MEDIENKRITIK – Wie Journalisten über „Angstmacher“ herziehen

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Den Medien im Mainstream sind sie ein großer Dorn im Auge: Die sogenannten „Crash-Propheten“. Buchautoren, die große Politikfehler und Probleme unserer Zeit schonungslos aufdecken und anprangern – und dabei zu dem Schluss kommen, dass die nächste Krise im Anmarsch ist. Max Ottes „Weltsystemcrash“, Daniel Stelters „Das Märchen vom reichen Land“ oder „Der größte Crash aller Zeiten“ von Marc Friedrich und Matthias Weik zählen zu diesen vielbeachteten Werken. Wie in der Antike werden die Überbringer der schlimmen Nachrichten exekutiert, diesmal eben „nur“ medial – oder sie werden weitgehend ignoriert. Die schwindsüchtige Mainstream-Presse nennt diese Autoren abwechselnd „Schwarzmaler“, „Profiteure der Angst“ oder „geschäftstüchtige Demagogen“ und warnt ihre Leser, die „Doomsayer“ würden ihre Depots und Altersvorsorge pulverisieren und diese sollten doch lieber „Kochbücher schreiben“. Dabei zeigt sich: die Medien schreiben selbst unentwegt über Krisen, Crashs und Katastrophen und sollten nicht mit dem Finger auf andere zeigen, die das in Büchern tun. Zweitens leben wir in einer Welt, die dank einer riesigen geopolitischen Transformation unruhig und gefährlich geworden ist, die bei negativen Zinsen und aufgeblähten Börsenkursen sowie einer nie dagewesenen Schuldenwelle jederzeit explodieren kann. Die US-Notenbank wirft seit Monaten immer größere Milliardenbeträge in jenen Markt, an dem sich die Banken gegenseitig finanzieren, damit der befürchtete Infarkt verschoben wird. Hinzu kommt eine dezimierte, völlig erschöpfte Mittelschicht mit wachsenden sozialen Spannungen und einem boomenden prekären Arbeitsmarkt. Das sind Entwicklungen, die die Zeitungen zwar beschreiben, meist aber nicht unter Nennung der Namen von politisch Verantwortlichen – und oft mit verwässerten Statistiken. Und warum greifen die Mainstream-Medien die „Crash-Propheten“ dann so an, wenn sie selbst gerne und häufig Katastrophenmeldungen bringen? Weil die beschimpften Autoren in ihrer Analyse viel weiter gehen, auch die Regierung Merkel heftig kritisieren und unter Nennung aller Verantwortlichen das ganze Bild zeichnen und nicht versuchen, die politische Kaste in Berlin in Schutz zu nehmen.

(Quelle)