Pervers: Bundesregierung will künftige Migranten schon im Herkunftsland „integrieren“

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Bald heisst es wieder: Thänk juuu Äntschela! (Foto:www.madreview.net)

Die Bundesregierung plant einen Paradigmenwechsel – und bestätigt damit unverhohlen, dass für sie Migration blanker Selbstzweck ist: Ganz im Sinne des Migrationspaktes soll die „Integration“ nun neuerdings bereits im Herkunftsland beginnen, um möglichst reibungslos die Einwanderung und Aufnahme von Menschen aus nicht näher spezifizierten „Herkunftsländer“ zu befördern und erleichtern-  sogar jener, die noch gar nicht vorhaben auszuwandern.

In einer von der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), maßgeblich ausgearbeiteten Erklärung, die Teil des „Nationalen Aktionsplans Integration“ ist der insgesamt fünf Phasen der Integration definiert, heißt es ernsthaft: „Noch bevor potentielle Einwanderinnen und Einwanderer die Entscheidung getroffen haben, nach Deutschland auszuwandern, müssen sie möglichst umfassend über ein Leben in Deutschland informiert und aufgeklärt werden“.

Noch BEVOR sie die Entscheidung getroffen haben, auszuwandern? Das hieße folglich nichts anderes als aktive Anwerbung durch Informationsvermittlung über Lebensumstände, die in Deutschland (schon aufgrund des hohen Zivilisationsgrades gemäß Human Development Index) verführerisch für die Einwohner der meisten potentiellen „Herkunftsländer“ anmuten müssen; es ist nicht anzunehmen, dass Widmann-Mauz dort über Shitholes, marode Straßen, Clankriminalität oder Arbeitslosigkeit „aufklären“ möchte, sondern eher über die – noch – gegebenen Vorzüge des sozialen Friedens, der rechtsstaatlichen Zustände und der Grundversorgungsleistungen.

Werbeaktionen zur Animierung von Auswanderungswilligen

Genau das ist der Fall: So beinhaltet die Erklärung etwa „digitale Angebote“, die „über reguläre Einreisemöglichkeiten nach Deutschland informieren und ein realistisches Bild vom Alltag in Deutschland vermitteln“ sollen. In dem Manuskriptentwurf heißt es, „falsche Erwartungen und unzureichende Information“ könnten „hingegen die Integration in Deutschland erschweren“.. Eine besondere Rolle bei der Wissensvermittlungen sollen die deutschen Auslandsvertretungen spielen.

Wie „dts Nachrichtenagentur“  berichtet, sieht die Strategie der Bundesregierung zudem „Verbesserungen von Verwaltungs- und Anerkennungsverfahren“ vor, gezielte Werbestrategie sowie den Ausbau der Sprachförderungen insbesondere im Ausland“. All diese Bemühungen zielten vor allem „auf das Anwerben von Arbeitskräften“ ab, um den Bedarf in Deutschland zu decken. Im März tritt dazu das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft. Also wieder einmal die „Fachkräfte“: Es gehe darum, Deutschland „im weltweiten Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte als attraktives Einwanderungsland zu positionieren“. Erneut sieht sich die Große Koalition damit wieder einmal in der vorgeschobenen Paraderolle einer integrationspolitischen Pionierin – obwohl sie in Wahrheit nicht die Leistungsträger anlockt, sondern das Prekariat, das sich von Deutschland vor allem eine Verbesserung der eigenen Lebensumstände verspricht.

Weil am Ende somit keine produktiven Immigranten zum Umzug nach Deutschland stimuliert werden, sondern absehbar wieder einmal potentielle Flüchtlinge, Straftäter, Wirtschaftsmigranten und Schlimmeres den Lockrufen eines nicht nur aufnahmewilligen, sondern geradezu aufnahmegeilen Wohlstands- und Wohlfahrtsstaates erliegen werden, bedeutet der Plan das genau falsche Signal. Und dieser Irrsinn – ganz offen wird in dem Entwurf davon gesprochen, dass man hier „Neuland“ beträte und „ein Paradigmenwechsel eingeleitet wird“ – soll von der Bundesregierung bei heutigen Kabinettssitzung beschlossen werden. Wie das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ in seinen Mittwochsausgaben berichtet, trägt die Erklärung den mehrdeutigen Titel: „Phase vor der Zuwanderung: Erwartungen steuern – Orientierung geben“.

Eher Problemmigranten statt „Fachkräfte“

Im Prinzip wird damit ausgesagt, dass der Aufenthalt von Ausländern in ihrem Heimatland einen unnatürlichen Zustand darstellt, der durch Vorbereitung einer baldigen Expatriierung Richtung Deutschland behoben werden soll. So wie vor achtzig Jahre Deutsche „heim ins Reich“ sollten, sollen heute am besten aller Herren Länder Menschen auf ihre baldmögliche Herverfrachtung vorbereitet werden – tunlichst schon im Inland.

Es fällt angesichts solcher Planungen, die die vollkommene Perversion aller früher geltenden Regeln und Konditionen von zwischenstaatlicher Migration bedeuten, schwer, die Umvolkungsthese als rechtspopulistische Verschwörungstheorie zu betrachten. (DM)

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