700 Stimmen wurde er als einer von sieben AfD-Abgeordneten in das Regionalparlament gewählt.

Insofern besteht durchaus einige Hoffnung, dass Wieser auch jetzt, bei den Landratswahlen am 15. März – allen Kampagnen und niederträchtigen Manövern der lokalen „Veröffentlichkeit“ zum Trotz – ein solides Wahlergebnis einfahren wird. (DM)