Facebook dreht völlig durch: Thilo Sarrazin gilt jetzt als „gefährliche Person“

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Montage:Jouwatch

Etwa seit Jahresbeginn hat das weltgrößte soziale Netzwerk – das sich speziell in Deutschland mit im Sinne und mit Rückendeckung der Politik zum willigen Vollstrecker eines beispiellosen Feldzugs gegen die Meinungsfreiheit macht – seine Filter verschärft und die berüchtigten „Gemeinschaftsstandards“ so angepasst, dass inzwischen die Namen bestimmter Personen und Organisationen überhaupt nicht mehr genannt werden dürfen. Andernfalls droht die direkte Löschung und Sperrmaßnahmen gegen die betreffenden User. Neuerdings fällt in diese Kategorie sogar Thilo Sarrazin, SPD-Abtrünniger und Berliner Ex-Finanzsenator.

Bislang war nur von bestimmten Triggerbegriffen und Personen bekannt, dass ihre bloße Erwähnung auf Facebook – in Posts, Videoobeiträgen oder sogar nur geteilten Links – zur sofortigen Löschung des betreffenden Posts und zur Sperre des Users führt. Dies betraf typischerweise zwei Namen: den des Sprechers der österreichischen „Identitären Bewegung“, Martin Sellner, und des britischen Dissidenten und Aktivisten Tommy Robinson. Beide Namen sind die prominentesten „don’t-ever-mention“-Wörter auf der offenkundig neu installierten Facebook-Blacklist.

Neuerdings scheinen jedoch auch Personen vom Blacklisting betroffen zu sein, die zu keinem Zeitpunkt irgendwelche verfassungsfeindlichen Äußerungen getätigt wurden, nie juristisch für ihre Meinungen belangt wurden und – zumindest noch – sozialdemokratischen Parteien angehören: Thilo Sarrazin, gegen den die SPD ein aberwitziges Parteiausschlussverfahren durchführt, darf anscheinend auf Facebook ab sofort ebenfalls nicht mehr auch nur erwähnt werden.

Sogar Autoren von jouwatch, die journalistisch völlig legitime Beiträge ohne irgendwelche fragwürdigen oder gar justiziablen Inhalte zum Thema Sarrazin schreiben, sind offenkundig von dieser neuesten Stufe der Zensur-Willkür betroffen – und zwar für auf Facebook geteilte Beiträge, die zuvor auch hier veröffentlicht wurden:

Screenshot:Facebook

Die verhängten Sperrintervalle für Blacklist-Verstöße folgen dabei anscheinend den üblichen „Strafmaßerhöhungen“, die bei nach 24 Stunden und 3 Tagen über 7 Tagen, 30 Tagen, 60 Tagen bis hin zur kompletten Stillegung des Profils reichen. Mit Inkrafttreten der verschärften Zensurmaßnahmen scheinen die bisherigen „Strafregister“ auf Null zurückgesetzt worden zu sein – wer also mit der letzten 30-Tages-Sperre „angezählt“ war, fängt nun auch wieder bei der 24-Stunden-Sperre für „Erstverstöße“ an.

Die genauen Regularien sind völlig intransparent, auch die Kriterien, nach denen die Maßnahmen verhängt werden. Anscheinend existieren unterschiedliche Reaktionsschwellen für die einzelnen verpflichtend zu ignorierenden Personen oder Organisationen: Bei Sarrazin führt offenkundig nicht jede einzelne, auch nicht die einmalige Nennung zu Sanktionen, hier muss dann offenbar der Reizbegriff mehrmals in einem Post vorkommen. Bei Sellner reicht schon die einmalige Erwähnung. Wer das Prinzip „Trial & Error“ anwendet, findet sich jäh ohne Facebook-Präsenz wieder – so etwa dieser User, der selbiges anhand des Namens „Martin Sellner“ spaßeshalber ausprobieren wollte – und sofort gesperrt wurde:

Screenshot:Facebook

Es fällt dabei auf, dass der dahinterstehende Automatismus / Algorithmus völlig kontextunabhängig zu arbeiten scheint; es spielt also gar keine Rolle, welche inhaltliche Position – zustimmend oder kritisch – der User zu der fraglichen Person oder Organisation einnimmt. Selbst wer theoretisch also bejubeln würde und es auf Facebook ausschreibt, dass der Name „Martin Sellner“ tabu ist, fiele der Peitsche anheim. Dass dies nun auch auf Thilo Sarrazin zutrifft, der hier wie ein Staatsfeind kriminalisiert wird, sprengt eigentlich die Grenzen der Vorstellungen und mutet wie ein schlechter Scherz an – ist es aber nicht.

So weit sind wir in Deutschland, dem Land der grundgesetzlich garantierten Rede- und Meinungsfreiheit, bereits gekommen, dass das Zitieren bestimmter Namen und Organisationen zum Verlust der Teilhabe- und Interaktionsmöglichkeiten in den sozialen Netzwerken führt, und nebenbei praktischerweise die Statistiken zur „Hassrede“ füllen hilft. (DM)

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