Fridays for Future & ihre Mitläufer – Scheinabgrenzung von Klima-Stalinisten

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MLPD-Jugend - immer häufiger auch bei Klima-Demos am Start (Foto:Imago/Future Image)

Seit Monaten zeigen Mitglieder der „Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands“ (MLPD) auf Demonstrationen von „Fridays for Future“ (FFF) Präsenz, treten fahneschwenkend, mit Shirts und Mützen im parteieigenen „roten“ Branding auf und versuchen, so beschweren sich jetzt Funktionäre der Klimaschützer, die Proteste für ihre Zwecke zu instrumentalisieren – angeblich, so heißt es, „zum Missfallen der Schüler“, wie der „Tagesspiegel“ behauptet. 

Nun hat der Bochumer Ableger von „Fridays for Future“ in einem Kommunique gegen die MLPD scharf geschossen – und deren Anhängern darin vorgeworfen, sie wollten die Klimademos „für ihre Zwecke und ohne Rücksicht und Respekt für die Veranstaltenden missbrauchen.“ Listig wies die MLPD die Vorwürfe sogleich zurück: Tatsächlich weiß die 1982 gegründete, letzte dogmatisch-kommunistische Partei nämlich ganz genau, was sie tut. Wo sonst lässt sich für sozialistische, totalitäre Ideologie besser werben als unter den Mitläufern der deutschen Klimajugend?

Entrüstet betet der Berliner „Tagesspiegel“ das FFF-Credo nach, wonach die Protestmärsche „eigentlich überparteilich sein sollten…Fahnen und Banner von Parteien sind ausdrücklich unerwünscht.“ Doch die Realität sieht völlig anders aus. Dass sich, wie die Zeitung schreibt, die meisten Klimaschützer an diesen angebliche Parteienverbot halten, steht in völligem Widerspruch zu allem, was sich auf den bisherigen Kundengebungen der Klima-Jugend landauf, landab beobachten ließ.

„Breites gesellschaftliches Bündnis“ war doch ausdrücklich erwünscht…?

Denn tatsächlich hat die MLPD die Infiltration der Klimabewegung nicht erfunden – im Gegenteil: Es waren die Organisationen selbst, die im Bestreben, ein möglichst breites „gesellschaftliches Bündnis“ bis hin zum Generalstreik zu erreichen, alles dafür taten, dass im Namen des Klimaschutzes alles und jeder mit einer gesellschaftlichen Stimme auf die Straße ging. Gewerkschaften, vor allem ver.di, betätigten sich lustvoll bei der eigenen Klima-Gleichschaltung. Am Ende tappte eine bunte Gemengelage von pickeligen Computerkids, ergrauten Sonderschulpädagogen, freigestellten Betriebsräten, Arbeitnehmern, Frauenverbänden, Alt-Pazifisten bis Omas gegen Rechts neben den streikenden Schülern durch die deutschen Städte und schwenkten ein Fahnenmeer der neuen deutschen Zivilgesellschaft, das einem Kaleidoskop der „Vielfalt in Einheit“ glich.

Frei nach dem Stoiber-Motto „Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht“ wurden dabei auch Eigennützigkeiten in Kauf genommen – im harmlosesten Fall Selbstprofilierung, oft aber auch schnöde Marktzwecke wie PR-nützliches Greenwashing, etwa im Fall des Siemens-Konzerns oder allerlei mittelständischer Betriebe, die sich den Klimaschutz auf die Fahnen schreiben. Am schamlosesten aber waren die Kaperungsversuche der Klimaaktivisten durch die politischen Parteien, insbesondere Grüne, SPD und Linke, die in den Klimakids gleich ihre Klientel von morgen vorfanden und dort auf Nachwuchsrekrutierung gingen. Nicht von ungefähr stammen die prominentesten Stimmen aus dem FFF-Dunstkreis, allen voran die mit goldenem Löffel geborene langjährige Weltreisende Luisa Neubauer, aus der Grünen Jugend. Dass auch Splitterparteien wie die MLPD auf diesen Zug aufspringen, war nur eine Frage der Zeit.

Idealer Tummelplatz für Psychopathen und Linksextremisten

Bei sowenig Abgrenzung zu politischen Interessengruppen ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch schillernde Figuren und Extremisten ungehindert einsickern. Im harmlosesten Fall führt dies dann zur Adaption von wandelnden Zeitbomben – wie dem offenkundig psychopathischen oder zumindest verhaltensauffälligen Tom Radtke, der auf Twitter sinngemäß verbreitete, das eigentliche Problem mit dem Holocaust sei das viele CO2 gewesen, das aus den Schornsteinen kam – und dann, nachdem FFF ihn kaltstellen wollte, mit wirren Drohungen gegen Neubauer sowie Hamburger Bundestagsabgeordnete um die Ecke kam, denen er mittlerweile „Enthüllungen“ bis hin zu Pädophilie-Vorwürfen folgen ließ.

Wer solche Vögel, die auf die Couch gehören und  nicht auf die Straße, ungeprüft und ungehindert für sich wirken lässt, muss dann auch nicht jammern, wenn linksextreme Hardcore-Stalinisten der MLPD die eigenen Reihen unterwandern. Und wieso auch nicht? Ihr potentieller Rückhalt unter den meisten Klimastreikenden, vergleicht man die Radikalität der Positionen, könnte kaum größer sein. FFF ist das größte Sammelbecken für eine mögliche Neuauflage des sozialistischen Experiments auf westdeutschem Boden seit der Friedensbewegung. (DM)