Externe Berater engagiert: WDR-Chef Buhrow hat kein Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter

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Valerie Weber, Suat Yilmaz, Jörg Schönenborn, Tom Buhrow, Mai Thi Nguyen-Kim, Hannelore Vogt, Eckart von Hirschhausen und Volker Herres beim Pressetermin zur ARD-Themenwoche Zukunft Bildung in der Stadtteilbibliothek Kalk. Köln, 25.09.2019 Valerie Weber, Suat Yilmaz, Jörg Schönenborn, Tom Buhrow, Mai Thi Nguyen Kim, Hannelore Vogt, Eckart von Hirschhausen and Volker Herres at the press event for the ARD Theme Week Future Education in the City District Library Kalk Cologne, 25 09 2019 Foto:xC.xHardtx/xFuturexImage

Der öffentlich-rechtlicher Skandalsender Westdeutscher Rundfunk kommt nicht zur Ruhe: Erst allmählich kommt die öffentliche Diskussion darüber in Gang, warum sich WDR-Intendant Tom Buhrow zusätzlich zu seinen hausinternen Legionen von PR-Strategen und Kommunikationsexperten auch noch externe Berater der freien Wirtschaft hinzuholt, die auf Kosten der Zwangsgebührenzahler an Ideen feilen, wie man a) von eben diesen Zwangsgebührenzahlern künftig noch höhere Gebühren abzocken und b) diese noch listenreicher beeinflussen und manipulieren könnte.

Bereits Anfang Januar, auf dem Höhepunkt der Oma-Umweltsau-Affäre, hatte die Meldung über das Engagement von Beratungsdienstleistern die Runde gemacht. In seinem verzweifelten Bemühen, die Kommunikationspolitik seines Hauses wieder unter Kontrolle zu bekommen, hatte Buhrow zudem hausintern personell aufgerüstet und, wie „Tichy’s Einblick“ (TE) schreibt, über ein Dutzend Fachleute dafür abgestellt haben, „wegzubügeln, was an kommunikativen Unfällen zusammenkommt“.

Dazu wurden dann, wie nun bekannt ist, „zwei Experten aus der Privatwirtschaft hinzubestellt“: Andreas Fünfgeld und Wolfram Winter – laut „TE“ ein „bestelltes Säuberungsduo, das nicht nur die Aufgabe hat, Buhrows kommunikative Unfälle als eine Art Cleaner zu beseitigen bzw. diese im Vorfeld zu verhindern“, sondern zusätzlich noch dabei zu helfen, „anstehende Reformen der ARD an die eigenen Mitarbeiter zu kommunizieren“. Offiziell sollen die beiden Buhrow in seiner zweijährigen turnusmässigen Funktion als ARD-Vorsitzenden entlasten.

Externer Sachverstand, weil der interne längst auf der Strecke geblieben ist

Dass ausgerechnet der ÖRR-Spitzenverdiener Buhrow auch noch Externe auf Kosten der Allgemeinheit hinzuzieht, ist ein Offenbarungseid – zeigt er damit doch, dass selbst sein aufgeblasener Senderapparat – der WDR beschäftigt über 4.300 der insgesamt rund 22.500 ARD-Mitarbeiter – nicht imstande ist, mit hausgemachten Problemen und daraus resultierenden Kommunikationsdesastern fertig zu werden.

Die bereits jetzt rausgehauenen Kosten für Fünfgeld und Winter sollen sich auf über eine halbe Million Euro belaufen – Geld, für das, wie „TE“ schreibt, die Gebühren von über 30.000 Haushalten nötig sind. Und das dafür, dass die ARD – so definieren die beiden Berater ihre Rolle und Aufgabe laut Medieninformationen selbst – „reformwillig und reformfähig“ gemacht wird. Im Lichte der jüngsten Ereignisse auch und gerade um die Berichterstattung von agitatorischen Skandalformaten wie „WDRforyou“ oder „Monitor“ ist dieses Unterfangen wohl mehr als tollkühn. (DM)