Völlig durchgeknallt? Wachsender Antisemitismus hat laut Laschet nichts mit (muslimischer) Migration zu tun

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Erst reden, dann denken: Armin Laschet, NRW-MP (Foto:Imago/Wölk)

In welcher Welt lebt dieser Mann? Laut CDU-Vorsitzkandidat und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat die – vor allem muslimische – Masseneinwanderung nach Deutschland nichts mit der zunehmenden Judenfeindlichkeit im Land zu tun. Es sei „falsch, Migranten für den Antisemitismus in Deutschland zu machen“, so Laschet in der Dankesrede für seine Auszeichnung mit dem Israel-Jacobson-Preis 2020.

Der Preis wird von der „Union progressiver Juden in Deutschland“ verliehen – für „große Verdienste für das liberale Judentum, für die Stärkung des jüdischen Lebens in Nordrhein-Westfalen in seiner ganzen Vielfalt sowie für seinen persönlichen Einsatz für Begegnung und Dialog zwischen den Religionen und Kulturen“. Worin diese Leistungen bei Laschet bestehen, ist nicht ganz klar.

Vermutlich bestanden sie im erfolgreichen Framing und Statistik-Klittern seiner Behörden: Die brachten das Kunststück fertig, alle 35 im vergangene Jahr in NRW registrierten antisemitischen Straftaten auf „rechtsextremistische Täter“ zurückzuführen. Erstaunlich: Noch 2018 wurden über 350 „judenfeindliche Delikte“ in dem Bundesland ermittelt – und bei den meisten konnte „kein Täter ausfindig gemacht werden“.

Passende Statistiken zusammengeschustert?

Anscheinend hat man in Düsseldorf, unter dem Eindruck von Halle, seine Hausaufgaben gemacht – und liefert jetzt Antisemitismusstatistiken, die ins erwünschte Bild der Regierung passen. Damit korreliert vermutlich auch Laschets Lobhudelei auf Kanzlerin Angela Merkel, die für „die Sicherheit der Juden in Deutschland“ stünde, wie ihn „n-tv“ zitiert.

Anscheinend hat der Mann noch keine Bilder der Al-Quds-Demonstrationen gesehen, und verschließt sich vermutlich vorsätzlich der Lektüre von Verfassungsschutzberichten, die über antisemitische Hasspredigten in deutschen Moscheen berichten – darunter auch etliche in den salafistischen Hochburgen seines eigenen Bundeslandes.

Fernab des öffentlich propagierten Narrativs, stets und vor allem deutsche, einheimische Antisemiten seien heute die Hauptbedrohung jüdischen Lebens in Deutschland, zeichnen hier lebende Juden ein ganz anderes Bild.

Laschet geistert durch Debattenräume fernab des realen Alltagsrassismus

Die übergroße Zahl von antisemitischen Zwischenfällen im Alltag, die auch von gebildeten Kreisen gern vorgenommene, im Kern rassistische Gleichsetzung von hier lebenden Juden mit dem Staat Israel, die Verwendung des Begriffs „Du Jude“ als Schimpfwort an Schulen mit überwiegend nichtdeutschen muslimischen Schülern oder regelmäßige Übergriffe auf Rabbiner und Kippa-Träger auf den Straßen – all dies hat nichts mit „Rechts“ zu tun, sondern geht auf die Schutzklientel von Laschets CDU zurück – die stets servil umworbene und dauer-antichambrierte muslimische Bevölkerungsgruppe.

Laschet schwadronierte am Montag unbeirrt weiter: „Mancher ist bei uns leicht bei der Hand, insbesondere auf der politischen Rechten, der sagt, der Antisemitismus ist eingewandert! Er war aber immer da.“ Ja, er war da – aber er war über die vielen glücklichen Jahrzehnte der alten Bundesrepublik zum Glück zu einer gesellschaftlich geächteten, absoluten Randerscheinung geworden. Jetzt rückt er wieder in den Akzeptanzrahmen, wobei Linke und Islamisten in ihrem ewigen Israelhass eine unheilige Allianz bilden. Dass die linksgerückte, islamophile Union sich diesem unappetitlichen Dünkel anschließt und den heutigen Hauptfeind der Juden verleugnet, wundert da gar nicht. (DM)

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