Sportboot-Besitzer als „Germanys next Umweltsäue“: Klimaaktivisten fordern Verbote

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Demnächst nur noch auf E-Basis? Sportboote auf der aktuellen "Boot 2020" (Foto:Imago/FutureImage)

Düsseldorf – In Deutschland soll im Namen des Klimaschutzes langsam, aber sicher allem der Garaus gemacht werden, was irgendwie noch Freude macht: Jetzt soll es sogar den Motorbooten an den Kragen gehen – nach SUV-Verteufelung, Umweltsäuen in Spritfressern und Flugscham. Pünktlich zur weltgrößten Fachmesse Messe „Boot“ in Düsseldorf, die derzeit stattfindet, gehen „Aktivisten“ gegen Dieselantriebe auf die Barrikaden; einzelne Kommunen erwägen bereits Verbote.

Am Bodensee maulten Klimaaktivisten schon wiederholt bei Protestveranstaltungen in den Hafenzonen: „Motorboot macht Klima tot“. Segel- und Solarboote, Kanus und Kajaks seien „sowohl verfügbar als auch ausreichend“, erklärten in Friedrichshafen jugendliche Demonstranten, deshalb seien „Motorboote zu 100 Prozent überflüssig“. Ein Verbot von Verbrennungsmotoren zu Wasser sei daher ebenso unerlässlich wie zu Lande – zumal, wie der „Tagesspiegel“ einen Vertreter der militanten Klimaorganisation „Ende Gelände“, Sektion Bodensee, zitiert, private Boote als ein „Symbol für einen saturierten Lebensstil auf Kosten anderer“ stünden. Hier kommt es wieder ungeschönt zum Vorschein, das eigentliche Motiv hinter all der Klimafassade: Die bräsige Bevormundung, das schamlose Aufoktroyieren des wahren, genügsamen Lebensstils, die Kultivierung von Sozialneid und sozialistische Wohlstandsfeindlichkeit.

Natürlich wird bei alldem wieder einmal nur auf die – meist zudem von einer wohlhabenden und damit sowieso milieususpekten Minderheit besessenen – privaten Freizeitmodelle eingedroschen; es geht vor allem um dieselbetriebene Privatboote, die auf Flüssen und Binnengewässern oder in Küstennähe betrieben werden. Nicht die Rede ist von den um Myriadenfaktoren umweltschädlicheren Kreuzfahrtgiganten, die auf internationalen Gewässern ungehindert die Weltmeere verpesten.

Wie lächerlich der Anti-Boot-Aktivismus ist, wird schon an den Zahlen des Umweltbundesamt CO2-Ausstoß von Sportbooten klar, die der „Tagesspiegel“ wiedergibt: 2018 entfielen insgesamt 73.000 Tonnen CO2 auf dieses Segment, was nicht einmal 0,1 Prozent der Verkehrsemissionen in Deutschland ausmacht.

„Klimawut“ trotz kaum messbarer Emissionen

Trotzdem machen sich in ganz Europa, wo ja bekanntlich „Klima-Notstand“ herrscht, schon die ersten Städte ans Ausfertigen der ersten Sportboot-Verbote – wenn auch noch weniger unter dem Vorwand des CO2-Ausstoß als unter im Namen des anderen großen Umwelt-Schreckgespinstes im Kontext Diesel: Der Luftverschmutzung durch Stickoxide und Feinstaub. So dürfen, schreibt der „Tagesspiegel“; etwa in Amsterdam ab 2025 keine Boote mit Verbrenner mehr in die Grachten fahren, weil dort dann dieselben Regeln wie für Autos im Straßenverkehr angelegt werden.

Auch in Deutschland denken immer mehr Kommunen an Gewässern mit entsprechendem Bootsbestand über Gängelungsmaßnahmen nach. Fahrverbote existieren bereits für ältere Dieselautos; doch dass „Schiffe und Boote auf dem Wasser oftmals weiter mitten durch die Umweltzonen der Städte tuckern“, so der „Tagesspiegel“, sorgte bereits mancherorts für Unmut. Dass Boote, im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln, „insgesamt weniger reguliert und die von der EU festgelegten Grenzwerte für die Abgasemissionen neuer Boote etwas in die Jahre gekommen seien“, soll dringend geändert werden.

Es wäre ja auch noch schöner, wenn hierzulande irgendwelche Bereiche von Verteuerungen und Verboten im Namen des Klimaschutzes verschont blieben. Auf der „Boot“ boomt dafür derweil schon der neu aufkeimende Markt der E-Boote… (DM)