SZ-Nachhilfestunden in „politischem Blockflöten“: Wenn die Mutter der Nachhilfelehrerin bei der AfD ist…

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Tönt hier im Hintergrund ein Nazi herum? (Symbolfoto: Von MVolodymyr/Shutterstock)

Gesinnungsapartheid deluxe beim SZ-Magazin der „Süddeutschen Zeitung“: Im Stile des Dr.-Sommer-Leserservice bei „Bravo“ nehmen sich dort neuerdings fürsorgliche Haltungsjournalisten der Nöte ihrer Leser an, bei denen die mediale Dauer-Hetze gegen die AfD bereits wahnhafte Züge angenommen hat. Entwarnung gab es vergangene Woche für eine panische Mutter, die ihre Tochter nicht von einer 17-jährigen Musikstudentin in Blockflöte unterrichten lassen wollte, weil wiederum deren Mutter in der AfD ist. 

Es sind Zeilen, die so zum letzten Mal vor acht Jahrzehnten in deutschen Zeitungen zu lesen waren: Eine Leser Claudia J. schrieb ans „Süddeutsche Zeitung Magazin„: „Unsere siebenjährige Tochter möchte Blockflöte lernen. Über einen Aushang sind wir auf eine 17-jährige Musikstudentin gekommen. Eigentlich passt alles: freundliche, kompetente, junge Musikerin, angemessener Preis und vor allem auch ganz in unserer Nähe. Aber: Es ist uns bekannt, dass die Mutter der jungen Frau aktives ***AfD-Parteimitglied*** ist. Daher war unser erster Gedanke: Mit dieser Familie wollen wir nichts zu tun haben. Allerdings ist es vielleicht auch der jungen Musiklehrerin gegenüber ungerecht. Wir sind natürlich besorgt, dass der Umgang mit einer ***politisch eventuell rassistisch erzogenen*** Person nicht gut ist für unsere Tochter. Was meinen Sie?“

Hinweis: Die Markierungen *** stammen von jouwatch und dienen nur der Verdeutlichung: Was dazwischen steht, ist der feindbildvariable Kern-Hetzgehalt, der beliebig je nach Zeitgeist und Weltbild ausgetauscht werden kann – um dann (und zu allen Zeiten) dieselben abscheulichen Methoden der Ausgrenzungen zu legitimieren: Isolation, Meidung, Ausgrenzung, Entrechtung. Ersetzt man die betreffenden Passagen durch die Begriffe „Jude“ bzw. „jüdisch“, hätte es sich um ein Zeitdokument von vor 85 Jahren handeln können.

Dass diese perverse Analogie gerade denen nicht auffällt, die im Namen der angeblichen Faschismusbekämpfung lupenrein real faschistische Verhaltensmuster und Wesensmerkmale propagieren, belegt den mittlerweile erreichten Grad der kollektiven Psychose, der die deutsche Gesellschaft – wieder einmal – ergriffen hat.

Doch mit der zitierten Leserzuschrift hat es sich ja noch nicht; es gibt freilich noch die Antwort der SZ-Redaktion – und man weiß nicht, was einem hier eher das Blut in den Adern gefrieren lassen soll: Die Frage oder die Antwort? Letztere mutet zu Beginn – scheinbar – noch unaufgeregt und differenziert an:

„Es spricht meiner Meinung nach nichts dagegen, Ihre Tochter bei dieser Studentin Unterricht nehmen zu lassen. Ich würde mich Ihrem Gedanken anschließen, dass es unfair wäre, eine 17-Jährige aufgrund der politischen Überzeugungen ihrer Mutter vorzuverurteilen.“ Bravo zu dieser – in einer freien Gesellschaft völlig banalen – Feststellung. Doch dann folgt die subtile Erwartung an die Tochter: „Vielleicht findet sie die AfD ja ganz furchtbar und ihre Mutter peinlich?“ Aha, zumindest die Chance zur Distanzierung von der grundverderbten Mutter soll man der jungen Nachhilfelehrerin erst einmal geben!

Gesinnungscheck vor der Musikstunde – doch die zuständige SZ-Redakteurin ist sogar hier noch großzügig: „Selbst wenn nicht, fällt mir nicht ein, wie sich rassis­tisches, menschenverachtendes Gedankengut im Blockflötenunterricht manifestieren könnte.“ Na bitte, da ist sie doch, die vergiftete Toleranz: Dass die AfD natürlich „rassistisch und menschenverachtend“ ist, das wird nicht hinterfragt, sondern postuliert. Es steht dogmatisch außer Frage, da ist sich die SZ mit ihrer Leserin eins. Und wer anderes behauptet, produziert Misstöne schlimmer als beim ungeübten Flötenspiel.

Ganz im Trend des neuen Zeitgeistes hat die Redakteurin dann noch einen tollen Tipp für die besorgte Leserin: „Auf Nummer sicher gingen Sie, wenn der Unterricht bei Ihnen stattfände und Sie ihn mit einem Ohr überwachen könnten. Besser: mit einem halben.“ Hallo, Frau Blockwart: Abhören, belauschen, bepitzeln, schnüffeln – und im Bedarfsfall melden und reagieren. Damit hat man in Deutschland Übung. (DM)

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