Linker Selbst- und Heimathass im Netz: Deutsches Dorfleben ist jetzt auch voll Nazi

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Karikatur von deutschhem Landidyll, wie es in linken Alpträumen auftaucht (Foto:Imago/Alimdi)

Stellvertretend für ein identitätsloses Großstadtmilieu gibt eine an sich gänzlich vergessenswürdige Bloggerin, Sibel Schick, dem linken Selbsthass eine Stimme auf Twitter: Hass, Verachtung, Abscheu für alles positiv Tradierte und Heile – kurz: für alles, was deutsche Vertrautheit und Heimat ausmacht – verdichtet im deutschen „Dorfleben“, das Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit einer Imagekampagne derzeit in ein positiveres Licht zu rücken versucht.

Die speziell für die sozialen Medien konzipierte PR-Aktion aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sollte eigentlich „ein Bekenntnis zum Land sein“ in der „positive Beispiele und innovative Ansätze der ländlichen Entwicklung“ gebündelt werden, so die Eigenbeschreibung der Öffentlichkeitsmaßnahme zugunsten der oft belächelten und als hinterwäldlerisch wahrgenommenen Provinz.

Doch weil einer urbanen Avantgarde von Politik und Medienbetrieb die deutsche Kultur und Lebensart sowieso suspekt sind oder geleugnet werden – man denke an den ungeheuerliche Ausspruch der ehemaligen Integrationsbeauftragten Aydan Özoguz, „eine spezifisch deutsche Kultur“ sei „schlicht nicht identifizierbar“ – wird selbige natürlich mit Klauen und Zähnen dort bekämpft, wo sie noch am unverfälschtesten besteht: eben auf dem Land, wo Migration ein eher abstrakter Begriff ist und wo Identität und Heimatverbundenheit hoch im Kurs stehen.

Ätzende Häme für eine ausnahmsweise begrüßenswerte Imagekampagne der Regierung

Deshalb ergoss sich aus der üblichen Ecke ein Schwall ätzender Kommentare. Sympathisierende Zeitungsredaktionen, allen voran natürlich wieder einmal der „Tagesspiegel„, vermeldeten mit befriedigter Inbrunst, „die Mehrheit der Reaktionen in Social Media“ auf Klöckners Aktion sei „weniger harmonisch“ gewesen als das Bild, das „die Landwirtschaftsministerin vom Dorfleben zu vermitteln sucht“. Und die Tatsache, dass auf Twitter vor allem Themen wie „mangelnde Infrastruktur, saufende Jugendliche und Rechtsextremismus mit dem Landleben in Verbindung gebracht“ wurden, war der Berliner Linksjournaille berichtenswerter als die Kampagne selbst.

Am dollsten aber trieb es Sibel Schick, selbsterklärte „Subkultur-Autorin“ und Podcasterin mit immerhin fast 23.000 Followern auf Twitter. Jene Restbiotope in der deutschen Provinz, wo noch keine Multikulti-Buntheit, keine ethnische Durchmischung, keine Muezzinrufe, keine Clanreviere, keine Scharia-Polizeien, keine passdeutschen Jugendgangs das öffentliche Straßenbild dominieren, sondern wo die „Welt noch in Ordnung“ ist, sind den grünaffinen Großstädtern seit jeher ein genuiner Dorn im Auge; da kommt gerade ihnen die inflationäre Ausweitung des Nazi-Begriffs auf mittlerweile ausnahmslos alle noch nicht linksdurchwirkten Phänomene gelegen, um darunter endlich auch das deutsche Landleben, das „Heimatidyll“ subsumieren zu können: als Hort des Völkischen, der zwingend die Assoziation von „Nazigewalt“ auslösen. So twittert es Sibel Schick – und sie meint es nicht satirisch. Die „Dorfkinder“-Motive inspirierten die besonders  vorurteilsstrotzende „Ische“ zu folgender Selbstoffenbarung:

Screenshot:Twitter

Damit nicht genug: Als es auf Twitter empörten Widerspruch hagelte, war dieser für die Twitter-„Schickse“ prompt erneuter Beweis für eine angeblich typisch ländliche Nazi-Gesinnung der Provinzdeutschen:

Screenshot:Twitter

Zur weiteren Erhellung schob Schick noch nach, sie wohne in Sachsen, mache „oft Ausflüge aufs Land“ und dort widerfahre ihr dann folgendes: „Sobald ich die Großstadt verlasse, werde ich heftiger angeglotzt, während Wahlkampfzeit sehe ich viel mehr Plakate von rechtsextremen Parteien.“ Es gibt nichts anderes als Nazis, die ich mit #Dorfkinder in Verbindung bringen kann.“

Du erbarmungswürdige, bedauernswerte Person!, kann man da nur entgegnen. Die geistige Armut und Beschränktheit, die aus solchen Worten spricht, ist schlicht unermesslich. Statements wie diese beweisen, dass jene, die immerzu „Vielfalt“ predigen, wahre Vielfalt mangels verengter Wahrnehmungstrichter gar nicht erkennen können, weil ihnen die von anderen reklamierte Offenheit ebenso fehlt wie Bildung und kultureller Tiefgang. Wer sich mit der historischen Reichhaltigkeit des deutschen Hinterlandes je beschäftigt hat, mit der Geschichte unserer anders als etwa Frankreich dezentral gewachsenen Kulturnation, die ein vielseitiges Brauchtum, Traditionen, Natur- und auch Baudenkmäler, regionale Dialekte, Landesküchen und Kunstkleinodien bereithält – der kann über soviel Borniertheit nur noch den Kopf schütteln. Schick bestätigt fulminant jenes kraftvolles Bild, wovon derjenige zwingend zuviel im Kopf haben muss, der überall nur noch „braun“ sieht. (DM)