„Positive Erfahrungen“ sammeln: Sexualstraftäter werden in Bordelle geschickt

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Foto:Von Tero Vesalainen/shutterstock

Einen neuen Therapieansatz für gewalttätige Sexualstraftäter verfolgen offensichtlich u.a. Ärzte der forensischen Klinik Eickelborn. So sollen nicht nur Prostituierte in die Klinik gebracht, sondern in einem Fall auch ein Täter, der wegen versuchter Vergewaltigung weggesperrt wurde, in ein Bordell kutschiert worden sein. Ziel: Die Männer sollten „positive Erfahrungen“ mit Frauen zu sammeln.

Die Verantwortlichen schweigen sich aus und wollen mit ihrem Experiment nicht mehr in Verbindung gebracht werden, berichtet der Spiegel. An einer Veröffentlichung der Ergebnisse ihrer Studie oder an der Namensnennung der beteiligten Ärzte hat offensichtlich niemand mehr Interesse. Kein Wunder – der „Therapieansatz“, gewaltbereite Sexualstraftäter auf Prostituierte loszulassen, hat mehr als einen miesen Beigeschmack.

Drei Sexualstraftäter soll eine Prostituierte zur Verfügung gestellt worden sein, damit sie lernen konnten, wie sich Sex ohne Gewalt anfühlt. Ein Täter, der wegen versuchter Vergewaltigung im Maßregelvollzug sitzt, soll in ein Bordell zur Sexerfahrung in die Großstadt gefahren worden sein. Das Ganze soll sich in Osnabrück und in Lippstadt-Eickelborn ereignet haben.

In Nordrhein-Westfalen dürfen Sexualstraftäter in Einzelfällen aus dem Maßregelvollzug Bordelle im Ruhrgebiet besuchen, um Erfahrungen mit „Sex-Arbeiterinnen“ zu sammeln. Gleich dreimal soll die Klinik laut Spiegel in den vergangenen zwei Jahren diese Zusammenkünfte „therapeutischen Gründen“ genehmigt haben.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Klinikträger habe die Neuigkeiten bestätigt und als „verantwortbar“ bezeichnet, berichtet die österreichische Kronen Zeitung.

Bei den „Glücklichen“ habe es sich um Täter gehandelt, die bereits weitgehende Lockerungsstufen erreicht und kurz vor der Entlassung gestanden hätten, heißt es weiter. Offenbar kommt das Experiment gut an. Weitere Bordellbesuche sollen in Planung sein. seien geplant. Die Prostituierten in den Bordellen seien von der Klinik im Vorfeld nicht darüber informiert oder gewarnt worden, mit wem sie sich da ins Bett legten.

Auch im Maßregelvollzug Osnabrück wurde im Zuge eines Therapieexperiments eine Prostituierte in die Klinik bestellt, um mit „intelligenzgeminderten Sexualstraftätern einen gewaltfreien sexuellen Umgang“ einzuüben, so die Kronen Zeitung.

„Abwegig“ und „ethisch bedenklich“ findet der frühere langjährige Leiter des Maßregelvollzugs im hessischen Haina, Rüdiger Müller-Isberner die verordneten Sex-Treffen und übte Kritik gegenüber dem Spiegel Kritik an solchen Praktiken.

CDU und Grüne kündigten dazu Anfragen an die niedersächsische CDU/FDP-Landesregierung an regierte niedersächsische Landesregierung an. (MS)