Migranten klagen über Diskriminierung bei Wohnungssuche – alle obdachlos?

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Foto: Wohnungssuche (über dts Nachrichtenagentur)

Im Jahr 2018 lebten über 20 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Wenn diese Meldung stimmt, müssten mindestens 6 Millionen obdachlos sein:

Jeder dritte Wohnungssuchende mit Migrationshintergrund erlebt Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt. Das ergab eine Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben) berichten. „Oft reicht schon ein fremd klingender Name aus, um gar nicht erst zur Wohnungsbesichtigung eingeladen zu werden. Auch offen rassistische Wohnungsanzeigen gehören leider noch immer zum Alltag“, sagte Bernhard Franke, kommissarischer Leiter der Antidiskriminierungsstelle. Er forderte gesetzliche Änderungen: Sinnvoll sei etwa ein Verbot diskriminierender Wohnungsanzeigen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz – „genauso, wie es das bei Stellenanzeigen bereits der Fall ist“, so der Leiter der Antidiskriminierungsstelle. Für die Umfrage seien mehr als 1.000 deutschsprachige Personen über 16 Jahren zu ihren Erfahrungen auf dem Wohnungsmarkt befragt worden, berichten die Zeitungen weiter.

Rund 15 Prozent aller Befragten, die in den vergangenen zehn Jahren auf Wohnungssuche waren, hätten über Diskriminierungserfahrungen aus rassistischen Gründen, wegen der Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe oder der Herkunft aus einem anderen Land berichtet. Darunter fänden sich nicht nur Zugewanderte, sondern auch Deutsche, die im Alltag aufgrund ihres Aussehens, etwa ihrer Hautfarbe, oder ihres Namens als „nicht deutsch“ wahrgenommen werden, heißt es in der Studie. Besonders betroffen aber seien Menschen gewesen, die selbst oder deren Eltern oder Großeltern nach Deutschland eingewandert waren: Jeder dritte Wohnungssuchende mit Migrationshintergrund (35 Prozent) berichtete der Umfrage zufolge von rassistischer Diskriminierung.

Die Umfrage zeige ein hohes Problembewusstsein in Deutschland: Die Mehrheit der Befragten (83 Prozent) sei der Ansicht, dass Diskriminierung aus rassistischen Gründen, wegen der Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe oder der ausländischen Herkunft bei der Wohnungssuche häufig vorkommt. Problembewusstsein und eigene Einstellungen passten jedoch oft nicht zueinander: Auf die Frage nach persönlichen Einstellungen gegenüber eingewanderten Personen als potenzielle Nachbarn oder Mieter zeige sich: Fast jeder Dritte (29 Prozent) hätte sehr große oder große Bedenken, wenn in die Nachbarwohnung oder das Nachbarhaus eine Person einziehen würde, die nach Deutschland eingewandert ist. Die Vorstellung, einer eingewanderten Person eine eigene Wohnung zu vermieten, sorgt bei 41 Prozent der Befragten für Bedenken.

So kann man natürlich davon ausgehen, dass alle Vermieter bzw. Wohnungseigentümer Rassisten und/oder AfD-Wähler sind. Aber ob das stimmt? Vielleicht spielen hier auch Erfahrungswerte eine Rolle, vielleicht hat der eine oder andere Vermieter schlechte Erfahrungen mit Migranten gehabt.

Die Süddeutsche Zeitung hat zum Thema „schwierige Wohnungssuche“ mal einen Beitrag geschrieben. Hier ein interessanter Auszug:

Das Einkommen muss dreimal so hoch sein wie die Miete, die Schufa-Auskunft tadellos, der Arbeitsvertrag unbefristet, die Erscheinung seriös: Für Wohnungsbesichtigungen gelten in Großstädten Regeln wie für eine Jobbewerbung. Das ist schon für den durchschnittlichen Normalverdiener schwierig. Noch schwieriger aber für Menschen, die besondere Bedürfnisse haben. Oder wenig Geld.

Fühlen sich jetzt auch Normalverdiener diskriminiert?