Steinmeier katzbuckelt bei Draghi-Auszeichnung – und betreibt Kritikerschelte

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Ehrenwerte Gesellschaft: Bundeskanzlerin Merkel, Bundespräsident Steinmeier und Mario Draghi gestern in Berlin (Foto:Imago/Popow)

Berlin – Neues von „Seiner Peinlichkeit“ Steinmeier, dem unsäglichen Hausherren in Bellevue: In Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Vernichtung deutscher Sparguthaben, Rücklagen der Altersversorgung und Preisgabe der Zukunftsfähigkeit der Republik verlieh gestern der deutsche Bundespräsident das Bundesverdienstkreuz an Mario Draghi, Ex-Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) – und nahm den Preisträger bei der Gelegenheit noch gegen die Kritik seiner eigenen Landsleute in Schutz.

Dieser Präsident dient denselben Mächten und Zielen wie seine Kanzlerin; so ist es keine Überraschung, dass er dieselbe Abfälligkeit und Verachtung für die Kritiker aus der eigenen Bevölkerung empfindet wie sie. Anders als Merkel aber, die seit Jahren abgehoben-arrogant über allem schwebt und sich der politischen Debatte grundsätzlich nicht stellt, scheut Steinmeier nicht davor zurück, jene zu geißeln, die in der Würdigung Draghis durch die zweihöchste staatliche Auszeichnung zuerst einen schlechten Witz vermutet und dann – als klar war, dass es sich um bitteren Ernst handelte – ihre Verärgerung nicht länger unterdrücken konnten.

Nachdem Frank-Walter Steinmeier dem Italiener am Freitag das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland umgehängt und ihm bescheinigt hatte, er habe „in stürmischen Zeiten den Euro und die Europäische Union zusammengehalten“, setzte er noch zur Breitseite gegen die Kritiker an: „Zu oft, lieber Herr Draghi“, so der Präsident servil, “ fielen Respekt und Anstand gegenüber Ihnen Klischees zum Opfer.“ Viele der an die EZB gerichteten Vorwürfe seien „…ausschließlich an Gruppeninteressen orientiert oder selbst widersprüchlich“ gewesen, zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ das Staatsoberhaupt. „Einige in Deutschland“ hätten es sich „sehr leicht“ gemacht und die EZB „zum Sündenbock erklärt“. Er hingegen, Steinmeier, wolle dies berichtigen: „Sie haben – das sage ich ganz bewusst – auch meinem Land einen großen Dienst erwiesen!“

Ein Dienst also, der darin bestand, durch „die lockerste Geldpolitik in der EZB-Geschichte“ („SZ“) den Leitzins auf null Prozent heruntergefahren, Minus- und Einlagenstrafzinsen etabliert, immer höhere Bankgebühren für die Kunden verursacht, und durch all dies letztlich Spareinlagen in annähernder Billionenhöhe vernichtet zu haben – und all das nur aus dem eigentlichen Grund, marode Haushalte von Zinszahlungen zu befreien, zu Strukturreformen ebenso unfähige wie unwillige Pleitestaaten vor dem Kollaps zu bewahren und den Euro als Zombie-Währung künstlich zu erhalten.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein deutscher Spitzenpolitiker mutwilligen Schaden, Nachteile und Verrat am eigenen Volk gutheißt. Doch ganz sicher niemand jubelte darüber bisher unverschämter als dieser Bundespräsident. (DM)