Fall Abu-Lubdeh: Es ist kein Rassismus, wenn das Opfer Deutscher ist

0
Abdulrahman Abu-Lubdeh (l.) bei einem Kampf für sein Heimatland Deutschland (Foto:Imago/Djorovic)

Berlin – Bestenfalls eine journalistische Fussnote war es deutschen Medien in ihrer Berichterstattung wert, als der arabischstämmige Berliner Amateurboxer Abdulrahman Abu-Lubdeh Mitte Februar auf dem Schweriner Marienplatz attackiert wurde, weil er ein Trikot mit dem Aufdruck „Deutschland“ trug. Hingegen hatte es zwei Wochen zuvor einen riesigen Aufschrei in der deutschen Presse gegeben, als der schwarze Hertha-Verteidiger Jordan Torunarigha im DFB-Achtelfinale von Schalke-Fans durch Affenlaute rassistisch beleidigt worden war.

Abu-Lubdeh, in Neukölln geboren, war von drei ihm entgegenkommenden Syrer beleidigt worden („Scheiß Deutscher!“), die aggressiv sofort auf ihn einschlugen. Der Boxer schlug in Notwehr zurück und brach sich dabei die Hand – womit sich seine Tokioter Olympia-Teilnahme erledigt hatte; sportlich ist er nach Einschätzung des Deutschen Boxverbanddirektors Michael Müller damit um eine „riesiger Chance“ gebracht worden – und um Jahre zurückgeworfen worden. Anders als Torunarigha, der lediglich das Ärgernis der hörbaren Kränkungen mit in die Kabine nahm.

Die Berliner Journalisten Thomas Kroh („RBB“) und „B.Z.„-Kolumnist Gunnar Schupelius stellten sich unabhängig voneinander die Frage, was die Ursache der Ungleichbehandlung ist – und kamen übereinstimmend zu demselben Schluss: Abu-Lubdeh hat nicht nur tatsächlich die deutsche Staatsangehörigkeit – er hat sich durch sein Verbandstrikot auch noch zu dieser bekannt.

Damit ist er für Haltungsjournalisten als Opfer natürlich faktisch unbrauchbar; Deutscher UND Opfer von Rassismus ist ein Paradoxon für sie. Wer dem Tätervolk angehört und sich zu seiner Nationalität auch noch „völkisch“ bekennt, so steht zu vermuten, verwirkt das Recht auf Mitleid. (DM)

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram