Deutschland-Hass und DDR-Verharmlosung: Thüringens Linke sind die eigentliche Gefahr für die Demokratie

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Thüringens Linken-Fraktionsvize und vormaliger "Deutschland-Hasser" Steffen Dittes (Foto:Imago/Schröter)

Weil in Deutschland ja so gerne die Geschichte bemüht wird, lohnt ein Blick auf „biographische Highlights“ speziell jener Partei, die nach dem Willen von Bundeskanzlerin Merkel unbedingt auch künftig den Thüringer Ministerpräsidenten stellen soll: Die Thüringer Linken, deren Spitzenmann Ramelow als demokratische Alternative zu einem FDP-Landesvater gepriesen wird, hat führende Persönlichkeiten mit interessanter Vergangenheit in ihren Reihen – und damit ist ausnahmsweise einmal nicht mangelnde Abgrenzung und insgeheime Loyalität für das SED-Regime gemeint.

Der heutige stellvertretende Fraktionschef der Linken im Erfurter Landtag saß dort bereits bis 2004 als Abgeordneter der PDS, wo er als innenpolitischer Sprecher diente. Als Kader mit ausgeprägten Beziehungen in die linksradikale Szene meldete er als Veranstalter anlässlich der Einheitsfeierlichkeiten für Anfang Oktober 2001 eine Autonomen-Demonstration für die linksextremen Gruppierung „yafago“ unter dem Motto „Es gibt 1000 Gründe, Deutschland zu hassen“ in Erfurt an.

Es folgte ein Aufschrei der anderen Parteien, der Landesverfassungsschutz äußerte mit Blick auf die als Teilnehmer erwarteten, extrem gewaltbereiten Gruppierungen Sicherheitsbedenken wegen Randalen und Ausschreitungen. Die Stadt Erfurt verbot die Veranstaltung auf den letzten Drücker. Damals wurde im militanten Linksradikalismus noch eine umstürzlerische Gefahr erkannt – und nicht, wie heute, eine Art grobe Vollstreckergruppe des Kanzlerwillens oder von „Spiegel“-Kolumnistinnen verherrlichte couragierte Basisbewegung gegen „Rechte“ („Antifaschismus ist Handarbeit“); deshalb beugte sich die PDS der parteiübergreifenden und öffentlichen Empörung, trennte sich von Dittes und sprach ihm ihr Misstrauen aus.

Dittes konnte weitermachen, als wäre nichts gewesen

Eine rein taktische Distanzierung – denn dass Linkskader lebenslang in Solidarität verbunden sind, beweist der Umstand, dass Dittes ein Jahrzehnt später erneut im Erfurter Landtag sitzt, als wäre nichts gewesen. Heute schwingt er dort große Reden über politischen Anstand oder den Untergang der Demokratie durch FDP-„Steigbügelhalter“ eines verbeihalluzinierten AfD-„Faschismus“.

Weil das Netz zum Glück nichts vergisst, lohnt ein Blick auf den Archivlink zu einem Aufruf der damals noch nicht verbotenen Antifa-Hausportals „linksunten.indymedia.org„, das prominent über Dittes‘ geplatzte Demo berichtete, als dieselbe Veranstaltung dann ein Jahr später, 2002, in Erfurt erneut angemeldet wurde (diesmal dann freilich nicht mehr von Dittes, sondern von Kampfgenossen des PDS-Mannes) – unter reger Beteiligung vermummter Links-SA und krawalllüsterner „Aktivisten“;

Das also sind die lupenreinen Demokraten von heute im Erfurter Landtag, mit denen die gelenkte Merkel-Demokratur gemeinsame Sache machen möchte, um erfolgreich „rückgängig gemachte“ Wahlentscheidungen durch taktisches Stimmverhalten neu aufzulegen; so sehr, dass Merkel dafür sogar die Demontierung ihrer eigenen Nachfolgerin in Kauf nahm.

Welch gestörtes Verhältnis zur eigenen Geschichte diese Vertreter scheinbarer politischer Integrität aufweisen, die „ihre Sache top machen“ oder als „Idealbesetzung“ gelten, offenbart Bodo Ramelow durch seine jüngsten Tweets. Nachdem ihm erneut seine ignorant-klitternde Einstellung zur DDR vorgehalten worden war (2009 hatte Ramelow sowohl einen generellen Schießbefehl als auch die Einstufung der DDR als „Unrechtsstaat“ geleugnet), setzte er in einem-  für einen deutschen Landesregierungschef mehr als unwürdigen – Anflug von Infantilität vorgestern Abend folgenden Beitrag ab:

Screenshot:Twitter

Man stelle sich eine solche Verhöhnung und Verspottung einmal bei Opfern anderer Diktaturen, vor allem bei der geschichtlichen Bewertung des Dritten Reichs vor. Was Angehörige von Mauertoten wie Günther Litfin, Chris Gueffroy oder die vielen hunderte und tausende sonstigen Todesopfer dieses Regimes über solche Tweets denken, kann man sich denken.

Indem Ramelow so seine völlige moralische Verwahrlosung dokumentierte – und sich überdies noch Machtverlustängste und Frust über die vergangene Woche von der Seele postete, richtete er unfreiwillig allerdings mehr Aufmerksamkeit auf einige seiner früheren Twitter-Perlen, als ihm recht sein dürfte. Diese lassen nämlich tief blicken, welche gestörte Beziehung Ramelow zu dem Staat – wie den meisten seiner Parteifreunde – insgeheim innewohnt, und wem seine wahren Sympathien gelten:

Während etwa bei Gauland und Höcke von Vogelschiss bis Mahnmal immer jeder genau Bescheid weiß, wie sie die betreffenden Passagen angeblich „gemeint“ haben, wird hier, zur Entlastung, natürlich augenzwinkernd auf einen Scherz verwiesen. Ein Scherz, der angesichts von 50-Millionen-Toten des Stalinismus wahrlich sehr komisch anmutet.

Und wie Ramelow noch vor einigen Jahren zu Widerstand gegen die Staatsgewalt, Gewalt gegen Polizisten und aggressive Anti-AKW-Proteste stand, zeigt ein Blick auf diesen Tweet:

Screenshots:Twitter

Gut zu wissen, wer in Thüringen künftig auch künftig für „stabile“ und „demokratische“ Verhältnisse mit dem Segen der Union stehen soll.