Das Massaker von Hanau: Mutmaßlicher Täter war wohl ein psychisch gestörter Einzeltäter

0
Die Hanauer Shishabar "Midnight" kurz nach der Tat (Screenshot:Youtube)

Updates:

Nach der tödlichen Gewalttat im hessischen Hanau hat der Generalbundesanwalt offenbar die Ermittlungen übernommen. Grund sei die besondere Bedeutung der Tat, berichten „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR unter Berufung auf eigene Informationen. Die Entscheidung soll demnach bereits in den frühen Morgenstunden gefallen sein.

Die „Bild“ vermeldet gerade, dass der mutmaßliche Täter ein Bekenner-Schreiben und dazu ein Video hinterließ. In dem Schreiben soll Tobias R. unter anderem davon gesprochen habern, dass bestimmte Völker vernichtet werden müssten, deren Ausweisung aus Deutschland nicht mehr zu schaffen sei.

Angeblich aber fühlte er sich von Amerikanern verfolgt und soll erst seine Mutter und dann sich gerichtet haben.

Nach Schießerei: Mutmaßlicher Täter tot aufgefunden – Hanau

(hf) Nach einer Schießerei am Mittwochabend in Hanau (wir berichteten) wurde der mutmaßliche Täter tot aufgefunden. Nach Aussagen von Zeugen erhielt die Polizei Hinweise auf ein flüchtendes Fahrzeug, das im Rahmen der Großfahndung im Ortsteil Kesselstadt ermittelt werden konnte. Die dortige Wohnanschrift wurde weiträumig abgesperrt und durch Spezialkräfte der Polizei durchsucht. Dabei wurden zwei weitere Leichen aufgefunden. Bei einer der toten Personen dürfte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Täter handeln. Hinweise auf weitere Täter gibt es derzeit nicht. Die Zahl der Opfer, die an den Tatorten Heumarkt und Kurt-Schumacher-Platz tödlich verletzt wurden, erhöhte sich auf neun, so dass derzeit insgesamt elf Tote zu beklagen sind. Die Ermittlungen zur Identität der Opfer und des mutmaßlichen Täters dauern an. Die Kriminalpolizei bittet zur Erhellung des Sachverhalts um Hinweise unter der Rufnummer 06181 100-123.

Polizei Südosthessen twittert:

Mutmaßlicher Täter wurde leblos an seiner Wohnanschrift in #Hanau aufgefunden. Zudem entdeckten Spezialkräfte der Polizei dort eine weitere Leiche. Die Ermittlungen dauern an. Aktuell gibt es keine Hinweise auf weitere Täter.

Hanau – Acht Menschenleben haben zwei Schießereien bzw. bewaffnete Angriffe auf zwei Shisha-Bars im hessischen Hanau in der vergangenen Nacht gefordert; dazu kommen mindestens fünf Schwer- und etliche Leichtverletzte. Während sich die Presse überschlägt, in den Netzen Bild- und Videomaterial von Augenzeugen der Rettungs- und Polizeieinsätze in rauen Mengen hochgeladen werden, sind die Hintergründe aktuell noch unklar.

Sicher ist nur, dass ein Verdächtiger festgenommen wurde (siehe Foto), während die übrigen Tatverdächtigen auf der Flucht sind – angeblich in einem dunklen Fahrzeug und schwerbewaffnet. Im Netz gingen sofort die Spekulationen durch die Decke: Während die einen über einen „rechtsextremen Hintergrund“ spekulierten, wofür es überhaupt keine Beweise oder auch nur Hinweise gibt, gehen Ermittler, Passanten und Anwohner eher von einer typischen Milieu-Tat aus. Beide Shisha-Bars, die eine am zentralen Heumarkt, die andere am Kurt-Schumacher-Stadt im Stadtteil Kesselstadt, werden überwiegend von Türken und Gästen mit Migrationshintergrund aufgesucht.

Einsatzfahrzeuge der Polizei und Rettungsdienste heute Nacht in Hanau (Screenshot:Youtube)

Die eine überfallene Shisha-Bar, das in Hanau bekannte „Midnight“, war öffentlich zugänglich, die andere soll sich im Hinterzimmer eines Spätkiosks befinden, wo Besucher erst nach Klingeln eingelassen werden. Wie „Bild“ in einem Live-Spezial berichtete, hätten die Täter hier geklingelt und nach Öffnen direkt das Feuer eröffnet, auch im „Midnight“ wurde direkt geschossen. In der einen Bar wurden drei, in der anderen fünf Menschen erschossen. Augenzeugen berichteten, die Schüsse seien wahllos abgefeuert worden. Eine ursprünglich vermeldete dritte Schießerei bestätigte sich laut „fnp“ nicht.

Großlage der Rhein-Main-Polizei- und Einsatzkräfte

Die direkt nach dem ersten Notruf indizierte „Großlage“ der Polizei Osthessen rief augenblicklich Dutzende von Rettungsfahrzeugen, SEK- und MEK-Einheiten und Hundertschaften der Bereitschaftspolizei auf den Plan, Hanau glich die ganze Nacht über einem Kriegs- und Aufmarschgebiet. Ein Hubschrauber kreiste über die Stadt.