Merkels Säuberungen: Wer dem „Steigbügelhalter“ gratuliert hat, ist schon Kollaborateur

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Kim Jong Merkel; Foto: © jouwatch Collage
Kim Jong Merkel; Foto: © jouwatch Collage

Seit Angela Merkel diese Woche den faktischen Bundeszwang eingeführt hat und abtrünnige Bundesländer auf Linie der Zentralgewalt hält, indem sie vorschreibt, wer und wer nicht in Thüringen Ministerpräsident sein darf, müssen etliche der von ihrem Wohlwollen abhängigen Parteikader und Regierungsbedienstete bangen, den politischen Säuberungen zum Opfer zu fallen – weil sie sich möglicherweise für die falschen ausgesprochen haben oder diesen gegenüber nur höflich waren.

Den Auftakt machte am Samstag die Entlassung von Christian Hirte, Bundesbeauftragter für die neuen Länder, durch Merkel höchstpersönlich – nachdem Hirte zuvor Thüringens FDP-Fraktionschef Thomas Kemmerich zur Wahl zum Ministerpräsidenten gratuliert hatte. Diese respektvolle, demokratische Geste genügte bereits, in Ungnade zu fallen.

So, wie es ein Verbrechen ist, mit AfD-Politiker Meuthen essen zu gehen oder sich mit ihm in der Öffentlichkeit zu zeigen – beides wird mit Job- und bürgerlichem Ehrverlust geahndet – so ist es neuerdings ein Skandal, minimale Anstandsformen an den Tag gelegt zu haben, die gute Sitte in der Bundesrepublik waren, ehe das System Merkel Platz griff.

Welche widerlichen Charakterzüge das so erzeugte Meinungsklima zum Vorschein bringt, das bewiesen danach vor allem die angeblich „starken Frauen“ des deutschen Politikbetriebs. CDU-Ladwirtschaftsministerin Julia Klöckner jubelte nicht nur ihrer Großen Vorsitzenden zu, dass sie Hirte entfernte, sondern denunzierte bei der Gelegenheit gleich noch einen rheinland-pfälzischen Ministerkollegen, der ebenfalls seine das Gesinnungsverbrechen begangen hatte, einem Liberalen zur Wahl zur gratulieren:

Screenshot:Twitter

 

Klöckners Ministerkollegin Dorothea Bär (CSU) hatte da bereits vorgesorgt und schreckerfüllt bereits ihre eigene, aufrichtige und spontane Gratulation an Kemmerich auf Twitter gelöscht – in der Hoffnung, damit noch einmal Gnade vorm Politbüro zu erfahren.

Screenshot:Twitter

Das sind Verhaltensanpassungen, die dem opportunistischen-unterwürfigen Verhalten der meisten Personen auf allen Ebenen der Hierarchien in Diktaturen erschreckend ähneln. Dass das Klima rauher wurde, zeigte sich an den unerbittlichen Forderungen der Groko-Verbündeten, die von Merkel ein hartes Durchgreifen verlangen. Allen voran Bonsai-Stalinist Kevin Kühnert, der kurzen Prozess mit allen „Trittbrettfahrern“ verlangt (vermutlich also allen FDP-Fraktionsangehörigen im Erfurter Landtag und denen, die ihnen gegenüber zu höflich waren):

Screenshot:Twitter

Bei der sozialdemokratischen Basis kommt so etwas prima an. Endlich ist die SPD mal auf der Seite der Ausputzer und nicht der Verfolgten – da darf über rollende Köpfe gejubelt werden und der eigene Parteivorstand für seine antidemokratische Kompromisslosigkeit im Umgang mit Sympathisanten gefeiert werden (wohlgemerkt Sympathisanten ordentlich gewählter Mitte-Politiker, nicht Terroristen oder Extremisten):

Screenshot:Twitter

Nachdem Merkel mittlerweile die Wahl oder Nichtwahl Ramelows zur Chefsache gemacht zu haben scheint und mit angemaßter Autorität in die Thüringer Landespolitik hineinregiert, um die Isolierung der AfD fortan krisenfest sicherzustellen, ist es ihr oberstes Ziel, durch ein Klima von Angst und Einschüchterung die eigenen Reihen geschlossen zu halten und die pathologische Distanz zur AfD zum obersten Grundsatz zu machen. Jeder, der auch rückschauend hier „zu weit“ gegangen ist, ist angezählt. Die Unerbittlichkeit ist die geistige Voraussetzung für die informelle Allparteien-Groko mit Ausnahme der (und gerichtet gegen die) AfD, das faktische Ein-Parteien-Bündnis, das sich formiert.

Zunehmend sind – ganz unabhängig von Thüringen – vom Putschklima all jene betroffen, die aus Sicht der Spitzen des neuen Linksstaats politisch nicht zuverlässig sind. Aktuell etwa Sachsens Landesverfassungsschutzpräsident Gordian Meyer-Plath, den Grüne, SPD und CDU ablösen wollen, wie die „Freie Presse“ berichtet. Niemand soll sich sicher fühlen.

Angela Merkel hat ihre Partei nicht nur nach links gerückt und das Land gespalten wie niemand vor ihr – sie hat auch das Kunststück fertiggebracht, dass jene, die gegen ihren Kurs sind, kollektiv als Rechtsradikale gelten. Der Bannstrahl trifft darüber hinaus sogar jene, die sich von diesen nicht hinreichend abgegrenzt haben – zum Beispiel die FDP, die von den SA-Antifa-Horden nun als nächste faschistische Partei diffamiert wird. (DM)