Zorniges „Morning Briefing“: Gabor Steingart ruft Spiegel-Abonnenten zur Kündigung auf

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Gabor Steingart (Foto:Imago/Müller-Stauffenberg)

Rache ist süß: Gerade etwas über eine Woche ist es her, dass eine völlig unbedeutende Spiegel-Redakteurin des Hauptstadtbüros Gabor Steingart in die Parade gefahren war (jouwatch berichtete), Macher des Podcasts „Morning Briefing“ und eines der wenigen verbliebenen journalistischen Schwergewichte im Land – weil Steingart den Publizisten Henryk Broder und seine Seite „Achse des Guten“ verlinkt hatte. Jetzt revanchiert sich Steingart mit einem Aufruf an seine Hörer, unter anderem ihr „Spiegel“-Abo zu kündigen.

Eines kann Gabor Steingart gar nicht verknusen: Wenn ihm die journalistische Verhaltenspolizei in Gestalt drittklassiger Schreibsoldaten Vorschriften macht, wie er seinen reichweitenstarken Kanal betreiben soll. Dass die fragliche Spiegel-Redakteurin Angestellte des Hauptstadtbüros ist, dass Steingart einst selbst viele Jahre lang geleitet hatte, mag ihn zusätzlich verärgert haben.

Aufhänger für den Aufruf Steingarts an die Leser von nicht nur „Spiegel“, sondern auch „Süddeutsche“ und interessanterweise sogar „Bild“ (der Springer-Verlag ist einer seiner Investoren!), ihre Abonnements zu kündigen, war ein launiger Rückblick auf deren völlig schiefe Prognosen zur Zukunft Annegret Kramp-Karrenbauers.

Fehleinschätzungen und Meinungsmache

Wie schon bei Donald Trump oder Martin Schulz lagen gerade diese sogenannten Leitmedien in ihren Vorhersagen rückschauend betrachtet mehr als falsch: Trump unterlag nicht, sondern siegte entgegen aller belustigten Berichte in deutschen Zeitungen über seine bevorstehende Blamage 2016. Dafür ist Schulz längst auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet – und jetzt ist auch die über jeden grünen Klee gelobte AKK so gut wie Geschichte, bevor ihre große Zeit überhaupt begonnen hat.

Steingart resümierte bissig, die Abonnenten könnten auf solche Publikationen mit offenkundig derart schlechtem Riecher getrost verzichten, und schreib – wie „meedia“ zitierte – in sogar für ihn ungewöhnlicher, schonungsloser Direktheit: „Wenn Sie Geld sparen und zugleich Ihren CO2-Footprint reduzieren wollten, wäre das nun Ihre Chance: Kündigen Sie einfach die Abonnements all jener Zeitungen und Magazine… so wird zumindest Ihr Medienkonsum klimaneutral!“