Einengung der freien Lehre: Professoren beklagen „intolerantes Meinungsklima“ an Unis

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Foto: Durch McCarony/Shutterstock

Das fällt den Talarträgern ja früh auf: Nach den von der Links-SA durchgeführten Blockadeaktionen gegen Lesungen von Bernd Lucke in Hamburg, vereitelten Auftritten von ehemaligen Bundesinnenministern in Göttingen oder kopftuch-kritischen Muslimas in Frankfurt melden sich jetzt ausgerechnet die deutschen Hochschulprofessoren öffentlich zu Wort – und beklagen ein „intolerantes Meinungsklima“ an deutschen Universitäten.

Immer mehr Hochschullehrer empfänden das Klima an deutschen Universitäten als „einengend und intolerant“, so das Ergebnis einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Deutschen Hochschulverbandes, über das die heutige „Welt“ berichtet. Demnach liegt Deutschland in der Einschätzung der Wissenschaftsfreiheit im internationalen Vergleich zwar nach wie vor im oberen Drittel hinter der Schweiz, Dänemark, Norwegen und den Niederlanden.

Wie die Erhebung aufzeigt, sind 93 Prozent der Befragten der Meinung, in Deutschland herrsche „sehr viel“ oder „viel“ Wissenschaftsfreiheit. Über die USA sagten das 87 Prozent, über China elf Prozent der Befragten. Im Alltag sehen sich die Hochschullehrer in Deutschland hingegen auf vielfältige Weise eingeschränkt – durch zeitliche Überlastung, überbordende Bürokratie, fehlende Finanzmittel – und rigide moralische Standards.

Ein gewichtiger Punkt ist das, was man als eigentliche Meinungs-. oder Gedankenfreiheit interpretieren könnte: Ein knappes Drittel der Hochschullehrer gab an, sich durch „formelle oder informelle Vorgaben zur Political Correctness“ eingeschränkt zu fühlen. Eine große Rolle spielt dabei offenbar ein als intolerant empfundenes Meinungsklima an den Universitäten, vor allem in politischen, religiösen und Genderfragen. Speziell zum Umgang mit den als „Populisten“ diffamierten Vertretern der außerparlamentarischen Opposition haben die meisten Professoren eine von der Grundhaltung ihrer überwiegend linken Studentenschaft anscheinend fundamental verschiedene Auffassung: Fast vier Fünftel von ihnen sind der Meinung, es müsse „erlaubt sein, einen Rechtspopulisten zu einer Podiumsdiskussion einzuladen“.

Alarmierende Schieflage: Kein Problem mit Einladungen linker Gastredner, aber jede Menge mit rechten Rednern

Genau das aber trauen sich eben so gut wie keine Hochschullehrer – 74 Prozent der Befragten sind nämlich überzeugt, damit in der Universität auf erheblichen Widerstand zu stoßen – entweder durch die Studierenden oder die Universitätsleitung, so die „dts Nachrichtenagentur“ ebenfalls unter Berufung auf die Umfrage.

Interessant jedoch bei Vertretern von – dann sogar real extremistischen – Vertretern der politischen Gegenseite: Ginge es um die Einladung eines Linkspopulisten, so würden diese 84 Prozent aller Hochschullehrer als gefahrlos befürworten; hier rechnen nur 21 Prozent „mit Widerstand“.

Immerhin 72 Prozent des Lehrpersonals finden, man solle sich der gendergerechten Sprache verweigern dürfen – zum Beispiel also etwa „Studenten“ sagen dürfen statt „Studierende“. 40 Prozent rechnen dabei aber mit Widerstand. Immerhin 43 Prozent der Hochschullehrer finden, es müsse erlaubt sein, den Klimawandel zu bestreiten; 63 Prozent gehen in diesem Fall von Widerstand aus. Für die Erhebung befragte das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Deutschen Hochschulverbandes um die Jahreswende insgesamt 1.106 Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter.

Nicht ausdrücklich eingegangen wurde in der Umfrage auf die Wissenschaftsfreiheit im Umgang mit der „konsensdurchwirkten“ Klima-Forschung. Anscheinend ist dieses Thema so heikel, dass sich nicht einmal Allensbach zu fragen wagte – oder es wollte niemand antworten. Hier ist der Punkt bereits erreicht, wo Skepsis gleich Leugnung gleich Ketzerei ist… (DM)