Neues 2015 nach türkischer Grenzöffnung?: Die ersten „Flüchtlinge“ sind unterwegs

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Foto: Von Fishman64/Shutterstock

Nach der Ankündigung der türkischen Regierung, die Grenzen zu öffnen, setzten sich offenbar hunderte sogenannte syrische Flüchtlinge in Richtung Bulgarien und Griechenland sofort in Bewegung.

Nach dem bei einem Luftangriff am Donnerstagabend in der syrischen Provinz Idlib mindestens 33 türkische Soldaten getötet wurden, fordert der türkische Despot Recep Erdoğan Natounterstützung und will mit seinem Schritt die europäischen Länder weiter unter Druck setzen. Bereits mehrfach hatte er in den letzten Monaten angekündigt, die Grenzen nach Europa zu öffnen, nun macht er offenbar ernst.

Türkische Polizei, Küstenwache und Grenzschutzbeamte wurden angewiesen, sich ab Donnerstagnacht zurückzuhalten, berichtet The Guardian.

Unter dem Eindruck, dass das Fenster zum Verlassen der Türkei nur von kurzer Dauer sein könnte, begannen sich einige der derzeit im Land lebenden 3,6 Millionen Syrer schnell zu bewegen. Am frühen Freitag zeigte die türkische Nachrichtenagentur Demirören Aufnahmen von 300 Personen, darunter Frauen und Kinder, die am frühen Freitag auf Autobahnen und durch bewaldetes Land im Nordwesten der Türkei zur EU-Grenze gingen. Syrer, Iraner, Iraker, Pakistaner und Marokkaner gehörten zu der Gruppe, hieß es.

In Istanbul begann die lokale syrische Gemeinde, Busse zu organisieren, um Menschen aus der Stadt an die Grenzen zu bringen.

Das türkische Fernsehen berichtete auch, dass sich Migranten im westtürkischen Küstenbezirk Ayvacık in der Provinz Çanakkale versammelt hatten, um per Boot zur griechischen Insel Lesbos überzusetzen. Der NTV-Kanal zeigte Dutzende von Menschen, die mit Rucksäcken durch Felder gingen, und erklärte, die sogenannten Flüchtlinge hätten versucht, die Grenze zu Kapıkule nach Bulgarien zu überqueren, seien aber nicht durchgelassen worden.

Griechenland habe am Freitag die Grenzpatrouillen verstärkt, teilte eine Regierungsquelle mit. Einer Armeequelle zufolge waren auf der türkischen Seite der Grenze im Nordosten von Evros rund 300 Menschen gesichtet worden, die Zahlen seien jedoch „nicht ungewöhnlich“.

Fast eine Million Menschen wurden durch die Kämpfe gegen die in Idlib verbliebenen „Rebellen“ und Dschihadisten vertrieben und flüchteten nach Norden an die türkische Grenze.

Die Türkei, in der bereits Millionen syrischer Flüchtlinge leben, befürchtet, dass mehr Menschen versuchen werden, die geschlossene südliche Grenze zu überschreiten. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Präsenz der Flüchtlinge in der Türkei wächst.

In einer Reihe von Tweets warf der türkische Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun Assad vor, „ethnische Säuberungen durchzuführen“ und Millionen Syrer aus Idlib zu vertreiben.

„Diese Leute werden versuchen, in die Türkei und nach Europa zu fliehen. Wir haben bereits fast 4 Millionen Flüchtlinge aufgenommen und verfügen nicht über die Kapazität und die Ressourcen, um eine weitere Million zuzulassen “, so der 43-Jährige.

Unterdessen habe Griechenland seinen Grenzübergang zur Türkei bei Kastanies/Pazarkule geschlossen, berichtet die Welt und beruft sich auf das griechische Staatsfernsehen (ERT). Die Regierung habe Polizisten, Grenzbeamte und Soldaten zusammengezogen. Wie lange die Schließung dauere, sei unklar.

Auch Bulgarien hat den Grenzschutz zur Türkei verstärkt. Es sei Gendarmerie stationiert worden. Auch sei man in der Lage, 1000 Soldaten an die Grenze zur Türkei zu schiech, so der Verteidigungsminister Krassimir Karakatschanow laut Welt. (MS)

Hierzu gibt es einen Kommentar von Alice Weidel:

Türkei nutzt Migration als Waffe, um Europa zu erpressen!

Aus türkischen Regierungskreisen verlautet, dass Ankara im Falle einer Massenflucht aus Idlib syrische Migranten nicht an der Weiterreise nach Europa hindern will.

Die Bundesregierung sitzt in einer Falle, die sie sich selbst gebaut hat. Die türkische Regierung erpresst die Europäer und insbesondere Berlin mit der Drohung, von ihr selbst verschuldete Flüchtlingsströme einfach nach Westen durchzuwinken. Ankara benutzt wieder einmal Migration als Waffe, um westliche Regierungen zu erwünschtem Verhalten zu zwingen, in diesem Fall zur Hinnahme und Unterstützung ihres Eroberungsfeldzuges im benachbarten Syrien.

Diesen Erpressungshebel hat Angela Merkel dem türkischen Präsidenten Erdogan mit dem von Anfang an verfehlten sogenannten „Flüchtlings-Deal“ selbst in die Hand gegeben. Wer die Kontrolle über die Migrationsströme ins eigene Land aus der Hand gibt und an eine ausländische Regierung delegiert, macht sich zum Spielball fremder Interessen.

Der Ausweg aus dieser Zwangslage liegt auf der Hand: Deutschland muss seine Grenzen schließen, illegale Migranten ausnahmslos abweisen und als Hauptzielland in Abstimmung mit den Nachbar- und Transitländern bei der koordinierten Zurückweisung illegaler Migranten und der Sicherung der EU-Außengrenzen die Federführung übernehmen.

Die Kontrolle über die eigenen Grenzen und darüber, wer sie überschreiten darf, ist eine Kernfrage nationaler Souveränität. Diese Souveränität muss Deutschland unverzüglich zurückgewinnen.

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