Bütten-Propaganda in Mainz wie im Dritten Reich: Systemkarneval als Anti-AfD-Wahlkampfinszenierung

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SPD-Karnevalist Schmitt zeigt "Haltung" (Screenshot:Youtube)

Karneval verdankt seine Entstehung und seinen Hauptsinn dem Aufbegehren gegen die Herrschenden, dem subversiven Humor. Wann immer sich in der deutschen Geschichte Büttenredner und Fasnachtsoriginale in den Dienst der Mächtigen stellten oder die öffentliche Erwartungshaltung erfüllten, wurde er nicht nur langweilig, sondern unausstehlich. An diesem Punkt sind wir wieder angekommen.

In Mainz nutzte jetzt der als „Obermessdiener“ seit langem bekannte Fasnachts-„Aktivist“ (der Begriff bekommt dieses Jahr eine völlig neue Bedeutung!) Andreas Schmitt im Rahmen der TV-Sitzung „Mainz bleibt Mainz“ das Forum seines Auftritts, um eine „Brandrede“ gegen AfD und Neonazis zu halten – wofür er, wie der „Stern“ begeistert schwärmte, „gefeiert“ wurde. Auch im Internet suhlte sich der Haltungs-Karnevalist in wohlfeiler Zustimmung für Aussagen wie diese: „Die Morde von Hanau, die Schüsse auf die Synagoge in Halle – ob Juden, Christen, Muslime, das war ein Angriff auf alle.“

In diesem Deutschland ist es mittlerweile offenbar völlig schnuppe, ob dieselben Phrasen im Bundestag, in den allabendlichen Talkshowrunden oder in der Bütt‘ gedroschen werden – Hauptsache, die politische Richtung stimmt und der Entrüstungskompass bleibt immer stramm „gegen rechts“ justiert. Es ist dieselbe Art von Gesinnungs-„Wortwitz“, der auch schon im Dritten Reich mit vollem Zuspruch zelebriert wurde – übirgens zu ähnlichen „Ovationen“ wie jene, für die der „Stern“ den „Obermessdiener“-Auftritt pries.

Lustig wie zwei Steine

Schmitt, der sogar als Sitzungspräsident der im ZDF live aus dem kurfürstlichen Schloss übertragenen TV-Sitzung fungierte, erhielt für seine unlustigen, aber hochmoralischen Statements zahlreichen Beifall.

Kein Wunder: Gerade bei den Fernsehsitzungen sonnen sich etliche Landes- und teilweise auch Bundespolitiker im Lichte der Öffentlichkeit, denen es nach dem Mund zu reden gilt, um am Ende nicht selbst noch in der Nazi-Falle zu landen. Welch ein Zufall, dass Schmitt selbst für die SPD im Stadtrat von Nieder-Olm sitzt, zehn Kilometer südlich von Mainz gelegen. (DM)