Linkes Jungvolk zeigt „Haltung“ in Nürnberg: Siebtklässler organisiert Anti-Nazi-Demo wegen Thüringen

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Demo-Anmelder Adrian Toth (l.) mit Anti-Rechts-Aktivist Doll (Screenshot:Youtube)

Die Infantilisierung der Politik bleibt nicht länger auf das Thema Klimaschutz beschränkt: In Bayern organisierte ein 14-jähriger Dreikäsehoch gestern Abend eine Protest-Demonstration wegen der Vorgänge in Thüringen. Die „Wahl-Ergebnisse“ dort hätten ihn „so wütend“ gemacht, dass er am Nürnberger Hallplatz „ein Zeichen gegen den Rechtsruck“ setzen wolle, so der Anmelder der Veranstaltung.

Demokratie ist schon scheiße, wenn einem die Ergebnisse nicht passen: Adrian Toth ist zwar erst 14 Jahre alt, laut „Frankenschau“ des „Bayrischen Rundfunks“ (BR) aber schon „politisch sehr engagiert“, deshalb organisierte der Siebtklässler am Donnerstag „spontan eine Demo“. Erwartet wurden laut Facebook-Eventzusage über 300 Teilnehmer; wieviele gestern abend tatsächlich kamen, ist noch unklar. Kaum verwunderlich, hatten sich die Linksbündnisse der Metropolregion Franken an die Demo angehängt, nachdem der Schüler diese beim Ordnungsamt Nürnberg angemeldet hatte – darunter natürlich auch die örtliche „Allianz gegen Rechtsextremismus“, deren Vorsitzender Stephan Doll im BR haarsträubende Phrasen über das „dünne Eis für die Demokratie“ verbreitete.

Was Adrian Toth mit seiner in Nürnberg geplanten Kundgebung veranstaltet – übrigens natürlich ganz im Interesse von Lehrern, Lokalpolitiker und der ihn umwabernden Mehrheitsgesellschaft – das zeugt von einem völlig fehlgeleitetem präadoleszenten Engagement: Hier werden ausschließlich Erwartungen des sozialen Nahbereichs erfüllt, denn der 14-jährige genießt vor allem die wohlwollende Anerkennung der Selbstgerechten – und er steht im Mittelpunkt.

Wieder einmal wird hier „couragiertes“, lobenswertes politisches Engagement von Heranwachsenden gefeiert, nach dem Motto „Antifaschismus kennt kein Mindesteinstrittsalter“, obwohl es sich in Wahrheit nur um die nächste Erscheinungsform eines jugendlichen Mitläufertums handelt, an dem aber auch gar nichts authentisch ist: Die dahinterstehende Haltung nicht, die Parolen nicht, die Forderungen nicht. Alles ist eins zu eins den Sprechblasen der Mainstream-Medien entnommen, die wiederum die alleinige Lesart der Altparteien transportieren. „Kritisch“ reflektiert oder hinterfragt wird hier gar nichts. Adrian Toth meint es gut, aber er ist ein Kind seiner Zeit.

Klein-Adrian und seinen Mitdemonstranten wäre mehr damit gedient, wenn ihnen ihr schulisches und familiäres Umfeld eigenständiges Denken beibrächte – vor allem , was Meinungs- und Gedankenfreiheit eigentlich bedeutet und wie Demokratie funktioniert. Doch Schreien und Protestieren macht natürlich mehr Spaß – und ist heute erste Bürgerpflicht. Der BR-Kommentator bringt es auf den Punkt: „Demokratie ist keine Frage des Alters“.

Anlass dank Rücktritt erledigt, aber „Haltung zeigen“ geht immer

Eigentlich war der konkrete Anlass für die Demo gestern abend schon erledigt – zum Glück lebt Klein-Adrian nämlich im Staate Merkel, wo mit der verfassungsmäßigen korrekten Wahl eines Ministerpräsidenten noch nicht das letzte Wort gesprochen ist; der Gewählte kann ja immer noch bedroht, seine Partei erpresst und er schließlich aus dem Amt gemobbt werden. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen den Nazis von 1933 und denen von heute: Heute sind die „Nazis“ diejenigen, die entrechtet, ausgegrenzt und niedergebrüllt werden.

Doch auch wenn die AfD-Mitwahl eines FDP-Ministerpräsidentn „korrigiert“ ist: Mit dem Haltung-Zeigen kann man gar nicht früh genug anfangen. Ob bei Fridays for Future, im WDR2-Kinderchor oder jetzt im Kampf gegen FDP-Nazis: „Engagement“ für Paradigmen, die uns die Mehrheitsgesellschaft täglich in die Köpfe hämmert, ist „wichtig“ – und was den Kids an Hintergrundinformationen, an Wissen um mögliche andere Sichtweisen fehlt, machen sie durch ideologischen Eifer wett. Willkommen beim Jungvolk 2020.