Hoffnungsschimmer für die Meinungsvielfalt? US-Großinvestor will Twitter-Management absetzen

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(Symbolbild:Imago/ZUMA)

San Francisco – Ein Trump-naher Großinvestor plant die Absetzung des Twitter-CEOs und Linken-Lieblings Jack Dorsey – durch Aktienerhöhung. Eine interessante Option, um globale Seilschaften supranationaler Einflussgruppen zu begrenzen?

Twitter ist bisher, anders als Facebook, ein zwar noch relativ liberaler Tummelplatz für Meinungsaustausch, obwohl sich auch hier in Deutschland die Lust am Hobbyblockwart-Dasein und munteren Denunzieren bemerkbar macht. Allerdings ist Twitter ungleich toleranter – und löscht oder sperrt User weitaus seltener als der zunehmend totalitär operierende Zuckerberg-Moloch.

Doch gerade in Amerika, wo die gesellschaftlichen Fronten seit Trumps Amtsantritt schärfer verlaufen, hat auch Twitter unter seinem CEU Jack Dorsey wiederholt konservative Stimmen und Trump-Supporter stummgeschaltet; prominentes Beispiel war im vergangenen Jahr James Woods, der teilweise zensiert wurde, woraufhin er in einen fast neunmonatigen Twitter-Hiatus trat.

Jetzt bekommen Dorsey und seine Liberal-Boardkollegen ungemütlichen Gegenwind: Der Trump-Unterstützer und milliardenschwere Fondsmanager Paul Singer stockt mit seinem Investmentfonds Elliott Management das dortige Portfolio an Twitter-Aktien massiv auf. Offenbar, wie das digitale Branchenportal „t3n“ unter Berufung auf den Nachrichtenkanal „Bloomberg“ berichtet, soll dadurch genug Einfluss angehäuft werden, um Twitter-Chef Jack Dorsey abzusetzen.

„Mangelnde Selbstkritikfähigkeit“

Bereits jetzt, so „t3n“, habe Singer genug Twitter-Anteile gekauft, um in der nächsten Hauptversammlung „vier Direktoren für drei frei werdende Plätze im Aufsichtsrat von Twitter vorschlagen zu können“. Ziel soll die Entsorgung Jack Dorseys aus dem Amt des CEO sein. Nicht nur Singer war mit dessen Twitter-Geschäftsführung zuletzt mehr als unzufrieden: Weil Dorsey neben Twitter auch noch den Zahlungssystemanbieter „Square“ managt und den Kurznachrichtendienst ab sofort per Home-Office in Afrika nur noch halbjährlich führen will, hatte sich bereits Großinvestor Scott Galloway an das Twitter-Management gewandt und Dorsey „mangelnde Selbstkritikfähigkeit, Gleichgültigkeit und einen Hang zum nichtssagenden Geschwafel (Yogababble)“ vorgeworfen.

Wenn Dorsey auf diese Weise durch Aktionäre entsorgt wird, wäre dies womöglich eine hoffnungsvolle Blaupause, dass dereinst auch bei anderen linken Medienkonzernen und Social-Media-Giganten (vor allem Facebook) Meinungsparität und rechtsstaatliche, die Meinungsfreiheit respektierende Zustände wiederhergestellt werden. (DM)