Polen will sechs neue Atomkraftwerke bauen: Fordern die Grünen jetzt Militärschläge?

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Foto: Collage

Dumm gelaufen, wenn Deutschlands Klima-Ayatollahs und Hohepriester der Energiewende die schmerzliche Erfahrung machen müssen, dass Deutschland zwar den ganzen Planeten moralisch bevormunden will, jedoch nur über ein begrenztes Staatsgebiet verfügt. Vor allem wenn die Nachbarländern so überhaupt kein Interesse zeigen, den deutschen grün-ideologischen Sonderweg mitzugehen – sondern weiterhin und sogar verstärkt auf Atomkraft setzen.

Mit betretenen Mienen verfolgen die Groko und ihre assoziierte Blockflöten-Scheinopposition von Grünen und Linken derzeit, wie neben Frankreich auch Polen ein starkes Bekenntnis zur Atomenergie abgibt – und den Einstieg mit zunächst sechs Atomkraftwerken plant. Anders als in Deutschland nimmt man Klimaschutz dort also wörtlich – denn Atomenergie ist die einzige so gut wie emissionsfreie und real klima-neutrale Form der Stromerzeugung.

Bei der Risikoabwägung zwischen „möglichem, aber unwahrscheinlichen Störfall“ (bei dessen Folgenabschätzung die Anti-AKW-Kritiker noch immer von einer Tschernobyl-Schrotttechnik ausgehen und nie die seither erzielten sicherheitstechnischen Fortschritte mitbedenken) und „sicherem Wärmetod durch Klimakatastrophe“ müsste für rational denkende Menschen immer die Kernkraft als sinnvollere Lösung erkannt werden – doch die Ideologiefestigkeit und Verbohrtheit gerade im grünen Deutschland kennt bekanntlich keine Grenzen.

Genau in der Nähe einer dieser Grenzen, nur 150 Kilometer östlich von deutschem Staatsgebiet, im polnischen Dorf Zarnowiec könnte bereits in vier Jahren der Bau von Polens erstem Atomkraftwerk starten. Darüber regt sich, wie das Portal „euractiv“ berichtet, nun „Empörung in Berlin“ – denn anscheinend hat in Polen niemand eine „Folgenabschätzung“ für die Umwelt im Nachbarland Deutschland erarbeitet. Dass eine solche nac internationalen Vereinbarungen eigentlich vorgesehen ist, soll jetzt der Hebel sein, über den jetzt gerade die Grünen gegen Polen mobil machen.

150 Kilometer Distanz als künftige „Road to hell“

In einem Brief an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte Grünen-MdB Sylvia Kotting-Uhl, Vorsitzende des Ausschusses für nukleare Sicherheit im Bundestag,  schon vor drei Monaten Dampf abgelassen: Deutschland sei „bisher in der Sache nicht angehört worden“, und dies sei „nicht nachvollziehbar und inakzeptabel“. Sie forderte Altmaier ultimativ auf, vom internationalen Recht Gebrauch zu machen, eine Konsultation mit der polnischen Regierung zu beantragen. Das hat dieser bislang offenbar versäumt.

Wenn Polen keine befriedigenden Berechnungen vorlegen sollte, müssen die Umweltapostel hierzulande Farbe bekennen: Findet man sich zähneknirschend mit der Realität ab, dass andere Staaten im Umgang mit der Herausforderung der zukünftigen deutschen Energiesicherheit andere Wege beschreiten – oder wird Polen notfalls zur grünen Energie gezwungen? Vielleicht wieder einmal mit militärischen Mitteln, unter Berufung auf den Klimanotstand? Durch Luftangriffe auf künftige Reaktorbauten? Dies wäre ein „Fall Grün“ ganz neuer Art… (DM)