Fan-Ultra-Kampagnen gegen Dietmar Hopp: In jeder Hinsicht „linke“ Aktionen

0
Ultras von Union Berlin beim Spiel gegen Wolfsburg (Foto:Imago)

Die oft achselzuckend als Begründung für Primitivität und Sittenverfall der Fankultur im Profi-Fußball angeführte Binsenweisheit, Fußball sei nun einmal „ein Spiegelbild der Gesellschaft“, hat dieser Tage wieder Konjunktur – angesichts der widerwärtigen Drohungen und Ausfälle durch Ultras gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp bei diversen Liga-Spielen. Die Aussage trifft natürlich zu – weniger jedoch bezogen auf die allgemeine Verrohung betrifft als vielmehr wegen der zunehmenden Akzeptanz linksradikaler Gesinnungen in Deutschland.

Längst gehören den radikalen Fangruppen nicht mehr nur proletarische Horden der Unterschicht an; im Gegenteil: Mitläufer aus allen Gesellschaftsschichten, sogar Akademiker, lassen dort ihren niederen Instinkten freien Lauf. Doch was ihnen allen gemein ist, ist der Argwohn gegen das „große Geld“, die „Kommerzialisierung“ und das Wirken von Privatinvestoren in der Bundesliga – obwohl es ohne diese keinen Profifußball, keine internationale Wettbewerbsfähigkeit gäbe. Das große Feindbild heißt Dietmar Hopp, der als Hoffenheim-Sponsor zu einem ähnlichen Hassobjekt aufstieg wie der angebliche „Retorten-Verein“ RB Leipzig. Es ist kein Wunder, dass es nie die ausländischen Oligarchen oder Scheichs sind, die sich aus dubiosen Interessen mit dubiosen Geldern in deutschen Vereinen breitmachen, deren Konterfei auf Fadenkreuzen in Stadien erscheint – sondern ein grundehrlicher, erfolgreicher deutscher Selfmade-Unternehmer, der als SAP-Gründer nicht nur zehntausende Top-Jobs geschaffen, Deutschlands globale IT-Rolle massiv gestärkt und Milliarden an Steuern gezahlt hat.

Denn die Haupttriebfeder dieser Proteste ist in Wahrheit ein plumper Sozialneid, bornierte Missgunst gegen einen Milliardär, der seine Mittel wie kaum sonst jemand in den Dienst der Allgemeinheit stellt. In einem Staat, wo weltfremde Berufspolitiker wie Kevin Kühnert in politischen Salons und Talkshows von Enteignung und Verstaatlichung träumen, ist der choreographierte Hass auf „Geldsäcke“ kein Wunder; und wo der „Zorn der Straße“ inklusive Gewalt und Vandalismus wieder zur legitimen Erscheinungsform von Protesten wird, braucht sich niemand zu wundern, wenn auch in den Stadien radikale Gruppen ihre kruden Vorstellungen von „Ehre“ oder „Moral“ mit denselben Methoden vertreten.

Sozialneid und Dünkel als wahrer Hintergrund

Seit sich die ligaübergreifende Ultra-Szene mit der BVB-Fanszene „solidarisch“ erklärt hatte, nachdem der DFB diese für zwei Jahre bei Hoffenheim-Spielen gesperrt hatte – auch hier waren Fadenkreuz-Plakate gegen Hopp der Auslöser gewesen – kam es zu ungeheuerlichen Feindseligkeiten in den Stadien gegen Hopp, der als „Hurensohn“ tituliert und erneut massiv bedroht wurde. Doch so laut die Empörung, so demonstrativ die Geschlossenheit der Spieler, Vereine und Verbände gegen die Ultras sind: So gut wie niemand spricht die Wahrheit aus, dass es sich dabei strenggenommen um linke Bannerträger handelt, die denselben Dünkel ausleben wie Grüne, Linke und SPD in anderen gesellschaftlichen Bereichen.

Und weil gerade diese Brüder im Geiste allezeit vor dem Wiedererstarken des „Faschismus“ warnen: In der planmäßigen Organisation von Hass gerade bei Ultra-Gruppierungen, in den einschlägigen Extrem-Fangruppen der deutschen Liga, finden sich beunruhigende Parallelen zum realen Faschismus per definitionem – was nicht nur in der jetzigen Kampagne gegen Dietmar Hopp zutage tritt, sondern immer stärker auch bei Feindschaftsspielen und Lokalderbys verfeindeter Clubs. Das nachfolgende, im Netz kursierende Video der „Einstimmung“ von Kaiserslauterer Fan-Ultras vor dem Drittliga-Spiel des 1. FCK gegen Waldhof Mannheim spricht hier für sich:

Hier ist alles zu beobachten, was für faschistische Bewegungen charakteristisch ist: Hass auf ein vorgefasstes Feindbild, Gruppenzwang, Uniformität, Massenlenkung. Wieso haben sich linke Faschismus-Hypochonder noch nicht auf dieses Phänomen gestürzt und hier „Anfänge“ identifiziert, denen es zu wehren gilt?

Krawall und Provokationen gab es im Fußball, gerade bei traditionellen Auseinandersetzungen zwischen Vereinen, freilich schon immer – doch nicht nur die strafrechtlich relevante Sicherheitsgefährdung durch eingeschleuste Bengalfeuer in Stadien, auch die generalstabsmäßig organisierten Zusammenrottungen mit Ausschreitungen bedeuten eine neue Qualität der Auseinandersetzung. Dass sich in der Angelegenheit Hopp nun die Fan-Extremisten der Ligavereine zusammentun und den DFB offen herausfordern, ist eine neue Qualität von „Widerstand“, der deutliche Anleihen bei der Kompromisslosigkeit der linken Wutbürger im Land nimmt. (DM)

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram