Wahnhafte „Kontaktschuld“: Weidel und Hanau-Killer besuchten beide Uni Bayreuth

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Foto: Screenshot/Youtube

Jetzt wird es vollends wirr: Im nur noch wahnhaft zu nennenden Bestreben, irgendwelche Verbindungen zwischen dem Hanau-Mörder Tobias Rathjen und der AfD herbeizuzimmern, stieß „Focus“ auf eine besonders „suspekte“ Parallelität: Von 2000 bis 2007, studierte Rathjen an der Universität Bayreuth Betriebswirtschaftslehre – zeitweise zu derselben Zeit, als dort auch Alice Weidel eingeschrieben war.

Dass sich somit ein Jahrzehnt vor Gründung der AfD und noch länger, bevor Weidel dort ihre politische Heimat fand, deren Wege mit denen des späteren Psychotikers und Killers von Hanau gekreuzt haben könnten, soll – so wird hier insinuiert – möglicherweise ein Verdachtsmoment der AfD-„Nähe“ des Täters nahelegen. Focus recherchierte offenkundig ernsthaft in diese Richtung – und fragte bei der Uni nach.

Ob Rathjen, hieß es dort „bezogen auf das Studium“ damals in irgendeiner Weise auffällig geworden sei, wollte eine Pressesprecherin der Universität weder bestätigen noch dementieren. Dennoch sei es, so „Focus“, „unklar“, ob Tobias R. „damals Kontakt mit Alice Weidel“ hatte.

Klassische mediale „Scheißhausparolen“ 

Aber gewiss doch! Über 13.000 immatrikulierte Studenten gibt es in Bayreuth – da ist es sicherlich irrsinnig wahrscheinlich, dass Weidel genau mit dem späteren Täter „Kontakt“ hatte. Bestimmt haben beide damals schon ausgeheckt, dass sie 15 Jahre später, wenn er unter schizophrenen Wahnvorstellungen leiden und sie Vorsitzende einer in der Zukunft erst noch zu gründenden Partei sein würde, gemeinsame Sache machen – indem sie im Parlament gegen die illegale Zuwanderung von Millionen Menschen eintritt und er 9 Migranten, seine Mutter und sich selbst ermordet – was aus Sicht der engagierten Antifaschisten der Gegenwart moralisch beides in etwa auf derselben Stufe steht.

Es ist die Technik der klassischen „Scheißhausparole“, die hier kunstvoll angewendet wird: Ab sofort muss jeder, der sich irgendwann einmal zufällig mit einer gesellschaftlich toxischen Feindperson zufällig im selben Zugabteil, im selben Einkaufszentrum oder im selben Fussballstadion befunden hat, der peinlichen rhetorischen Befragung durch „Qualitätsmedien“ unterziehen lassen, ob hier keine Konspiration im Busch war. (DM)