„Wir wollen keine neuen Asylzentren“: Griechischer Protest wird von Polizei niedergeknüppelt

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Foto: Screenshot/Youtube

Die Einwohner von Lesbos und Chios wehren sich gegen den Bau neuer „Flüchtlings-„Unterkünfte und bekommen die ganze Härte des Staates zu spüren: Schwerbewaffnete Polizisten gingen mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die aufmüpfige eigene Bevölkerung vor.

Zehntausende Einwanderer aus der ganzen Welt würden sich bereits auf den beiden griechischen Inseln aufhalten. Neue geplante Migrationszentren lehnen die betroffenen Bewohner entschieden ab. Sie fordern, dass die Asylbewerber auf das Festland abtransportiert werden und nicht noch weiterer Nachschub dazukommt.

Die Demonstranten versuchten laut Remix am Montag, die beginnenden Bauarbeiten zu verhindern und stellten sich den anrückenden Baggern offenbar in den Weg.

Doch ein solches Ansinnen wird heute von der EU bzw. Griechenland nicht gerne gesehen und aufkeimender Protest mit staatlicher Gewalt beantwortet.

Ein Video, auf dem zu sehen ist, wie Bereitschaftspolizisten eine Fähre verlassen und auf gegen die Demonstranten vorgehen, verbreitete sich schnell in den sozialen Netzwerken.

Für Costas Moutzouris, Präsident der nordägäischen Region, war es angesichts des massiven Polizeiaufgebots ein „Tag der Schande“. Er nannte das Vorgehen „extrem aggressiv“. Die lokalen Behörden hätten aus Protest für heute zum 24-stündigen Generalstreik gegen die Regierung aufgerufen, berichtet Reuters.

Die Demonstranten hätten Blockaden gebaut und mit Leuchtfeuer geschossen. Ein Verhalten, das mit seitens der Regierung in Athen mit einem Polizeieinsatz beantwortet wurde.

Der Streit zwischen der griechischen Regierung und den Einwohnern der Inseln Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios um die anlandenden Migranten aus aller Welt schwelt nunmehr seit Jahren.

Noch in diesem Sommer sollen die geplanten Neubauten eröffnet werden. Sie sollen andere überfüllte Asylzentren entlasten, doch die Einwohner fürchten, dass die sogenannten Flüchtlinge in ihren Gemeinden bleiben und ihr Leben weiter beeinträchtigen.

„Wir werden alle legalen Möglichkeiten nutzen, um die neuen Asylzentren zu verhindern“, erklärte der Hauptstadt-Bürgermeister von Samos Giorgos Stantzos.

In der kleinen Stadt Mantamados auf Lesbos blockierten Demonstranten die Zufahrtsstraßen zum geplanten Migrationszentrum. Dasselbe Bild bot sich auf Chios, wo ein Neubau für weitere 5000 Asylanten errichtet werden soll.

Momentan leben in den Registrierungscamps, die eigentlich für 8000 Menschen ausgelegt sind, mehr als 42.000 Asylbewerber unter entsprechend schlechten Bedingungen.

Täglich landen hunderte weitere Migranten, darunter nach Angaben des UNHCR rund einhundert, die von der Türkei aus übersetzen.

Im vergangenen Jahr reisten mehr als 60.000 sogenannte Flüchtlinge auf die griechischen Inseln in der Ägäis ein, 15.000 kamen aus der Türkei. (MS)

Hier noch ein Video, dass die ganze Dramatik verdeutlicht:

(Quelle)

Lesbos nach Gewalt bei Protesten gegen neues Migrantenlager: „Das ist schon fast wie im Krieg hier“

(Quelle)

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