Für Tesla und das Weltklima: „Süddeutsche“ und Grüne für Rodungen auch ohne Rechtsgrundlage

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Gestoppte Rodungsarbeiten vorgestern auf dem künftigen Grünheider Tesla-Fabrikgelände (Foto:Imago/lausitznews.de)

Berlin / Grünheide – Nachdem der Umweltverband „Grüne Liga“ im Eilverfahren einen vorläufigen Baustopp im für die geplante Tesla-Riesenfabrik in Brandenburg erwirkt hat, schauen Grüne und ihre assoziierten Hausmedien reichlich belämmert aus der Wäsche. Plötzlich werden Argumente gegen die Klage ins Feld geführt, die bei der bisherigen Verhinderung großer Infrastruktur- und Neuansiedlungsprojekte nie gelten gelassen wurden. Kein Wunder: Da stand der ideologische Block auch auf der Seite der Beschwerdeführer…

Was von den moralischen Oberlehrern der deutschen Zeitungsredaktionen zu halten ist, wenn sie Partikular- gegen öffentliche oder Allgemeininteressen abwägen, wird bei der aktuellen Berichterstattung der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) zum verfügten Baustopp gegen die Tesla-„Gigafabrik“ im brandenburgischen Grünheide überdeutlich. Hier wird es naserümpfend bis kopfschüttelnd registriert, wenn deutsche Gerichte den Argumenten von Umweltschützern folgen. Diese hatten im Eilverfahren gegen die von Tesla vergangenen Donnerstag begonnen Rodungen erfolgreich Beschwerde eingelegt.

Als dieselben Argumente, mit denen diese begründet wurde, bislang zur Verhinderung anderer, nicht minder elementarer Infrastrukturprojekte im Land vorgebracht wurden, die für die Durchschnittsbevölkerung von ungleich höherer Relevanz waren als die Serienproduktion von (keineswegs für jedermann erschwinglichen) E-Designautos – da hatten sich Medien wie die „taz“ oder SZ stets auf die Seite der Protestierer und Verhinderer geschlagen. Man denke nur an Stuttgart 21, an den Frankfurter bzw. zuletzt den Münchner Flughafenausbau, aber auch an Autobahn-Lückenschlüsse durch Naturschutzgebiete.

Für Musk darf der Baum fallen, für Stuttgart 21 nicht

Vor allem bei Stuttgart 21, als es 2010 zu den massiven Demonstrationen im Vorfeld der die Rodung von Bäumen im Schlossgarten kam, wurde von grüner Seite auf der Straße und im Medienzirkus um jeden Baum, jeden Vogel, jeden Käfer getrauert. Heute aber, im Grünheider Waldgebiet nördlich von Berlin, wird Baumbestand auf einmal relativ, ist im Prinzip verzichtbar. Wo das große Klimaziel über allem leuchtet, ist alles erlaubt. Ein fast schon trotziger Pragmatismus setzt sich durch. Weil fürs neue goldene Kalb Elektromobilität ordentlich gehobelt werden muss, dürfen ruhig Späne fallen.

Plötzlich geht etwa die SZ auf Distanz zu den Klägern und stellt die Schutzwürdigkeit in Frage: Die „Natur, um die es dabei geht“, tauge „nicht einmal für den Familienausflug“, so die Zeitung: „Ein Wald, der eher eine Ansammlung von dürren Kiefern ist, angepflanzt, um das Holz zu schlagen, und damit es neben dem Autobahnring im Südosten von Berlin nicht gar so karg aussieht… ‚Nutzwald‘ wird so ein Baumbestand unter Förstern abschätzig genannt.“ Soll heißen: Der Wald kann weg, es dient ja der Fabrik. Mehr noch: Selbst dreiste Eigenmächtigkeiten Teslas wie die Einleitung von Rodungen ohne vorliegende Genehmigung sind akzeptabel.

Und die Tierwelt? Die soll sich nicht beschweren. Schließlich, so die SZ weiter, habe Tesla doch „400 Nistplätze außerhalb des zu rodenden Waldes einrichten lassen, zeitgleich haben Spezialisten begonnen, Ameisenhügel zu versetzen.“ Und überhaupt: „Der Wald selbst soll durch Anpflanzungen an anderen Orten in dreifachem Umfang ersetzt werden!“ Solche Renaturierungsversprechen wurden nie in der Debatte berücksichtigt, als es um die Startbahn West oder um neue Industriegebiete für nicht klima-referenzierte US-Unternehmen ging. Auf einmal werden sie lobend ins Feld geführt. Damit Tesla nicht am Ende noch kalte Füße bekommt oder der Fabrikeröffnungstermin platzt, bleibt Zimperlichkeit außen vor.

Grüne Doppelmoral par excellence

Sogar die Grünen, sonst um jede Zauneidechse oder jeden Juchtenkäfer kämpfen, relativieren ihre Fundamentalkritik, um das höhere Ziel des Klimafetischismus zu heiligen.  „Wir haben in Deutschland ein nie dagewesenes Artensterben, aber das hat nichts mit Tesla-Giga-Factories oder der Windenergie zu tun!“ behauptet etwa Oliver Krischer, Grünen-MdB und BUND-Mitglied. Das Problem: Es hat praktisch nie etwas mit einem bestimmten Projekt zu tun. Bloß: Bei allen anderen Projekten, wo es nicht um Tesla und damit um ein Feigenblatt und Aushängeschild grüner Industriepolitik geht, hörte man darüber nichts.

Dass auch die Grünen einen faktischen Rechtsbruch durch unerlaubt vorgezogene Rodungen bereit sind zu tolerieren, spricht ebenfalls für sich. Diese Ökos hätten vermutlich auch kein Problem damit, den Yosemite-Nationalpark zu roden und mit Solarkollektoren zuzupflastern, oder die Victoria- oder Iguazufälle für Wasserkraftwerke einzubetonieren. Fürs Klima darf im Zweifel selbst geschützte Natur verrecken. (DM)

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