Neubauer, Greta und die anderen: Das Davoser Schaulaufen der Klima-Gören

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Abschluss-Pressekonferenz der Klima-Heiligen in Davos (Screenshot:Youtube)

Was für ein peinliches Affentheater: Auch nach dem vorgestrigen Abschluss des Weltwirtschaftsforum in Davos beschäftigen sich deutsche Medien mit Animositäten zwischen Teilnehmern – nicht jedoch der politischen und wirtschaftlichen Führer, sondern absoluter Randfiguren: den Vertreterinnen der Klima-Jugend.

Mit einer fast schon manischen Besessenheit wird selbst in Nachrichtenformaten zur Primetime jede Silbe rezitiert, die von Luisa Neubauer mit Mickey-Mouse-Stimme deklamiert wurde, derweil journalistische Hobbypsychologen in ehrfurchtsvoller Kaffeesatzleserei jedes Gesichtszucken, jede mimische Veränderung der neben ihr leicht verloren wirkenden heiligen Klima-Gretel zu deuten versuchen.

Wenn heute von „Differenzen auf offener Bühne“ beim Wirtschaftsforum die Rede ist, sind damit nicht länger unterschiedliche ökonomische Grundausrichtungen zwischen Groß- und Supermächten, Währungs- und Zollpolitik oder Regulierung globaler Finanzmärkte gemeint, wie sie zwischen Präsidenten und Premierministern, zwischen Konzernlenkern und Tycoons ausgetragen werden und potenziell für Milliarden Menschen Folgen zeitigen könnten. Nein, wird über Uneinigkeiten zwischen Klimaschützerinnen berichtet , die vor Millionenpublikum ihre präpotenten Einlassungen in die Kameras sprechen dürfen: Dass etwa die – anscheinend doch etwas gereifte – Klima-Gretl mit den völlig ausgeuferten Panikthesen ihrer sieben Jahre älteren Hamburger Mitstreiterin, der feschen Klima-Lisl aus dem Hause Reemtsma, unzufrieden war, weil diese noch das laufende Jahr als letzte Chance für einen Kurs- und Systemwechsel propagierte („2020 is the year, the only year…“), weswegen Thunberg missfällig den Kopf schüttelte, geriet so zur Top-Schlagzeile des Wochenendes – nur noch getoppt von der „skandalösen“, weil angeblich rassistischen Beschneidung eines Pressefotos, welcher ausgerechnet die einzige schwarzafrikanische Klimaaktivistin am Bildrand zum Opfer gefallen war.

Gestendeutung und Rassismusverdacht

Solche Schnurren der Berichterstattung markieren gewissermaßen den vorläufigen Peak eines beispiellosen internationelen Medienhypes, der rosige Backfische ohne jegliche Berufs- und Lebenserfahrung in Positionen spülte, wo denen sie im Prinzip nicht das Geringste verloren haben. „Aktivistinnen“ werden zu neuen Volkstribunen erklärt und dürfen mittlerweile einen öffentlichem Einfluss ausüben, der weder ihren realen Leistungen noch ihrer sozialen Rolle auch nur annähernd gerecht wird: Figuren, die noch vor 20 Jahren bestenfalls in der Landesschülervertretung Geltung erlangt hätten, entern heute die Weltbühne Davos und lenken vom Reden und Handeln internationaler politischer Führer ab – und damit von den Entscheidungsträgern, deren Aussagen beim WEF als einzige wirklich interessieren sollten, nimmt man die Institution Davos, die dieses Jahr ihr 50. Jubiläum feierte, überhaupt noch ernst. Dass ausgerechnet Wirtschaftsforum-Begründer Klaus Schwab neuerdings ebenfalls der „Klimahysterie“ frönt (übrigens das Wort, nicht Unwort des vergangenen Jahres!) und wohlwollend zulässt, dass Thunberg aus dem Weltwirtschaftsforum allmählich ein Weltklimaforum macht, wirft kein gutes Licht auf die Veranstaltung.

Was geschieht hier, wie ist diese Entwicklung zu erklären? So wenig wie eine Greta Thunberg eigentlich das Recht haben dürfte, vor den UN oder vor Parlamenten von Industrieländern zu reden, so wenig wie „Seenotretterin“ Rackete vor dem EU-Parlament hätte auftreten dürfen, so wenig sind selbsterklärte Klimaschützer legitimiert, vor den Kameras der Weltöffentlichkeit aufzutreten.

Wenn sich ein Leonardo di Caprio, eine Emma Watson oder ein U2-Bono für die großen sozialen und ökologischen Themen der Zeit engagieren, dann nutzen sie hierbei eine zuvor in anderen Bereichen, aus eigener Leistung erworbene Prominenz im Interesse einer Sache. Im Gegensatz dazu sind diese Klima-Witzfiguren, mit Bommelmützen und Quietscheendchen-Sound, alleine durch den Medienzirkus hochgeschrieben und aufgebaut worden.

Sie schwingen sich zu Sachwaltern der Planetenrettung auf und predigen das Weltende – und fordern in naivem Trotz und fahrlässiger Radikalität Maßnahmen, die nicht einmal diktatorisch durchsetzbar wären, zivilisationsgefährdend und daher komplett unrealistisch sind – und dies stets unter Berufung auf das Totschlagargument, es sei wahlweise fünf vor oder schon fünf nach Zwölf. Seit wann aber rechtfertigt die Dringlichkeit des Themas die Wichtigtuererei und hysterische Huldigung beliebig herausgepickter Einzelpersonen, die sich diesem widmen? Diese hier, die Klima-Gören, sind weder die einzigen noch die entscheidenden Player, die die globale Erwärmung entdeckt hätten; das Problem war lange vor ihrer politischen Bewusstwerdung bekannt.

Vermeintliche Weltgeltung aus selbstangemaßtem Recht

Sie alle sprechen ohne jedes Mandat. Kein Wähler hat sie in die privilegierte Position gebracht, als ökologische Klimaapostel wirken zu dürfen. Anders als der indische oder chinesische Premier oder Donald Trump sind sie nicht zuständig fürs Wohlergehen von hunderten Millionen oder Milliarden Menschen (obwohl sie sich aus eigenem Recht diese Rolle anmaßen), und sie tragen auch keine Führungsverantwortung für die Geschicke von tausende oder hunderttausende Arbeitnehmern wie die anwesenden Vorstandschefs von Weltkonzernen.

Erst recht nicht treten sie nicht mit irgendeiner fachlichen oder wissenschaftlichen Autorität auf. Weder verfügen sie über die dafür notwendigen akademischen Abschlüsse, noch haben sie in irgendeiner Weise durch geistige Innovationen, durch Patente oder Forschungsdurchbrüche zur konkreten Bewältigung von Menschheitsproblemen beigetragen. Es scheint, als sei die Grönemeyer-Zeile „Gebt den Kinder das Kommando, sie berechnen nicht was sie tun“ Wirklichkeit geworden.

Es ist daher ein Hohn, eine impertinente Zumutung, all diese Neubauers, Thunbergs, Axelssons und Tilles ungefragt in Dauerschleife vorgesetzt zu bekommen, die Dauerwurst ihrer alarmistischen Phrasen goutieren zu müssen,  die wir schon zum Erbrechen kennen. Und die übrigens längst bekannt waren, bevor sich Thunberg – anstelle einer Bewältigung familienpsychologischer Traumata von ihren rücksichtslosen Eltern zur Klima-Ikone aufbauen ließ; bevor die höhere Tochter Luisa Neubauer, die einst als Luxus-Weltreisende dem Planeten mit Siebenmeilenstiefeln kilometertiefe CO2-Fussabdrücke aufpfropfte, das Klima-Thema als nützlichen Wegbereiter für die eigene Grünen-Karriere entdeckte.

Eine Frage übrigens haben gerade deutsche Journalisten, die wie Sektenjünger im Ashram an diesen falschen Weltrettern hängen, bislang erstaunlicherweise nicht gestellt: Wieso sind es eigentlich fast ausschließlich junge Frauen, die hier das epochale Anliegen der Klimarettung vertreten? Wo sind die Männer? Die führenden Säulenheiligen der Klimabewegung, vor allem in Skandinavien und Mitteleuropa, sind allesamt weiblich. Wenn man schon pausenlos über die Klimaschutzeliten fabuliert und neuerdings sogar über ihren immanenten „Rassismus“ – wäre da Klima-Sexismus nicht ein weiteres großes Thema? (DM)

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