Urteil aus dem Klima-Irrenhaus: Drei Jahre Knast für belgischen Fahrraddieb wegen „Umweltverbrechen“

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Symbolfoto:Von tommaso79/shutterstock

Drei Jahre Knast für einen belgischen Fahrraddieb. Er habe mit seinen mehrfachen Diebstählen ein „Umweltverbrechen“ begangen und dem Planeten erheblichen Schaden zugefügt, befand der Richter. Seine Opfer hätten ohne ihre Zweiräder auf klimaschädliche Transportmittel zurückgreifen müssen, ein Verbrechen gegen die Erde. 

Es sei angebracht, den Angeklagten hart zu bestrafen, um ihm die Schwere der Verbrechen gegen den Planeten klarzumachen, urteilte der Richter am Brüsseler Strafgericht laut La Dernière Heure. Schließlich hätte er mit seinem Verhalten den Bestohlenen keine andere Wahl gelassen, als umweltschädlichere Verkehrsmitteln zu benutzen. Die Diebstähle des Mannes im vergangenen Oktober hätten „zur globalen Erwärmung“ beigetragen und „all das nur, um dem Dieb den Kauf von Betäubungsmitteln zu ermöglichen“, so der Rächer der Umwelt in Robe.

Bisher fielen illegaler Holzeinschlag oder Elefantenwilderei unter die Rubrik Umweltverbrechen, aber angesichts der bevorstehenden Katastrophe ist man auf Seiten der Justiz anscheinen bereit, die Regeln auszuweiten.

Damit folgt der belgische Richter auch der Argumentation der Professorin für Politische Theorie an der Universität von Exeter, Catriona McKinnon, die bereits im vergangenen Jahr forderte, daß der Anwendungsbereich von Umweltverbrechen erheblich erweitert werden sollte. Klimaleugner sollten ihrer Meinung nach in Zukunft wegen ihrer hartnäckigen Weigerung, die „menschengemachte Erderwärmung“ anzuerkennen, wie Verbrecher behandelt werden.

„Strafrechtliche Sanktionen sind das wirksamste Instrument, um Verhaltensweisen aufzuzeigen, die jenseits aller Grenzen der Toleranz liegen. Kriminelles Verhalten verletzt die Grundrechte und zerstört die menschliche Sicherheit. Wir behalten uns die harte Strafe für Verhaltensweisen vor, die das beschädigen, was uns am grundlegendsten am Herzen liegt. Der Klimawandel verursacht genau solche Schäden “, schrieb McKinnon im vergangenen Jahr in einem Artikel im UNESCO Courier.

„Der Anwendungsbereich des internationalen Strafrechts macht es zum richtigen Ort, um den existenziellen Bedrohungen durch den Klimawandel entgegenzutreten“, fuhr sie fort und fügte hinzu, dass Verweigerer des Klimawandels wegen „Posterizids“, einem von ihr erfundenen Begriff, wegen „rücksichtslosem Verhalten, das geeignet ist, das Aussterben der Menschheit herbeizuführen“, verfolgt werden, so die klimabesessene Professorin, die nach eigenen Angaben im Bereich Klimajustiz und Klimaethik an der Exeter University in  Großbritannien arbeitet. (MS)