Blockieren statt gratulieren: Twittert Merkels neuer Ostbeauftragter Wanderwitz nur für Linientreue?

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Wanderwitz mit Über-Mutti (Foto:Imago)

Nachdem Merkel-Lakai Marco Wanderwitz als neuer Ostbeauftragter der neuen Länder „vorgeschlagen“ und damit designiert worden war, versuchten gestern etliche Journalisten, Beobachter und Blogger wie üblich seinem Twitter-Profil turnusmäßig zu folgen, um über seine Verlautbarungen fortan aktuell im Bilde sein zu können. Doch, O Wunder: Vielen war dies nicht möglich – weil Wanderwitz sie anscheinend blockiert hatte.

Im Laufe des Tages kam dann ein Gerücht auf, das man noch vor einigen Jahren für einen Witz gehalten hätte, heute aber ohne weiteres vorstellbar, ja sogar höchstwahrscheinlich ist: Wanderwitz habe, so hieß es in den sozialen Netzen, die Twitter-Blockliste von ZDF-Hetzer Jan Böhmermann übernommen – um sich Zeit und Mühe zu sparen und so gleich in einem Aufwasch kritische Stimmen wie auch politische Dissidenten auf Abstand zu halten.

Sollte dies zutreffen, so würde es ein bezeichendes Licht darauf werfen, nach welchen Kriterien selbst subalterne Ämter unter dieser Regierung, allen aktuellen Krisen zum Trotz, unbeirrbar besetzt werden: Kadavergehorsam, blinde Gefolgschaft – und flammender Hass auf jede echte Opposition, insbesondere die AfD.

Sperrgeile Apparatschiks überall

Damit unterscheidet sich Wanderwitz ohnehin schon fundamental von der eher verbindlichen, auf demokratischen Respekt auch für den politischen Gegner ausgerichteten Art seines Vorgänger Christian Hirte, der die Unverfrorenheit besessen hatte, FDP-Ministerpräsident Kemmerich für seine Wahl zum Thüringer Ministerpräsidenten gratuliert zu haben und dafür gefeuert wurde.

Und so wie es bei Hirte ein Tweet war, der ihn letztlich das Amt kostete, war es Wanderwitz – mindestens – ein Tweet, der ihn in eben dieses Amt beförderte (und ihm überdies sein künftiges Auskommen mit dem Amt eines Parlamentarischen Staatssekretärs im Wirtschaftsministerium versüßt) – und zwar vermutlich dieser:

Screenshot:Twitter

Mit solchen Referenzen dürfte Wanderwitz genau ins Stellenprofil des Neue-Länder-Beauftragten aus Sicht Merkels passen, der ihre spalterische Distanzeritis mitträgt. Was in den Parlamenten und in den Straßen passiert, gilt für Twitter erst recht: ausgrenzen, löschen, zum Schweigen bringen. Speziell im Umgang mit der AfD scheint Wanderwitz da der richtige Mann zu sein. (DM)