Aufenthaltstitel gegen Cash vertickt: Berliner Amtsmitarbeiterin verhaftet

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In Deutschland an jeder Ecke zu haben: Aufenthaltstitel (Bild: shutterstock.com/Von Andrey_Popov)
Berlin – Keine Woche ohne Skandale aus den Abgründen der rot-rot-grünen Senatsverwaltung: Nirgendwo im Land lässt es sich leichter abzocken, hat die organisierte Kriminalität leichteres Spiel als in der Bundeshauptstadt. Neuester Aufreger: Eine Bande soll im großen Stil mit illegalen Aufenthaltsgenehmigungen gehandelt haben.
„Mittendrin statt nur dabei“ auch hier wieder einmal: Eine Mitarbeiterin des Berliner Bürgeramts, die bei der bandenmäßigen Praxis der Installation eines Bestechungssystems behilflich war und dabei half, bestehende Sicherheitslücken effizient auszunutzen. Wie die „Welt“ berichtet, gab’s dafür pro Fall satte 5.000 Euro. Die Halb-Bosnierin ebnete behördenintern die Wege, während die Bande „nicht bleibeberechtigten Ausländern“ gegen Barzahlungen legale Aufenthaltstitel vertickte.

Im Zuge der Vollstreckung mehrerer Haftbefehle gegen die Bande wurden in der Wohnung der Bürgeramtsmitarbeiterin laut „Welt“ 28.000 Euro Bargeld sichergestellt und eingezogen. Unter den Festgenommenen war auch das Oberhaupt der Organisation – ein 43-jähriger Pakistani.

Aufgeflogen war das Betrugssystem im Zuge einer gezielten bundesweiten Überprüfung des gesamten Registrierungs- und Aufenthaltswesens von Asylbewerbern und Flüchtlingen. Der Kampf gegen den illegalen Handel mit Aufenthaltserlaubnissen gilt eigentlich als Sisyphusarbeit, aufgrund der personellen Unterbesetzung der Fahnder (trotz aller Beteuerungen von Innenminister Seehofer) und der schieren Vielzahl der Fälle – doch diesmal führte das an sich aussichtslose Unterfangen ausnahmsweise einmal zum Erfolg führte. Die Dunkelziffer bleibt dennoch riesig. (DM)